Die Auswirkungen der Regel von den drei Stufen des Einflusses

· 4. November 2018

In den letzten Jahren wurde in erheblichem Umfang untersucht, wie sich Menschen gegenseitig beeinflussen. Aus den entsprechende Studien ist die Regel der drei Stufen des Einflusses hervorgegangen, eine sehr interessante Theorie, die uns auffordert, auf die Wirkung dessen zu achten, was wir sagen und tun.

Vor einiger Zeit entstand die Theorie der sechs Grade der Distanz. Darin heißt es, dass jeder Mensch über maximal sechs Ecken von den großen Gestalten der Menschheit getrennt sei. Mit anderen Worten, jeder von uns kennt jemanden, der seinerseits jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der Angela Merkel, Alexander Gerst oder den Dalai Lama kennt.

„Selbst die unbedeutendsten Menschen üben einen gewissen Einfluss auf die Welt aus.“

Louisa May Alcott

Die Regel der drei Stufen des Einflusses ist ähnlich, aber sie betrachtet zwischenmenschliche Beziehungen auf eine andere Weise und hat viel entscheidendere Auswirkungen auf unser Leben. Sie wurde 2010 von Nicholas Christakis und James Fowler formuliert. Sie zeigt, dass wir, egal wie weit wir voneinander entfernt sind, nie eine Insel sind.

Die Regel der drei Stufen des Einflusses

Christakis und Fowler zufolge könne die Regel der drei Stufen des Einflusses auf diese Weise ausgedrückt werden: Das, was wir sagen und tun beeinflusst das Denken und Verhalten unserer Freunde (erste Stufe), der Freunde unserer Freunde (zweite Stufe) und der Freunde der Freunde unserer Freunde (dritte Stufe).

Mit Fäden verbundene Streichhölzer

Nun, wie sind sie zu einem solchen Schluss gekommen? Im Jahr 2007 nahmen diese Forscher eine Studie über Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Angriff, die 1948 begonnen hatte. Diese Untersuchung wurde in der Stadt Framingham in den Vereinigten Staaten durchgeführt. Zwei Drittel der erwachsenen Bewohner nahmen daran teil, und dann kamen ihre Kinder und Enkelkinder hinzu.

Obige Studie verlangte von jedem Teilnehmer, eine Liste von Familie, Freunden, Nachbarn und Kollegen zu erstellen. Viele dieser Kontakte nahmen ebenfalls an der Untersuchung teil, da die Bevölkerungszahl dort gering ist. Diese Daten ermöglichten intensive Studien zum Netzwerk der Beziehungen zwischen den Teilnehmern.

Die Ergebnisse der Framingham-Studie

Nach der Auswertung der initial erhobenen Daten konnten 50.000 Beziehungen zwischen den Studienteilnehmern definiert werden. Daraufhin begannen die Forscher, Daten über den Lebensstil und die Lebensqualität der Teilnehmer zu sammeln und auszuwerten. Sie wollten wissen, ob Veränderungen bei einem der Mitglieder dieses sozialen Netzwerks irgendeinen Einfluss auf deren weitere Mitglieder hätten.

Einer der Punkte, die untersucht wurden, war das Körpergewicht, insbesondere die Tatsache, ob Fettleibigkeit vorlag oder nicht. Christakis und Fowler machten sich dann auf den Weg, festzustellen, ob zum Beispiel die Tatsache, dass jemand fettleibig wurde oder abnahm, sein soziales Netzwerk beeinflusste, sodass auch andere diese Entwicklung nahmen. Die Ergebnisse waren erstaunlich.

Drei Frauen in Kontakt als Symbol für die drei Stufen des Einflusses

Sie konnten feststellen, dass, wenn jemand fettleibig wurde, seine Freunde eine 45%ige Chance hatten, ebenfalls fettleibig zu werden. Im Gegenzug hätten die Freunde seiner Freunde ein Risiko von 20 %. Und die Freunde der Freunde seiner Freunde nur noch ein Risiko von 10 %. Über die dritte Stufe hinaus wurde kein Einfluss mehr beobachtet. Auf diese Weise wurde die Regel der dritten Stufe des Einflusses formuliert.

Körperliche und geistige Aspekte

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass etwas Ähnliches auch auf Verhaltensweisen, wie das Rauchen, zutraf. Die Regel der dritten Stufe des Einflusses wurde auch diesbezüglich erfüllt. Es galt in beiden Fällen, bei Adipositas und Rauchen, auch der gegenteilige Effekt: Wenn jemand im sozialen Netzwerk abnahm oder mit dem Rauchen aufhörte, beeinflusste auch das das Verhalten anderer.

Christakis und Fowler, neben einer Reihe anderer Forscher, haben festgestellt, dass all dies auch für Einstellungen und Emotionen gilt. Zum Beispiel neigen Menschen, die Freundschaften mit Menschen teilen, die sich einsam fühlen, dazu, sich auch einsam zu fühlen. Etwas Ähnliches geschieht mit Glück, kooperativem Verhalten, Konsumismus und vielem anderen mehr.

Zur Überraschung der Forscher wurde auch festgestellt, dass berühmte Persönlichkeit wenig bis gar keinen Einfluss auf das Verhalten der Menschen haben, die sich nicht in ihrem dreistufigen Umkreis bewegen. Wenn eine Berühmtheit beschließt, eine Diät zu beginnen, betrifft dies nicht ihre Fans. Andererseits, wenn es ein Freund ist, der genau das tut, mag das ansteckend sein.

Personen umschließen die Erde

Worauf läuft das hinaus? Hauptsächlich auf die Annahme, dass wir keine Inseln sein können. Dass alles, was wir sagen und tun, in irgendeiner Weise Auswirkungen auf andere hat. Dass, wenn wir Veränderungen wollen, der beste Weg, sie zu erreichen, darin besteht, bei uns selbst zu beginnen. Auf unmerkliche Weise tragen wir so dazu bei, diese zu verbreiten. Das kann schließlich zu den großen Veränderungen führen, nach denen sich so viele sehnen.