Die bedeutendsten griechischen Philosophen - ein kurzer Überblick

Die griechischen Philosophen haben die westliche Denkweise maßgeblich geprägt und sind noch immer relevant.
Die bedeutendsten griechischen Philosophen - ein kurzer Überblick

Letzte Aktualisierung: 20. Oktober 2023

Die griechischen Philosophen machten sich Gedanken über den Ursprung aller Dinge und über den Sinn des Lebens, sie widmeten sich jedoch auch ethischen, politischen und theologischen Fragen und interessierten sich für Naturwissenschaften und Mathematik. Meister wie Sokrates, Platon und Aristoteles sind allen bekannt, denn sie prägen unsere Denkweise bis heute und laden uns mit ihrem Erbe zur Reflexion ein.

Ein in der Fachzeitschrift UIS Journal of Philosophy veröffentlichter Artikel erinnert uns daran, dass die Philosophen der Vergangenheit maßgeblich zu unserer Freiheit beigetragen haben. Wir stellen heute die wichtigsten griechischen Philosophen in einem kurzen Überblick vor.

Die bedeutendsten griechischen Philosophen

Die Geschichte der griechischen Philosophie begann rund 600 v. Chr. und umfasst einen Zeitraum von mehr als 1.100 Jahren, die im Allgemeinen in Vorsokratik, Klassik, Hellenismus und römische Zeit sowie Spätantike unterteilt werden.

Alle Philosophen, die vor Sokrates lebten, gehören zur vorsokratischen Epoche. Sokrates, Platon und Aristoteles zählen zu den Klassikern. Im Hellenismus erlangte die Alexandrinische Schule bedeutenden Einfluss. Zusätzlich zu den klassischen Ansätzen befassten sich die Philosophen mit Wegen für ein glückliches Leben. In der Spätantike herrschte die Philosophie der Innerlichkeit vor, die dem modernen Denken die Tür öffnet.

1. Thales von Milet (624 v. Chr. – 546 v. Chr.)

Thales, der 624 v. Chr. in der kleinasischen Stadt Milet zur Welt kam, gilt als Begründer der abendländischen Philosophie und Wissenschaft, denn er beschäftigte sich auch mit der Mathematik. Von seinen Handelsreisen nach Ägypten brachte er astronomische und mathematische Kenntnisse mit nach Griechenland. Er versuchte, rationale Erklärungen für Naturphänomene zu finden und wandte sich von mythischen und übernatürlichen Denkweisen ab.

Der wichtigste philosophische Beitrag von Thales von Milet: Er ging davon aus, dass Wasser der Ursprung aller Dinge sei und alles wieder zu Wasser werde. Auch wenn wir schon lange wissen, dass das falsch ist, legte Thales damit den Grundstein für das naturwissenschaftliche Denken. 

2. Heraklit von Ephesus (535 v. Chr. – 470 v. Chr.)

Heraklit gilt als einer der wichtigsten vorsokratischen Philosophen. Er wurde 535 v. Chr. in Ephesus, einer ionischen Stadt, geboren. Sein Hauptbeitrag zum philosophischen Denken ist das Konzept des Logos, das mit Wort, Vernunft oder Sprache übersetzt wird. Heraklit stellte sich eine sich ständig verändernde Welt (Panta rhei – alles fließt) vor, die vom Logos geprägt und beseelt wird. Damit widersprach er den Ansichten von Parmenides, der das Sein als unveränderlich und ewig betrachtete.

Heraklit unterscheidet zwischen wachenden und schlafenden Menschen, denn nur wenige erkennen den Logos und lassen sich nicht von ihren Sinnen täuschen. Doch nur die Wachenden erkennen die ewige Wahrheit.

Die Gedanken dieses griechischen Philosophen wurden in der Aufklärung und auch danach von Denkern wie Hegel, Schleiermacher und Nietzsche wieder aufgenommen. 

3. Demokrit von Abdera (460 v. Chr. – 360 v. Chr.)

Demokrit von Abdera gilt als der größte materialistische Philosoph des antiken Griechenlands. Er kam 460 v. Chr. in Abdera zur Welt und ging zusammen mit Leucippus als Begründer der Atomtheorie in die Geschichte ein.

Nicht ein Ding entsteht ohne Ursache, sondern alles entsteht aus irgendeinem Grund und mit Notwendigkeit.”

Demokrit

Demokrit ging von kleinen und unendlich vielen Atomen aus, die für die menschlichen Sinne nicht wahrnehmbar sind und schon immer existierten. Diese Teilchen bewegen sich in einem Vakuum, das Demokrit als “Leere” bezeichnete. Der griechische Philosoph war überzeugt davon, dass alle Atome aus derselben Ursubstanz geformt sind, sich jedoch in Form und Größe unterscheiden.

Epikur entwickelte diese Lehre im vierten Jahrhundert vor Christus weiter. Teile dieser Atomtheorie sind bis heute gültig. Die Erkenntnisse dieses antiken Philosophen bilden auch die Grundlage für Physiker wie Newton und Einstein.

4. Sokrates (469 v. Chr. – 399 v. Chr.)

Sokrates, der 469 v. Chr. in Alopeke zur Welt kam, nannte sich selbst “Philo-soph”, was wir mit “Freund der Weisheit” übersetzen können. Er gilt als Begründer der philosophischen Anthropologie, denn er konzentrierte sich vorwiegend auf moralische Fragen. Er entwickelte die Maieutik, eine philosophische Methode eines strukturierten Dialogs, um die Welt zu verstehen und ethische Grundsätze zu entwickeln. Seine Schlussfolgerungen bauen auf Rationalität und logische Analysen auf, mit denen er bezweckt, unvierselle Wahrheiten zu finden.

Der Einfluss von Sokrates auf die westliche Philosophie ist von größter Bedeutung. Im 16. Jahrhundert bezeichnete ihn Michel de Montaigne als “Meister aller Meister“.

5. Platon (427 v. Chr. – 347 v. Chr.)

Platon zählt zu den bekanntesten Schülern von Sokrates. Er kam 427 v. Chr. in Athen zur Welt und starb 347 v. Chr. Dieser griechische Denker befasste sich mit moralischen, politischen und erkenntnistheoretischen Fragen. Seine Ideenlehre geht von universellen, unvergänglichen und intelligiblen Ideen aus, die das Wesen der Dinge darstellen und deshalb allgemeingültig sind. Mit unserer subjektiven Wahrnehmung über die Sinne erschaffen wir uns jedoch eine individuelle Realität. Diese sogenannte Sinnenwelt ist unvollkommen und verzerrt.

Platon gründete die erste philosophische Lehrinstitution, die Akademia, in der er seine Lehren verbreitete.

Der Universalgelehrte befasste sich mit der Metaphysik und Erkenntnistheorie, jedoch auch mit anderen Bereichen wie Ethik, Kosmologie, Anthropologie oder Kunsttheorie und prägt noch heute unsere Weltanschauung.

6. Aristoteles (384 v. Chr. – 322 v. Chr.)

Aristoteles, der bekannteste Schüler Platons, kam 384 v. Chr. in Stagira zur Welt und starb 322 v. Chr. Der griechische Philosoph entfernte sich in seinen Lehren zunehmend von seinem bekannten Meister und dessen Ideenlehre: Für ihn war Wissen nur durch Sinneserfahrungen möglich. Aristoteles gilt als einer der ersten systematischen Erforscher der Wissenschaft als Ganzes, denn er befasste sich mit Themen wie Logik, Metaphysik, Ethik, Politik, Rhetorik, Physik und Biologie.

Es ging ihm vorwiegend darum, Zusammenhänge zu erkennen: Alle seine Erkenntnisse bauen auf Logik auf. Aristoteles hat das westliche Denken mit seinen Schriften maßgeblich beeinflusst. 

7. Epikur (342 v. Chr. – 270 v. Chr.)

Epikur wurde 342 v. Chr. in Samos, Griechenland, geboren. Er gilt als Begründer des Epikureismus, einer philosophischen Denkrichtung, die auf Glückseligkeit und ein zufriedenes Leben ausgerichtet war. Es handelt sich also um eine hedonistische Lehre. Allerdings war Epikur der Ansicht, dass nicht körperliche, sondern geistige Freuden die Grundlage eines glücklichen Lebens bilden.

Deshalb setzte sich dieser griechische Philosoph für ein maßvolles und selbstbeherrschtes Leben ein. Spuren dieser Denkweise können wir bei John Stuart Mill mit seiner utilitaristischen Philosophie finden.

Schlussbemerkung

Die griechischen Philosophen haben die westliche Denkweise maßgeblich geprägt und sind noch immer relevant. Es lohnt sich deshalb, uns mit ihren Lehren zu beschäftigen und uns darauf aufbauend mit Fragen über den Sinn des Lebens, über Ethik und Moral von unserem heutigen Standpunkt aus zu befassen.


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