Die Landkarte des Lebens, ein Lebensprojekt

· 13. Januar 2019

Eine sehr häufige Interpretation von Glück ist jene, die auf positiven Emotionen und Optimismus basiert. Es existiert ein mentales, diffuses Bild des Glücks, wonach diese davon abhänge, wie präsent das Vergnügen in unserem Leben sei und wie häufig negative Emotionen auftreten. Dies ist jedoch nur ein Modell, welches nicht in allen Fällen und für jeden Menschen gilt. Wenn man über diese Definition hinausgeht und ein Lebensprojekt definiert, bedeutet dies eine Möglichkeit, glücklich zu werden.

Die Wahrnehmung des eigenen Wohlbefindens hat mehr mit dem Führen eines bedeutungsvollen Lebens, eines Lebens mit Sinn und einem wirklichen Zweck zu tun, als mit einem angenehmen und leichten Leben. Unsere Gesellschaft schlägt uns einen Plan vor, um das Glück zu finden, welcher jedoch häufig mit dem Konsum und unserer Kaufkraft zu tun hat, was voraussetzt, dass wir zuerst viele Stunden in einem eher undankbaren Job verbringen müssen.

Fühle die Emotion des Lebens

Die Emotion des Lebens zu fühlen – das mag poetisch klingen, doch in Wirklichkeit ist es die Basis eines Lebens mit Sinn. Es geht primär darum, als Person seine eigenen Grenzen zu überschreiten und sich jeden Morgen motiviert aus dem Bett zu erheben, um sich dem Tag zu stellen.

David Perkins, Experte für Bildung und künstliche Intelligenz, verweist auf jenen Zustand, in dem der Mensch dazu verurteilt ist, sein Leben selbst zu gestalten. Um diesen zu erreichen, müsse er den Sinn seines Lebens und den Grund, warum man überhaupt existiere, entdecken.

Glückliche Frau, die nach ihren eigenen Regeln lebt

Ein Plan für das Leben

Eigentlich hat jeder Mensch einen Plan für sein Leben. Was jedoch geschieht, ist, dass nicht jeder dieser Pläne auch als ein Lebensprojekt versteht. Wir erstellen unsere Pläne basierend auf der Umgebung, in der wir leben, auf unseren früheren Erfahrungen, erworbenen Erkenntnissen, Erwartungen und Überzeugungen; und all das zusammen ergibt dann einen Plan. Llian R. Daset, Professorin für Psychologie an der Katholischen Universität von Uruguay, vergleicht dieses Vorgehen mit jenen Büchern, denen Seiten fehlen oder auch ganze Kapitel.

Doch ganz egal ob unvollständig oder nicht, dieser Plan ist die Achse unseres gesamten Lebens. Nun können wir reflektieren, ob sie sich nach unseren Vorstellungen oder im Winde dreht.

Ein sinnvolles Lebensprojekt schaffen

Zu erkennen, welche unsere Gründe zu leben sind und welche jene Elemente, die unseren Lebensimpuls erneuern, ist der Beginn eines sinnvollen Lebensprojektes. Über unsere eigenen Werte und Prinzipien nachzudenken, welche dazu führen, dass wir uns gut fühlen, und zu bestimmen, durch welche Vorgehensweise wir diese anwenden, ist der nächste Schritt.

Die Entdeckung eines Sinns in unserem Leben geht auch mit der Identifikation unserer Leidenschaften einher, die in uns verborgen sein mögen. Wenn wir eine Tätigkeit ausführen, die uns erfüllt, können wir herausfinden, was für uns selbst wichtig und essenziell ist.

Mann, der seine Hände über den Kopf hält

Das Lebensprojekt als eine Landkarte des Lebens

Wenn wir ein sinnvolles Projekt für unser Leben schaffen, repräsentiert dieses unsere Identität. Das bedeutet gleichzeitig, dass es wichtig ist, Entscheidungen zu treffen und uns für unsere persönliche Entwicklung zu engagieren. Die Bestimmung des eigenen Schicksals und das Ausschöpfen des maximalen Potenzials als Person ist das grundlegende Ziel, das in unserem Projekt des Lebens festgeschrieben wird.

Es ist wichtig, die eigene Geschichte, sowie die Erfahrungen, die wir bereits gemacht haben und all die Lehren, die wir erfahren durften, zu integrieren, da diese die Person, die wir in diesem Moment sind, prägen und ebenso dazu beitragen, die Gegenwart zu verstehen und uns auf die Zukunft vorzubereiten. Mit der eigenen Vergangenheit zu arbeiten ist daher eine hervorragende Möglichkeit, um Erlebtes in die richtige Perspektive zu rücken. 

Ebenso müssen wir an der Anerkennung unserer Stärken und Schwächen arbeiten. Unser soziales Umfeld, mit den dazugehörigen Möglichkeiten, sollten wir ebenso analysieren. Dies sind Ressourcen, die das Verständnis dafür erweitern, in welchen Bereichen wir Verbesserungen vornehmen und wo wir noch vermehrt Anstrengungen unternehmen müssen.

Auf der anderen Seite ist es von grundlegender Bedeutung, die persönliche Mission zu erkennen und zu verstehen, um ein Lebensprojekt realisieren zu können, bei dem es so viele Herausforderungen, oft aber auch Rückenwind, gibt. Darüber hinaus ist es entscheidend, eine gewisse Übereinstimmung zwischen dem, was wir denken, fühlen und tun, zu erreichen, damit uns die Dissonanz nicht quält. Ein Projekt für das eigene Leben zu haben, erleichtert uns eine Aufgabe: das Wesentliche von dem zu trennen, worauf wir leicht verzichten können.