Dein Kind folgt deinem Beispiel, nicht deinem Rat

31. Juli 2016 en Psychologie 23 Geteilt
Dein Kind folgt deinem Beispiel - Mutter und Tochter in Frühlingskulisse

Die Aufgabe, eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein, ist eine der kompliziertesten, die du in deinem Leben zu bewältigen hast. Als Elternteil hast du den größten Einfluss auf die Entwicklung deines Kindes. Und dabei bedenke Folgendes: Die meisten Kinder hören, was ihre Eltern sagen, manche tun sogar, was sie sagen, aber alle Kinder tun, was ihre Eltern tun. Dein Kind folgt deinem Beispiel, nicht deinem Rat. Ein Kind bringt Lebensglück, erfordert aber ebenso stetigen Einsatz.

In der Tat wirst du bemerken, dass dein Kind schon sehr früh anfängt, dein Verhalten zu imitieren, und sogar Verhaltensweisen an dir kommentiert, derer du dir noch nicht einmal bewusst warst. Eltern sein bedeutet, ein Vorbild für das Kind zu sein, sodass dieses die Werte verinnerlicht, die wir ihm vermitteln wollen.

Mutter und Tochter schauen in die Ferne

Lernprozesse in Kindheit und Jugend

Kindheit und Jugend bringen gehen sowohl für das Kind als auch für die Eltern mit vielen Herausforderungen einher. Sie sind die Lebensabschnitte, in denen der Nachwuchs Teil der Familie wird, deren Gepflogenheiten und Kultur kennenlernt und eigene Werte und Prinzipien formt. Neben der Erziehung durch Eltern prägen aber auch zahlreiche weitere Faktoren die Welt des Kindes, des Jugendlichen: Freunde, Schule, Lehrer usw. Das Kind wird daher auch Verhaltensweisen annehmen, die es in seinem sozialen Umfeld sieht. Es wird sich am Beispiel anderer ebenso orientieren wie an dem der Eltern, vor allem dann, wenn es zunehmend die Welt außerhalb des eigenen Zuhauses entdeckt.

Worte überzeugen, aber Vorbilder beeinflussen. Macht euch keine Sorgen, dass eure Kinder nicht zuhören, sie beobachten euch den ganzen Tag.“

Heilige Mutter Teresa von Kalkutta

Kinder merken alles. Daher muss auf alles, was du sagst, eine entsprechende Handlung folgen: Wenn du zu etwas Bestimmtem rätst, aber dann nicht dementsprechend handelst, wird dein Kind dem, was du tust, mehr Aufmerksamkeit schenken als dem, was du sagst.

Bei mangelnder Konsequenz deinerseits wirst du Zeiten erleben, in denen dein Kind dir vorhält, dass du deinen Worten keine Taten folgen ließest oder kein gutes Vorbild wärst. Das wird dir dabei helfen, deine eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten zu erkennen.

Beständigkeit ist unentbehrlich in der Erziehung eines Kindes: Wenn es erkennt, dass das, was es hört und sieht, zueinander passt, wird sich seine Persönlichkeit diese Kongruenz widerspiegeln.

Wie man mit gutem Beispiel vorangeht

Drei Frauen unterschiedlichen Alters liegen mit den Köpfen zusammen

Wir haben bereits erwähnt, dass die Erziehung eines Kindes eine sehr komplexe Aufgabe ist. Es mag für dich erschreckend klingen, dass du ab dem Tag der Geburt deines Kindes nun rund im die Uhr im Fokus seiner Aufmerksamkeit stehst und alles, was du tust, seinem Urteil unterliegt. Die folgenden Richtlinien können dir bei der Erziehung des Kindes helfen und vereinfachen diese Mammutaufgabe vielleicht etwas:

  • Zunächst ist es wichtig, sich die tägliche Routine zunutze zu machen: Sich begrüßen, geordnete Abläufe, gemeinsam am Tisch sitzen, abends den Tag Revue passieren lassen – all das kann helfen, das Verantwortungsbewusstsein deines Kindes zu stärken.
  • Kommunikation ist eine tragende Säule der Eltern-Kind-Beziehung. Nutze Mimik, Gesten und Worte weise, um dich und dein Kind besser kennenzulernen.
  • Wichtig sind auch Regeln und Grenzen: Sie müssen klar und deutlich formuliert und dem Kind verständlich sein. Es ist gut, wenn dein Kind versteht, dass du es bedingungslos liebst, aber dass es dennoch bestimmte Verhaltensregeln befolgen muss. Gib ihm Zuneigung, aber zeige ihm auch, dass du es ernst meinst.
  • Vergiss nicht, dass jeder Fehler macht und auch du das Recht dazu hast: Dein Kind muss auch lernen, dass Menschen nicht fehlerfrei handeln, auch seine eigenen Eltern nicht. Wenn wir unsere Fehler erkennen und zeigen, dass wir aus ihnen lernen können, werden unsere Kinder verstehen, dass sie zur Lebenserfahrung werden.

„Lebe so, dass deine Kinder bei den Worten Anstand und Rechtschaffenheit gleich an dich denken.“

H. Jackson Brown

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