Der Gedanke "Es wird besser, sobald..." führt dich in eine Sackgasse

Wenn du dir langfristige Ziele setzt, solltest du den Weg nicht aus den Augen verlieren, sonst könntest du die Motivation verlieren.
Der Gedanke "Es wird besser, sobald..." führt dich in eine Sackgasse

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2022

Es besteht die Tendenz, sich langfristige Ziele als eine flache Straße vorzustellen, die immer in dieselbe Richtung führt. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein: Du stellst dir besser eine Achterbahn oder eine Bergkette vor, denn der Weg geht ständig auf und ab. Deshalb ist der Gedanke “Es wird besser, sobald…” eine Falle, die oft in einen schädlichen Kreislauf oder in eine Sackgasse führt.

Mit dieser Strategie versucht der Verstand, die Mühsal der Überwindung von Schwierigkeiten zu vereinfachen. Am Ende gibt es eine Belohnung, etwa eine Pause oder ein Erfolgsgefühl. Auf diese Weise erträgst du die Unannehmlichkeiten und strengst dich weiterhin an. Aber was passiert, wenn der Kreislauf nie endet? Wenn das endgültige Ziel noch weit entfernt ist, scheint es unmöglich, sich auszuruhen oder die kleinen Erfolge zu genießen.

“Es wird besser, sobald…”

Viele Menschen mit langfristigen Zielen geraten in diese Denkfalle: Sie glauben, dass alles besser wird, sobald sie das Ziel erreichen, doch was passiert auf dem (langen) Weg, den sie zuvor beschreiten müssen? Im Normalfall sind Etappenziele wichtig, um schließlich zum Endziel zu gelangen. Wenn wir uns jedoch nicht darüber bewusst sind, können wir auf dem Weg die Motivation und Befriedigung verlieren.

Dieser ganze Prozess führt zu Frustration, chronischem Stress und falschen Prioritäten.

Ein paar Beispiele für diese Gedankenwege sind:

Es wird besser, sobald ich…

  • einen Partner finde,
  • ein Kind habe,
  • meine Prüfungen bestehe,
  • ich in den Urlaub fahre…

Aber was passiert, wenn diese Zukunft nie eintrifft? Vielleicht erreichst du dieses Ziel nicht und gehst direkt zum nächsten über. Der Stress ist immer vorhanden und das Leben scheint nicht besser zu werden. Wenn du dich in dieser Situation befindest, haben wir einige Tipps, die dir helfen können.

Frau denkt: Es wird besser, sobald...

Wie du den Gedanken “Es wird besser, sobald…” stoppen kannst

Der bittere Nachgeschmack, der entsteht, wenn du in deinen Leistungen keine Befriedigung findest, da das Endziel noch weit entfernt ist, kann mit der Zeit zu Angststörungen oder Depressionen führen. Folgende Empfehlungen können in dieser Situation helfen.

Genieße die kleinen Erfolge

Du musst lernen, dich an den Teilzielen zu erfreuen, die auf dem Weg zu deinem Endziel erreichst. Du wirst dich so besser fühlen, die Motivation nicht verlieren und kannst auch mentale Pausen genießen. Du erfährst Befriedigung, da du Aufgaben erledigst, die dich deinem eigentlichen Ziel näherbringen und dich nicht davon ablenken. Damit kannst du einem Burnout vorbeugen und gleichzeitig dein Selbstwertgefühl stärken.

Beobachte dich selbst

Viele konzentrieren sich so sehr auf ihre Ziele, dass sie sich selbst aus den Augen verlieren. Wenn sich der Tunnelblick ausschließlich auf das Ziel richtet und du dich mit anderen vergleichst, die vielleicht erfolgreicher sind, fühlst du dich frustriert und glaubst, ein Versager zu sein.

Halte einen Moment inne und analysiere deine Vorstellungskraft. Welche Geschichten generiert dein Verstand über dich und andere? Helfen sie dir, voranzukommen, oder sind sie letztlich ein Hindernis? Ist das der einzige Weg, den du gehen kannst? Verliere nicht aus den Augen, wo du bist und wohin du gehst.

Genieße die Reise

Schon die Anstrengung, das Ziel zu erreichen, kann Zufriedenheit bringen. Das mag zunächst etwas seltsam klingen, aber denke an dieses Beispiel: Selbst wenn du nicht der beste Gitarrist in deiner Band wirst, solltest du dir bewusst sein, wie sehr du dich verbesserst und was du schon alles erreicht hast.

Die Selbstbeobachtung ist grundlegend, damit du dich verbessern kannst, wenn du vor schwierigen Herausforderungen stehst. Es geht darum, zu lernen, was genauso befriedigend und positiv ist, wie das Erreichen des Ziels. Außerdem schützt du dich so gleichzeitig vor Frust, falls du das Ziel nicht erreichst.

Frau denkt beim Spazieren: "Es wird besser, sobald..."

Werde nicht zu deinem Projekt

Sich selbst zu übertreffen, ist ein Ziel, das dir auf dem Weg helfen kann. Doch vergiss nicht, dass du nie perfekt sein wirst und allein dieser Gedanke Stress verursacht. Es gibt immer Verbesserungspotenzial, du solltest deine persönliche Entwicklung in die Gesamtheit deiner Prioritäten integrieren und keine absolute Perfektion anstreben.

Denk an jemanden, der eine Sucht überwindet. Würdest du ihm sagen, dass es seine Schuld ist, wenn er rückfällig wird, wenn ein geliebter Mensch stirbt? Würde ihm das helfen? Wahrscheinlich nicht. Wenn du also nicht vorankommst, denk daran, dass es wichtig ist, es weiter zu versuchen.

Konzentriere deine Bemühungen auf das Wesentliche

Es ist gut, gelegentlich innezuhalten und alle Aspekte des Prozesses zu betrachten, der zum Erfolg führt. Frage dich, was dich zurückhält, wie viel Zeit du mit deinen Lieben und Lieblingsaktivitäten verbringst oder woher deine Frustration kommt. Wenn du alles im Blick hast, kannst du deine geistigen und körperlichen Ressourcen auf die wichtigsten Dinge konzentrieren.

Vergiss nicht, dass wir uns alle immer wieder von dem Gedanken “Es wird besser, wenn…” fesseln lassen. In einer Gesellschaft, in der Menschen an ihren Leistungen und ihrer Produktivität gemessen werden, haben viele das Gefühl, die Zeit nicht ausreichend zu nutzen oder nicht erfolgreich genug zu sein.


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