Behandlung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

Hast du dich schon einmal gefragt, welche Behandlungsoptionen es bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) gibt? In unserem heutigen Artikel wirst du mehr darüber erfahren. Lies einfach weiter!
Behandlung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

Letzte Aktualisierung: 24. April 2021

Es gibt eine Behandlung für die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Das Hauptmerkmal dieser Erkrankung ist ein Repertoire an nicht adaptiven Verhaltensweisen in Situationen, die Frustration und Unbehagen erzeugen. Das maladaptive Verhalten steht im Zusammenhang mit zu hohen Erwartungen, die unangenehm werden, wenn sie nicht erfüllt werden.

Dichotomes Denken ist bei Menschen mit dieser Störung häufig anzutreffen und bedingt ihre Beziehungen und ihre Wahrnehmung der Welt. Ebenso erklärt es ihre starren Verhaltensweisen und schränkt ihren emotionalen, beruflichen und sozialen Bereich ein.

Es stimmt, dass auch emotional stabile Menschen in einer Situation, die Unbehagen erzeugt, unangemessen reagieren können. Der Unterschied zwischen Menschen mit optimaler emotionaler Stabilität und Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) besteht darin, dass erstere in der Regel wissen, wie weit sie sich von Emotionen “mitreißen lassen” können. Bei letzteren ist die Reaktivität auf das Unbehagen meist größer und sie neigen zu riskanten Verhaltensweisen.

Behandlung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) - Frau

Merkmale einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

Diese Störung fällt unter die Kategorie von Cluster B der Persönlichkeitsstörungen im DSM-5. Ihr Hauptmerkmal ist ein Muster emotionaler Instabilität, das sich in zwischenmenschlichen Beziehungen, Selbstbild und Emotionen manifestiert.

Impulsivität ist ein weiteres Schlüsselmerkmal und diese manifestiert sich in einer vollständigen emotionalen Eskalation angesichts unangenehmer Ereignisse. Im schlimmsten Fall kann die Impulsivität zu riskanten Verhaltensweisen wie Selbstverletzung oder Aggression führen.

Was die Funktionsweise von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) im Allgemeinen zusammenfassen kann, ist, dass die emotionale Eskalation in Situationen, die unangenehme Emotionen erzeugen, normalerweise recht hoch ist. Diese Eskalation impliziert eine hohe Reaktivität gegenüber der eigenen Umgebung und die Rückkehr zur Normalität erfolgt langsamer als gewöhnlich.

Behandlung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

BPS ist häufig mit Essstörungen, Abhängigkeiten und anderen Impulskontrollstörungen verbunden. Daher ist eine psychologische Therapie während der gesamten Behandlung von Borderline-Persönlichkeitsstörungen unbedingt erforderlich und sehr wichtig.

Die nicht adaptiven Verhaltensweisen, die mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) verbunden sind, wirken kurzfristig zur Linderung von Beschwerden, haben aber keine langfristige Effektivität. Daher können Medikamente jede Form der Psychotherapie ergänzen. Darüber hinaus erfordern die damit verbundenen Beschwerden manchmal auch einen Klinikaufenthalt oder eine spezifische Behandlung.

Nachfolgend werden wir dir zwei Behandlungsansätze für Borderline-Persönlichkeitsstörungen vorstellen.

Dialektische Verhaltenstherapie

Die Dialektische Verhaltenstherapie wurde von Dr. Marsha Linehan entwickelt. Darüber hinaus verknüpft sie Verhaltens- und Akzeptanzstrategien sowie Veränderungen durch das dialektische Modell.

So ist die Dialektik Teil des therapeutischen Programms, um absolutistische Schlussfolgerungen des dichotomen Denkens zu übertreiben. Sie fördert die Akzeptanz von Beschwerden und die Veränderung bestimmter dysfunktionaler Verhaltensmuster.

Wie genau erfolgt die Therapie?

Die klassische dialektische Verhaltensherapie bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist umfassend und besteht aus vier Therapieformen:

  • Einzeltherapie. Dies ist das Grundformat. Ein Therapeut führt einmal pro Woche Einzelsitzungen von 50 bis 60 Minuten durch.
  • Training von Fähigkeiten. Hierbei handelt es sich sowohl um Gruppen- als auch um Einzeltherapie. Der Therapeut muss in den Bereichen Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) und Achtsamkeit, emotionale Regulierung, Toleranz gegenüber Unbehagen und zwischenmenschliche Wirksamkeit geschult sein. Eine Sitzung dauert 2 bis 3 Stunden und findet einmal pro Woche statt.
  • Generalisierung von Aktivitäten. Hier geht es darum, einem Patienten zu helfen, die erlernten Fähigkeiten in seinen natürlichen Kontext zu integrieren. Dies erfolgt durch Telefonate, die der Patient zwischen den Sitzungen durchführt, um die erworbenen Fähigkeiten in realen Situationen umzusetzen und anzuwenden.
  • Konsultationsteams. Hierbei handelt es sich um eine Form der Burnout-Prävention für Therapeuten. Einmal pro Woche finden Supervisionssitzungen statt, bei denen das gesamte Team anwesend ist.

Darüber hinaus verpflichtet sich der Patient, die Therapie für die geschätzte Zeitdauer (in der Regel zwischen sechs Monaten und einem Jahr) vor Eintritt in das Behandlungsprogramm zu besuchen. Die Nichtteilnahme an vier aufeinanderfolgenden Sitzungen ist in der Regel ein Grund für die Beendigung der Therapie bis zum Ende der Vereinbarung. Danach kann der Eintritt in die Therapie erneut verhandelt werden.

Behandlung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) - Frau beim Therapeuten

“Iconic Therapy” bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

Diese Art der Therapie entstand im Centro Asistencial San Juan De Dios. Die “Iconic Therapy” ist ein integriertes Modell, welches eine Erklärung zum Mangel an emotionaler Regulation beinhaltet. Infolgedessen handelt es sich um ein therapeutisches Modell, welches die verschiedenen Strategien zusammenfasst, die für die Arbeit an nicht adaptivem Verhalten erforderlich sind und Aspekte der Verwundbarkeit, die das Risiko instabiler Verhaltensweisen erhöhen, berücksichtigt.

Merkmale der “Iconic Therapy” und Ablauf der Behandlung

Kurz gesagt, die “Iconic Therapie” zur Behandlung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) basiert auf der Arbeit mit Symbolen. Darüber hinaus sind diese Symbole eine Möglichkeit, bestimmte Aspekte des nicht adaptiven Verhaltens auf nicht wertende Weise zu verbalisieren. Ebenso fördern sie Einsichten und ermöglichen das Erlernen und Verbessern bestimmter Fähigkeiten wie beispielsweise Frustrationstoleranz. Außerdem kann der Betroffene dadurch auch seine Akzeptanzstrategien verbessern. Des Weiteren werden andere Aspekte wie das Gefühl der Leere, die persönliche Identität und das Selbstwertgefühl berücksichtigt.

Die “Iconic Therapy” besteht aus 32 Symbolen (Icons), und der Patient kann diese auf einer Art Karte platzieren, die es ihm (oder ihr) ermöglicht, von der negativen Emotion zur nützlichsten Bewältigungsstrategie überzugehen. Darüber hinaus wird diese Bewältigungsstrategie durch ein Symbol dargestellt. Diese Therapie dauert ungefähr 12 Wochen und wird einmal pro Woche in Gruppen-, Einzel- und Familiensitzungen durchgeführt.

Es könnte dich interessieren ...
Therapiehunde bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung
Gedankenwelt
Lies auch diesen Artikel bei Gedankenwelt
Therapiehunde bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung

Lies weiter, um herauszufinden, warum Therapiehunde für Menschen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung vorteilhaft sind.