Deine Vorstellungskraft hilft dir dabei, mit negativen Emotionen umzugehen

4. Januar 2018 en Emotionen 112 Geteilt
Verschleierte Frau

Emotionen sind uns von Natur aus zugehörig. Das bedeutet, dass wir nicht vor ihnen fliehen können, egal wie sehr wir es auch versuchen. Es ist normal, Zorn, Eifersucht, und Missgunst zu fühlen, obwohl wir erst im Laufe unseres Lebens verstehen, wie wir mit diesen negativen Emotionen umzugehen haben. Das große Problem ist, dass uns niemand beibringt, wie man dies macht. Doch mit der Hilfe unserer eigenen Vorstellungskraft können wir dieses Ziel erreichen.

„Die Vorstellungskraft erschafft die Realität.“

Richard Wagner 

Wir wissen, dass negative Gefühle nichts sind, mit dem man prahlt. Deswegen versuchen wir meist, sie zu unterdrücken und zu vertuschen. Doch das ist eine schlechte Idee, weil sie am Ende so oder so herauskommen. Obwohl du dir nicht aussuchen kannst, welche Emotion du fühlen möchtest, kannst du wählen, was du mit deinen Emotionen machst.

Emotionen sind Züge, die ankommen und abfahren

Was machen Züge? Bleiben sie am selben Ort stehen? Nein, sie bewegen sich. Sie kommen an und fahren ab. Oft wird uns gesagt, dass wir uns vorstellen sollen, dass unser Leben wie eine Reise im Zug sei. Menschen steigen ein, und manche bleiben, während andere an den nächsten Stationen aussteigen. Nutze nun deine Vorstellungskraft, um dir einen solchen Zug vorzustellen. Doch statt Menschen befördert dein Zug negative Emotionen.

Zug fährt über eine Brücke

Manchmal fühlt es sich an, als ob du nicht in der Lage seist, dich von deinem Zorn zu lösen. Er klebt scheinbar an dir fest. Doch was eigentlich passiert, ist, dass du ihn nicht gehen lässt. Du erlaubst ihm, zu bleiben. Du musst anfangen, auf ihn zu schauen, als ob er sich in einem Zug befände, der in ein paar Minuten oder einer Stunde, an der nächsten Weiche, eine andere Route einschlagen wird.

Es könnte dir schwerfallen, dir deine Emotionen wie einen Zug vorzustellen. Oder vielleicht denkst du, dass es nicht möglich sei, dir so zu helfen. Du könntest dir nicht darüber bewusst sein, dass dein Verstand die schärfste Waffe ist, die du hast. Wenn du glaubst, dass etwas möglich ist, dann ist es auch so. Und wenn du nicht daran glaubst, dann wird auch dies zur Realität.

Alles, was du von dir selbst annimmst, wird wahr.

Beantworte folgende Frage: Warum machen dir deine positiven Emotionen keine Sorgen? Wenn sie es nicht tun, sollten es deine negativen auch nicht tun. Das Problem ist, dass den negativen Emotionen zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, weil sie sich schlecht anfühlen. Lass sie nicht wichtiger werden, als sie es sind. Fokussiere dich nicht auf sie. Auf diese Weise wird der Zug in der Lage sein, abzufahren und die negativen Emotionen mitnehmen.

Charakterisiere deine Emotionen

Manchmal unterdrücken wir unsere Emotionen so sehr, dass wir vor ihnen wegrennen und sie ignorieren, obwohl sie noch da sind. Gib deinen Emotionen deshalb eine physische Gestalt, die greifbarer ist als das abstrakte Gefühl. Lass deiner Vorstellungskraft freien Lauf, und stell dir deine Eifersucht oder deinen Zorn in deiner Hand vor. Versuche, dir vorzustellen, wie viel die Emotion wiegt, welche Farbe sie hat, ob sie groß oder klein ist. Schließlich ist das, was du tust, die Emotion zu charakterisieren, analysieren und zu beobachten. Dies kann eine hilfreiche Technik für Kinder und Erwachsene sein.

Frau zupft an Mädchen mit Schmetterlingsflügeln

Sie wird dir erlauben, effektiver mit deinen Emotionen umzugehen. Statt sie zu ignorieren, beschreibst du sie und kannst sie bewältigen. Sagen wir, du stellst sie dir sehr groß, dunkel und schwer vor. Dies lässt dich darüber reflektieren, ob sie wirklich so sind oder ob du vielleicht aus einem Maulwurfhügel einen Berg machst.

„Wir machen Fehler, wenn Emotionen in uns eindringen, und uns zu einem schlechten Verhalten führen.“

Dalai Lama

Denke daran, selbst wenn du sie ignorierst, sind deine Gefühle noch immer da. Sie gehen nicht weg, und wenn du Probleme nicht löst, werden sie dich verzehren.

Wenn sie dir Angst machen, mach sie lächerlich

Negative Emotionen machen uns Angst. Wenn du die zuvor beschriebene Technik anwendest, wirst du vielleicht einem schrecklichen Monster gegenüberstehen, der die Wut personifiziert, die du in dir spürst. Oder vielleicht ist es ein großer dunkler Schatten, der den Umriss der Eifersucht zeichnet. Was auch immer es ist, wenn du dich von der Emotion befreien möchtest, musst du der Angst, die du verspürst, entgegenwirken.

Um zur beschriebenen Technik zurückzukommen, wenn du die Emotion in deinen Händen hast, wird sie nicht überleben, wenn du sie lächerlich machst. Stell dir vor, wie das schreckliche Monster eine lächerliche Stimme annimmt, oder wie der dunkle Schatten eine schreckliche Kleid-Hut-Kombination trägt. Dies wird dich zum Lachen bringen. Und ob du es glaubst oder nicht, wird dir das dabei helfen, diese negativen Emotionen durch das Loch, das du für sie geöffnet hast, fließen und verschwinden zu lassen.

Mädchen, das sich etwas vorstellt

Du kannst nicht vor negativen Emotionen fliehen, doch du kannst freilassen. Du kannst aufhören, sie weiter zu ernähren und nicht länger größer werden lassen. Wenn du dich zu sehr auf den Zorn fokussierst, wirst du am Ende vielleicht etwas tun, das du später bereuen wirst.

Es gibt nichts Kraftvolleres als die Vorstellungskraft.

Diese Techniken könnten wie eine lächerliche Weise erscheinen, um mit deinen Emotionen umzugehen. Doch sie werden dir definitiv mehr als einmal helfen. Denke nicht daran, wie albern sie erscheinen – sichere dir den Spott für deine negativen Emotionen. Wenn du so darüber denkst, wirst du dazu in der Lage sein, dich vom Gewicht der Negativität und schlechten Gedanken freizumachen. Deine Vorstellungskraft ist stärker als du denkst.

Auch interessant