Arachnophobie - die Angst vor Spinnen

Spinnen lösen bei vielen Menschen Gefühle von Angst und Schrecken aus. Darum zählt die Arachnophobie auch zu den häufigsten Phobien. In diesem Artikel gehen wir der Spinnenphobie auf den Grund.
Arachnophobie - die Angst vor Spinnen

Letzte Aktualisierung: 29 Mai, 2021

Phobien sind irrationale Ängste, die wir vor bestimmten Dingen haben. Die Angst vor Tieren, genauer gesagt, die Angst vor Spinnen (Arachnophobie) ist am verbreitetsten. Diese entwicklungsgeschichtliche Reaktion hat der Spezies Mensch ab einem gewissen Zeitpunkt beim Überleben geholfen. Mit anderen Worten gesagt: Die Angst vor wilden oder unbekannten Wesen löste beim Menschen einen Adrenalinschub aus, um eine Flucht möglich zu machen. Man spricht von einer Phobie, wenn die ausgelöste Angst extrem groß ist. Sie kann uns lebenslang einschränken.

Ungefähr drei von zehn Menschen haben extreme Angst vor Spinnentieren. Diese Art der Phobie umfasst also nicht nur Spinnen, sondern auch Skorpione, Milben und Zecken. Obwohl sich die meisten Menschen also vor großen, kräftigen Spinnen fürchten, kann sich ihre Angst auch auf kleinere Spinnen und jede andere Art von Spinnentieren ausbreiten oder konzentrieren.

“Bei allem Respekt vor Spinnenphobikern – ich liebe Spinnen. Manche meinen, das sei eine Obsession, aber ich studiere Spinnen und ihre Seidenfäden nun schon seit vielen Jahren und da ist kein Ende in Sicht. Es gibt einfach zu viel zu tun.”

Evolutionsbiologin Cheryl Hayashi

Arachnophobie - die Angst vor Spinnen

Was ist Arachnophobie?

Tierphobien sind spezifische Phobien, die sich in der Regel im Kindesalter und in der Jugend entwickeln. Eine Phobie beruht auf irrationalen Ängsten. Das liegt an der Art der jeweiligen Phobie selbst oder an der Intensität der Angst, die eine Person dazu bringt, den besonderen Auslöser so weit wie möglich zu vermeiden. Die Symptome manifestieren sich auf mannigfaltige Weise.

Manche Menschen erfahren nur einige der Symptome, wenn sie mit einer Spinne konfrontiert werden, während andere diese Symptome durchgehend spüren können. Tatsächlich ist es nicht notwendig, dass der phobische Stimulus präsent sein muss. Die bloße mentale Vorstellung des Stimulus oder sogar die Vorstellung von etwas, was damit in Verbindung steht, löst eine Angstreaktion aus.

Das hier sind die hauptsächlichen Symptome einer Arachnophobie:

  • Herzrasen
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit und Brechreiz
  • Schwindelgefühle (Vertigo)
  • Atemnot oder Hyperventilation
  • Zittern
  • Schmerzen im Bauchraum
  • Generelles Unwohlsein
  • Störungen im Magen-Darm-Trakt

Darüber hinaus werden Spinnenphobiker versuchen, die Tiere unbedingt zu meiden. Sie werden wahrscheinlich versuchen, sich von Gebieten fernzuhalten, wo sich Spinnen aufhalten oder in denen es Anzeichen für ihre Anwesenheit gibt. Ebenso versuchen viele Spinnenphobiker, das Auftauchen von Spinnen zu vermeiden, während andere Spinnen einfach töten, wenn sie sie erblicken.

Ursachen für Arachnophobie

Für gewöhnlich sind Tierphobien auf traumatische Erfahrungen mit dem jeweiligen Tier zurückzuführen. Vielleicht wächst man als Kind mit jemandem auf, der diese Phobie hat. So lernt das Kind impliziert oder explizit, diese Tiere ebenfalls zu fürchten. Auch wird diese Art der Angst oft genetisch vererbt.

Tatsächlich handelt es sich bei der Arachnophobie um eine irrationale Angst vor diesen Tieren oder um eine rein instinktive Ablehnung. Zu einer Arachnophobie gehören Ekelgefühle. Daher kamen Experten zu der Annahme, dass es sich um eine evolutive Angst handeln könnte. Sie stellte eine Art Vorteil dar, die dem Menschen half, tödliche Bisse und andere unbekannte Gefahren zu überleben.

So belegt eine Studie von Forschern am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, dass die Spinnenphobie einen angeborenen evolutionsbedingten Ursprung hat. Die Forscher maßen den Grad der Angst bei Säuglingen, denen Fotos von Spinnen und Schlangen gezeigt wurden. Dazu analysierten die Forscher die Pupillenverengung angesichts der Fotos von verschiedenen Dingen und Tieren, darunter auch Spinnen. Diese Reaktion gab ihnen Aufschluss über die Angstgefühle der Babys.

Ein Kind hat panische Angst vor einer Spinne.

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?

Alle Phobien können erfolgreich behandelt werden. Man kann sich professionelle Hilfe holen und eine Vielzahl von Entspannungstechniken erlernen, die nicht nur die Symptome lindern, sondern auch als Unterstützung bei der systematischen Desensibilisierung dienen.

Diese Technik aus dem Bereich der Verhaltenstherapie besteht darin, dass man dem Objekt, vor dem dem man sich fürchtet, schrittweise ausgesetzt wird. So führen Fachkräfte zunächst Entspannungsübungen mit Spinnenphobikern durch, während diese auf Fotos der Tiere blicken, bis sie schließlich in der Lage sind, angesichts eines lebenden Exemplars ruhig zu bleiben.

Menschen mit Arachnophobie können auch an ihren Glaubensätzen über Spinnentiere arbeiten. Im Allgemeinen verstärkt ein Mangel an Wissen über diese Tiere die Angst. Also gilt es daher, so viel wie möglich über Spinnentiere in Erfahrung zu finden, besonders über die Mythen, die sie umgeben.

Eine gute Übung besteht darin, Informationen über die Wahrscheinlichkeit zu sammeln, von einem Spinnentier gebissen zu werden. Worin besteht die Funktion von Spinnentieren? Und wie viele Menschen sind tatsächlich an einem Biss gestorben?

Weil Arachnophobie mit einer Ekel-Komponente verknüpft ist, ist es mit am schwierigsten, diese Tierphobie zu behandeln. Die damit verbundenen Emotionen sind eher instinktiver Natur und die Betroffenen kommen ihnen mit Logik nicht bei. Dennoch kann die psychologische Arbeit den Betroffenen angesichts ihrer Symptome und bei negativen Gedankengängen Unterstützung bieten.

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