„Das machst du gut“ - ein Satz, den wir manchmal einfach hören müssen

07 April, 2018

Das machst du gut – ganz egal, was andere wegen der von dir getroffenen Entscheidungen, wegen dem, was du hinter dir gelassen hast und wegen deiner Art und Weise, die Dinge mit deiner Leidenschaft, deinem Stil und deinem Charisma zu tun, über dich sagen oder denken. Alles wird gut. Auch wenn du manchmal Zweifel hast, solltest du verstehen, dass das Leben ein Prozess ist. Und wenn du fest an dich glaubst, wird dein Lebensweg harmonisch und friedvoll verlaufen.

Manchmal wünschen wir uns, diese Art von Überlegungen aus dem Mund von jemand anderem zu hören, und teilweise brauchen wir das auch. So etwas hören zu wollen, bedeutet keinesfalls, dass wir von einer anderen Person wertgeschätzt werden müssen oder dass wir an uns selbst zweifeln. Hin und wieder ist eine Anerkennung, eine einfache positive Bestärkung im richtigen und angemessenen Moment wie Balsam für unsere Seele und ein wichtiger Motivationsschub.

Der Satz „Das machst du gut“  ist beispielsweise im persönlichen Universum eines Kindes enorm wichtig. Ein Lob ist in Wahrheit viel mehr als nur eine simple Bestärkung im Sinne einer wirkungsvollen Konditionierung. Lobend ermutigen wir ein Kind dazu, weiterzumachen und nicht aufzugeben, während wir sein Selbstwertgefühl, sein Selbstvertrauen und seine Selbstsicherheit stärken. Dieser Ausdruck wirkt daher mehr auf den Prozess als auf das akute Ergebnis.

„Wenn du eine helfende Hand brauchst, solltest du daran denken, dass ich zwei besitze.“

Sankt Augustin

Nicht nur in der Kindheit benötigen wir ab und an diese positiven Interaktionen, sondern auch im Erwachsenenalter. Wir brauchen einerseits diese persönliche Anerkennung und andererseits diese Unterstützung. Zum Beispiel braucht sie eine Mutter oder ein Vater, die/der Tag für Tag die komplizierte Aufgabe hat, sich um die Erziehung des Kindes zu kümmern. Auch braucht sie jemand, der sich zu einem gegebenen Zeitpunkt dafür entscheidet, sein Leben zu ändern. Für ihn ist es sehr hilfreich, wenn eine ihm nahestehende Person nicht zögert, ihm zu sagen, dass er die richtige Entscheidung treffe und dass dieser Schritt ein sehr mutiger Schritt von ihm sei.

Frau läuft mit Koffer einen Weg entlang

Die verschiedenen Arten der persönlichen Unterstützung, die wir tagtäglich erfahren können

Die meisten von uns laufen bereits in den Schuhen von Erwachsenen. Sie passen uns perfekt und wir fühlen uns leichter denn je, auch wenn unsere Sohlen von den vielen Wegen, von den vielen Steinen und Pfützen, denen wir auf unserem Lebensweg bisher begegnet sind, schon etwas abgelaufen sind. Doch auf dieser Reise, auf der uns noch unzählige Erfahrungen erwarten, gibt es einen Aspekt, der uns nach wie vor beeinflusst: Zweifellos ist die Rede von der Unterstützung, der Beachtung und Nähe, die wir durch unsere Liebsten erfahren.

Wir könnten sagen, dass uns nicht kümmere, was andere sagen – sei es Lob oder Kritik -, dass wir in unserer persönlichen Entwicklung an einen Punkt gekommen seien, an dem die Worte anderer wie abgestandene Luft seien, die manchmal einen ungelüfteten Raum einnehmen, wo wir das Fenster öffnen müssen, um wieder tief ein- und ausatmen zu können. Doch so sehr wir uns das auch wünschen, ist das nicht immer der Fall. Was uns unsere Eltern oder Geschwister sagen, tut gut und hin und wieder auch weh. Kommentare von Freunden und unserem Partner machen uns sehr wohl etwas aus.

Daher sind wir so dankbar, manchmal ein „Das machst du gut“  zu hören. Es bekräftigt uns in dem Gedanken, dass es in dieser Beziehung, in dieser Verbindung noch mehr gibt. Deshalb sind wir uns sicher, dass wir im Laufe unseres Lebens auf diese drei Arten der persönlichen Unterstützung stoßen, die wir nun langsam entwickeln.

Hände umschließen sich umgeben von Blumen

Menschen, die uns ermutigen – Menschen, die uns das Leben schwermachen – Menschen, die uns helfen

Niall Bolger ist Forscher in der Abteilung für Psychologie an der Columbia University (New York, USA) und Experte auf dem Gebiet der zwischenmenschlichen Beziehungen und deren Auswirkungen auf unser psychisches Wohlbefinden. In einer seiner Arbeiten zeigte er, dass die Art und Weise, in der unser engster Kreis uns Hilfe oder Unterstützung zukommen lässt, auf drei Arten von Dynamiken basieren kann:

  • Menschen, die uns ermutigen: Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass ein Mensch, der uns „ermutigt“, uns nicht unterstützt. Wer andere ermutigt, möchte ihm vor allem sagen, wie er gemäß seinen Wünschen, Vorstellungen oder Werten die Sachen gut machen kann. Das sind Freunde, Familienmitglieder oder der Partner, der weder unsere Sichtweisen versteht noch unsere Wünsche oder Entscheidungen akzeptiert, sondern uns ermutigt, damit wir seinem persönlichen Universum entsprechen.
  • Menschen, die uns das Leben schwermachen: Eine weitere Art von Interaktion bzw. Verbindung beschreibt die zu einem Menschen, der uns immer davon überzeugen möchte, dass er nur das Beste für uns wolle, aber uns gleichzeitig durch sein Verhalten Steine in den Weg legt. Dazu sagt er bei jeder Gelegenheit: „Das machst du gut, aber du solltest daran denken, dass du dich in der Vergangenheit schon einmal geirrt hast und es sehr wahrscheinlich ist, dass du diesen Fehler wieder begehen wirst“ oder „Versteh mich doch! Da ich dich liebe und schätze, denke ich, dass es besser sei, dass du nicht länger mit dieser Person zusammenbleibst“ usw.
  • Menschen, die uns helfen: Dr. Bolge, der für diese Studie verantwortlich ist, definierte eine dritte Art von Beziehung, die für ihn außerdem die wichtigste überhaupt ist. Dabei geht es um Menschen, die nicht nur die angeborene Fähigkeit besitzen, genau im richtigen Moment das Richtige zu sagen, sondern die auch eine „unsichtbare Stütze“ für uns sind. Damit ist gemeint, dass wir hin und wieder diesen Menschen nicht direkt in unserer Nähe brauchen, um zu wissen, dass wir von ihm unterstützt werden, er sich für uns interessiert und uns liebt.

Die beste Unterstützung von allen ist aus diesem Grund eine Unterstützung, bei der wir „sein können“ und bei der wir darüber hinaus zu jeder Zeit das Gefühl haben, dass jemand für uns da ist, der uns Sicherheit und Hilfe anbietet.

Frau mit geschlossenen Augen und Blumen

Das machst du gut, weil…

Wir wissen, dass diese verbalen und emotionalen Bestärkungen durch unsere Liebsten sehr oft nützlich sind. Sie helfen uns, voranzukommen. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass wir uns auch selbst ermutigen, uns selbst schätzen, uns mit Motivation und angemessenen emotionalen Streicheleinheiten voranbringen sollten, um diese Lebensenergie zu finden, mit der wir den Alltag bezwingen können.

Daher ist es immer angebracht, über diese Sätze nachzudenken und sie zu verinnerlichen:

  • Das machst du gut, weil du es schließlich schaffst, in Harmonie mit deinem Wesen, mit deinen Werten und Bedürfnissen zu leben. Es spielt keine Rolle, dass sie manchmal erschüttert werden, denn das ist der Preis dafür, sich selbst treu zu sein.
  • Das machst du gut, weil jeder Tag ein kleiner Sieg ist, weil du etwas Neues erreichst, etwas, das dich bereichert.
  • Das machst du gut, weil du Sachen, Menschen und eigene Dynamiken zurückgelassen hast, die dich verletzen und dir weder Gleichgewicht noch Glück bringen.
  • Das machst du gut, weil es im Leben darum geht, etwas zu wagen, sich zu bewegen und nicht aufzugeben. Das Glück ist ein Prozess und du bist auf dem richtigen Weg, denn es ist der Weg, den du gewählt hast.

Wir sollten diesen gewissen mentalen Fokus in die Praxis umsetzen. Am Ende des Tages kostet es ja nichts und wir können dadurch viel erreichen.