Boreout-Syndrom – Das totale Gegenteil vom Burnout

· 21. August 2018

Die Arbeitswelt kann manchmal sehr giftig sein. Es stimmt, dass ein Job heutzutage als Privileg betrachtet wird, aber das bedeutet nicht, dass wir von allen Problemen befreit wären, wenn wir Arbeit haben. Es gibt eine Reihe von arbeitsbedingten Erkrankungen, die zu Unzufriedenheit und Ängsten, gar zu Depressionen führen können. Eine davon ist das Boreout-Syndrom, das Gegenteil des Burnout-Syndroms.

Das Burnout-Syndrom hat mit Überarbeitung zu tun. Wir finden es bei Arbeitern, die unter hohem Druck und emotionalem Stress leiden. Sie sind einer mentalen Erschöpfung ausgesetzt, was wiederum Angst und Panik hervorruft. Das Boreout-Syndrom dagegen basiert auf dem Gefühl der Langeweile, das durch mangelnde Erwartungen am Arbeitsplatz verursacht wird. Dieses Konzept wurde 2007 von Philippe Rothlin und Peter R. Werder erstmalig definiert.

„Eine Belohnung für gute Arbeit bietet die Möglichkeit, mehr zu tun.“

Edward Salk

Was ist das Boreout-Syndrom?

Das Boreout-Syndrom ist ein Phänomen, das auf den ersten Blick völlig harmlos erscheinen mag. So wenig Arbeit oder so wenig Verantwortung zu haben, dass wir nicht wissen, was wir den Rest der Zeit tun sollen, ist schließlich, was sich viele von uns wünschen, nicht wahr? Wenn Menschen keine Freude an ihrer Arbeit haben oder unter dem Burnout-Syndrom leiden, träumen sie von langen Pausen während des Arbeitstages …

Was bei dieser Schwarz-Weiß-Malerei jedoch nicht berücksichtigt wird, ist, dass sich diese Situation negativ auf diejenigen auswirkt, die sie erleben. Das Fehlen von Zielen, Desinteresse und Frustration machen sich bald bemerkbar und verursachen langfristig Apathie und Konzentrationsprobleme sowie Depressionen.

Gelangweilte Frau bei der Arbeit

Dieses chronische Gefühl entsteht durch mangelnde Planung, das Horten interessantester Aufgaben durch andere, Überqualifikation oder Einschränkungen bei der Innovation. Viele Fachleute haben das Gefühl, dass ihre Arbeit von ihren Vorgesetzten nicht anerkannt oder geschätzt würde. Das lässt sie schlussfolgern, dass sich, egal wie sehr sie sich auch bemühen, nichts an ihrem Job ändern werde. Umgekehrt kann eine mangelnde Ausbildung ebenfalls einen nachteiligen Einfluss haben – auch diese Menschen fühlen sich am Ende nutzlos und erledigen ihre Arbeit schließlich nicht mehr nach bestem Wissen und Gewissen.

Auch Jobs mit monotonen Aufgaben fördern solche Situationen, wie z. B. die Tätigkeit an Produktions- oder Montagelinien. Die gleiche Arbeit stundenlang zu machen, ohne jegliche Abwechslung, ist nicht nur langweilig, sondern auch kontraproduktiv.

Wie kann man das Boreout-Syndrom verhindern?

Das Boreout-Syndrom kann verhindert werden, wenn die Unternehmen entsprechende Maßnahmen ergreifen. Die psychische Gesundheit der Mitarbeiter ist für das Erreichen der Unternehmensziele unerlässlich. Ihre Bedürfnisse zu ignorieren, sie zu unterschätzen und nicht auf ihre Vorschläge zu achten, wird das Arbeitsumfeld verschlechtern.

Es gibt mehrere Bereiche, die ausreichend beachtet werden müssen. Die Arbeitgeber sollten sich auf diese Bereiche konzentrieren, sie studieren und Lösungen erarbeiten. Ja, sie müssen sich beteiligen! Dies ist absolut notwendig, um dieser psychischen Störung ein Ende zu setzen.

Aktivitäten außerhalb der Arbeitszeit

Jeder sollte lernen, sein Arbeitsleben von seinem Privatleben zu trennen. Am Ende des Tages müssen wir uns lossagen von den beruflichen Verpflichtungen und Aktivitäten durchführen, die uns gefallen und uns motivieren. Sport treiben, ins Theater gehen oder Freunde treffen sind empfehlenswerte Optionen. Lesen ist auch ein sehr guter Zeitvertreib, da es uns erlaubt, von der Realität abzuschalten. Wir sind Menschen und wir brauchen Freude. Probiere es aus, dich gesund zu halten, und greife nicht auf schädliche Alternativen wie Alkohol oder Drogen zurück.

Boreout-Syndrom bei einem Mann vor dem Rechner

Erstelle eine Liste deiner Ziele

Eine Liste mit kurz- und langfristigen Zielen ist immer nützlich. Denke an alles, was du in kurzer Zeit erreichen willst, und schau dir dann deine langfristigen Ziele an. Nachdenken, Kontakte knüpfen und die notwendigen Entscheidungen treffen, um dorthin zu gelangen, wo du hinwillst, bringen dich nicht nur deinen Zielen näher, sondern erhalten auch deine Motivation.

Einige deiner Ziele sind vielleicht nur schwer zu erreichen, andere aber nicht. Anstrengung und Ausdauer gehen immer Hand in Hand mit Glück. Versuche, bereit zu sein, wenn das Glück kommt.

Rede mit deinen Vorgesetzten

Wenn du siehst, dass deine Vorgesetzten sich der Situation nicht bewusst sind, solltest du mit ihnen darüber reden. Wenn du ihnen deinen Standpunkt erklärst, werden sie dir vielleicht zuhören und Änderungen einleiten. Versuche, freundlich und nicht allzu fordernd aufzutreten und die Dinge ruhig zu erklären.

Im schlimmsten Fall bleibt alles beim Alten, aber zumindest weißt du dann, dass du es versucht hast. Das ist besser, als nichts zu tun, weil du Angst davor hast, was deine Chefs zu dir sagen könnten. Habe den Mut, für deine Rechte als Arbeiter einzutreten.

Und was tun, wenn es zu spät ist?

Wenn du das Gefühl hast, dass du Hilfe brauchst, sprich mit einem Spezialisten. Psychologen und Psychiater sind auf die Erhaltung deiner geistigen und emotionalen Gesundheit geschult. Sie helfen dir dabei, Entspannungstechniken zu erlernen, um deine Probleme zu reflektieren und Lösungen zu finden.

Du solltest keine Angst haben, um Hilfe zu bitten.