Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom: Was ist das?

Cannabinoid-Hyperemesis ist ein Gesundheitsproblem, das chronische Cannabiskonsumenten betreffen kann. In diesem Artikel erklären wir die Symptome und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.
Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom: Was ist das?

Letzte Aktualisierung: 20. Oktober 2021

Cannabinoid-Hyperemesis ist ein seltenes Syndrom, das bei regelmäßigen Cannabiskonsumenten auftritt. Es wurde erstmals 2004 von Allen et al. beschrieben und ist durch wiederkehrende Episoden von Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen gekennzeichnet.

Das Erbrechen dauert in der Regel 2 bis 4 Tage und spricht nicht auf die übliche Behandlung mit Antiemetika an. Heiße Bäder hingegen lindern bei den meisten Patienten die Symptome. Diese verschwinden jedoch nur dann vollständig, wenn der Cannabiskonsum eingestellt wird.

Da das Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom eine sehr seltene Erkrankung ist, dauert es oft sehr lange, bis die Betroffenen die richtige Diagnose erhalten. Schätzungsweise dauert es im Durchschnitt 6,1 Jahre vom Auftreten der Symptome bis zur korrekten Diagnose.

Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom: Ursachen

Cannabis enthält verschiedene Substanzen in seiner chemischen Zusammensetzung. Eine der bekanntesten ist Tetrahydrocannabinol, auch bekannt als THC, das hauptsächlich für die psychoaktiven Effekte der Droge verantwortlich ist. THC wirkt, indem es die neuronalen Rezeptoren im Gehirn verändert. Außerdem wirkt es sich auch auf andere Körpersysteme aus, wie z.B. das Kreislauf- und Atmungssystem, obwohl das nicht die einzigen sind.

Kurzfristig wirkt der THC-Konsum auf das Verdauungssystem und kann zu Mundtrockenheit und gesteigertem Appetit führen. Der Konsum hilft, Übelkeit und Erbrechen zu verhindern, die zum Beispiel bei vielen Patienten auftreten, die sich einer Chemotherapie unterziehen.

Allerdings kann der fortgesetzte Konsum von Cannabis dazu führen, dass bestimmte Rezeptoren im Gehirn nicht mehr in der gleichen Weise auf die Droge reagieren. Es könnte also sein, dass eine Überbeanspruchung genau den gegenteiligen Effekt verursacht, obwohl dies nur eine Hypothese ist.

Da es sich um ein so seltenes und wenig erforschtes Syndrom handelt, kennen die Forscher die genaue Ätiologie und Pathophysiologie nicht. Daher gibt es immer noch keine konkrete Antwort darauf, warum die Cannabinoid-Hyperemesis bei manchen Konsumenten auftritt und bei anderen nicht.

Mann mit Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom

Hauptsymptome der Cannabinoid-Hyperemesis

Die Cannabinoid-Hyperemesis äußert sich in jeder Phase unterschiedlich. Wir können eine erste Phase beschreiben, die als Prodromalphase bezeichnet wird und in der die Betroffenen unter morgendlicher Übelkeit und Bauchschmerzen leiden. Diese Phase kann Monate und Jahre dauern.

Die zweite, akutere Phase, die oft einen Krankenhausaufenthalt erfordert, ist die hyperemetische Phase. Sie ist durch die folgenden Symptome gekennzeichnet:

  • Ständige Übelkeit
  • Wiederholtes Erbrechen
  • Unwohlsein und Schmerzen im Unterleib
  • Reduzierte Nahrungsaufnahme
  • Gewichtsverlust
  • Dehydrierung

In der dritten Phase, der sogenannten Erholungsphase, verschwinden die akuten Symptome und die Person kehrt allmählich zu ihrem Gewicht zurück. Wenn die Person jedoch den Cannabiskonsum wieder aufnimmt, kehren die Symptome der hyperämischen Phase meist zurück.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die wirksamste Behandlung, um die Symptome der Cannabinoid-Hyperemesis zu reduzieren, ist die Einstellung des Cannabiskonsums. Dennoch kann es sein, dass die Person aufgrund der Schwere der Symptome, insbesondere in der hyperämischen Phase, ins Krankenhaus eingewiesen werden muss. Die am häufigsten angewandten Behandlungen sind die folgenden:

  • Wiederholte heiße Duschen oder Bäder über den Tag verteilt
  • Antiemetika, um das Erbrechen zu reduzieren
  • Analgetika zur Schmerzlinderung
  • intravenöse Flüssigkeitszufuhr
  • Protonenpumpenhemmer zur Verringerung von Magenentzündungen
  • Verabreichung von Benzodiazepinen
  • Haloperidol hat gute Ergebnisse gezeigt.
  • Auftragen einer topischen Salbe auf Capsaicin-Basis auf den Oberkörper
  • Initiierung eines Cannabis-Rehabilitationsprogramms
Cannabinoid-Hyperemesis Behandlung

Was kann man tun, um eine Cannabinoid-Hyperemesis zu verhindern?

Die beste Vorbeugung für dieses Syndrom ist, wie oben erwähnt, keine cannabishaltigen Substanzen zu konsumieren. Nur wenn du den Konsum ganz vermeidest, ist in den meisten Fällen eine optimale Vorbeugung oder Heilung der Symptome möglich.

Das Problem ist, dass der fortgesetzte Cannabiskonsum die Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigt und die Betroffenen aufgrund ihrer Abhängigkeit weiterhin Cannabis konsumieren. Das bedeutet, dass die Symptome in vielen Fällen chronisch werden.

Die schädlichen Auswirkungen des Cannabiskonsums werden seit Jahrzehnten eingehend untersucht. Die Schwierigkeit, Entscheidungen zu treffen, ist nur ein Beispiel. Aber auch kognitive Beeinträchtigungen, verminderte Leistungsfähigkeit, Impulsivität oder die Neigung, eine psychotische Störung zu entwickeln, gehören zu den zahlreichen Nebenwirkungen des Cannabiskonsums.

Aus diesem Grund und um Komplikationen zu vermeiden, ist es am besten, den Konsum zu vermeiden. Das hilft nicht nur, die meisten Symptome zu lindern, sondern verbessert auch andere wichtige Aspekte deiner Gesundheit. Wenn du Schwierigkeiten hast, mit dem Cannabiskonsum aufzuhören, ist es eine gute Option, einen Suchtexperten zu konsultieren, der dich bei der Wahl des besten Rehabilitationsprogramms unterstützt.

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