7 Zitate von Erich Fromm über die Liebe

11. Februar 2018 en Psychologie 476 Geteilt
Partner umarmen sich

Das Vermächtnis, das uns Erich Fromm in seinen Zitaten über die Liebe hinterlassen hat, inspiriert uns heute noch. Denn wenn wir eines zugeben müssen, dann, dass die Liebe nicht immer einfach ist. Die Liebe erfordert Mut, Handeln, Engagement und auch ein großes Maß an Bescheidenheit und Verantwortungsgefühl. Nur wenige Autoren haben uns so viel über dieses Thema beigebracht wie Fromm.

Der Zen-Meister, Poet und Friedensaktivist Thich Nhat Hanh sagte einmal, dass zu lieben ohne zu wissen, wie man liebe, den Menschen, den wir lieben, verletze. Das Problem liegt darin, dass wir die Liebe oft als etwas Passives ansehen. Verlieben ist für viele der Nebeneffekt der Liebe auf den ersten Blick, die uns trifft und beinahe paralysiert, wo uns im Grunde genommen nichts anderes übrig bleibt, als uns treiben zu lassen und zu hoffen, dass unsere Liebe von diesem geliebten Menschen erwidert und genährt wird und letztendlich zu einer Beziehung führt. Das alles soll geschehen, ohne dass wir Energie, Kreativität und Gegenseitigkeit investieren müssen.

Auf intelligente und vollkommene Weise zu lieben, ist das Resultat eines wohl überlegten Aktes, ein Vorhaben, das Erhabenheit erfordert und gleichzeitig darauf abzielt. Wenn wir uns darauf beschränken, uns treiben zu lassen, auf passive Weise zu handeln und darauf zu warten, was der andere sagt, macht, ahnt und uns antwortet, werden wir am Ende nur äußerst frustriert sein. Genau das lehrte uns der deutsche Sozialpsychologe, Psychoanalyst und Philosoph Erich Fromm in seinem Buch Die Kunst des Liebens.

Nachfolgend möchten wir dir ein paar Zitate von Erich Fromm vorstellen, die aus diesem unvergesslichen Werk stammen. Es lohnt sich immer, einen Blick hineinzuwerfen.

„Paradoxerweise ist die Fähigkeit, allein zu sein, die Bedingung dafür, in der Lage zu sein, zu lieben.“

Erich Fromm

Zitate von Erich Fromm

Zitate von Erich Fromm über die Liebe

Die Kunst des Liebens  ist innerhalb des enormen und interessanten intellektuellen Vermächtnisses, das uns Erich Fromm hinterließ, kein von anderen Büchern abgegrenztes Werk. Es ist vielmehr eine Fortsetzung von Die Furcht vor der Freiheit.  In diesem Buch hatte er bereits diverse Aspekte der menschlichen Natur behandelt. Aber er verspürte immer noch das Bedürfnis, eine für den Menschen so grundlegende und essenzielle Dimension wie die Liebe zu vertiefen.

Wenn es demnach etwas gibt, dass er vor allem wollte, dann, uns zu lehren, dass die Liebe eine Kunst ist und als solche sowohl in der Theorie als auch in der Praxis vollkommen beherrscht werden muss, um erfolgreich zu sein. Denn, und daran sollten wir immer denken, die Liebe ist die einzige Antwort auf unsere Existenz, gibt unserem Dasein und auch unserer Gesellschaft einen Sinn.

Schauen wir uns nun die Zitate von Erich Fromm an, die auf dieser Vorstellung beruhen.

„Liebe ist die tätige Sorge um das Leben und das Wachstum dessen, was wir lieben.“

Ein interessanter Aspekt in dem Buch Die Kunst des Liebens  ist die Theorie, dass die meisten von uns nicht wüssten, wie man liebe. Dieser Gedanke mag uns vielleicht nicht behagen, doch trotzdem sollten wir nicht den sozialen Kontext vergessen, in dem Fromm lebte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren nicht mehr viele Werte übrig, es gab eine Existenzkrise, die einen Großteil der Denker, Philosophen und Psychologen dazu zwang, viele Begriffe neu zu definieren.

Aus diesem Grund war und ist die Liebe dieser Motor, der uns immer dazu antreiben sollte, bessere Menschen zu sein. Wegen ihr sind wir dazu gezwungen, aktiv an unserer Persönlichkeit und unserem persönlichen Wachstum zu arbeiten, zuerst Eigenliebe zu schaffen, um dann jemand anderen vollkommen lieben zu können. Dazu braucht es wahre Demut, Courage, Glaube und Disziplin.

 „Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt.“

Wir haben es zu Beginn erwähnt. Sich verlieben sollte kein passiver Akt sein, sollte nicht heißen, sich jemand darauf zu beschränken, sich treiben zu lassen, ohne irgendetwas zu tun. Das Gegenteil ist anzustreben: Es handelt sich hier um einen Akt, der das Vergnügen der Bewegung, Willenskraft und des Austausches beinhaltet.

Das ist ein weiteres dieser gern wiederholten Zitate von Erich Fromm, die uns darauf drängen, diese über uns hängende Wolke einmal beiseitezuschieben, um unsere Beziehung zu stärken, Mühe aufzubringen, um zusammen Hand in Hand zu gehen und an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten.

Paar sieht sich an

„Die infantile Liebe folgt dem Prinzip: ,Ich liebe, weil ich geliebt werde.‘ Die reife Liebe folgt dem Prinzip …“

„Die infantile Liebe folgt dem Prinzip: ,Ich liebe, weil ich geliebt werde.‘ Die reife Liebe folgt dem Prinzip: ,Ich werde geliebt, weil ich liebe.‘ Die unreife Liebe sagt: ,Ich liebe dich, weil ich dich brauche.‘ Die reife Liebe sagt: ,Ich brauche dich, weil ich dich liebe.’“

Erich Fromm

Das ist eines der Zitate von Erich Fromm, das sich nicht auf den Bereich der romantischen Beziehungen beschränkt. Es geht darum, warum sich Menschen generell mit anderen verbinden: Sie tun es mehr wegen eines eigenen Bedürfnisses oder eines Gefühls der Leere als aus Selbstlosigkeit oder wegen wahrer Nächstenliebe.

Diese Art der Liebe, die auf dem eigenen Bedürfnis basiert, ist für Fromm in gewisser Weise pathologisch. Sie bedeutet, dass wir weder auf uns selbst achten noch uns selbst verstehen, dass wir darauf warten, dass andere die Verantwortung für das übernehmen, was wir nicht in der Lage sind, zu tun, und was eigentlich unsere Verantwortung obliegt.

„Der erste Schritt besteht darin, sich bewusst zu werden, dass die Liebe und auch das Leben eine Kunst ist. Wenn wir lernen wollen, zu lieben, sollten wir auf die gleiche Weise vorgehen, wie wenn wir irgendeine andere Kunst erlernen möchten, so wie das Musizieren, Malen, Schreinern, die Kunst der Medizin oder des Ingenieurwesens.“

Erich Fromm

„Wenn zwei Menschen, die sich fremd waren …“

„Wenn zwei Menschen, die sich fremd waren plötzlich zulassen, dass die Schranken zwischen ihnen fallen, um sich zu fühlen und zu entdecken, machen sie eine der emotionalsten Erfahrungen im Leben.“

Erich Fromm

Auch das ist eines der schönsten Zitate von Erich Fromm. Es handelt von Intimität, von diesem Wunder, das normalerweise mit Anziehung beginnt und durch ein tiefgründigeres Beisammensein aufgebaut wird, das sich auf unsere Haut und die Sexualität auswirkt. Die Rede ist von der emotionalen Verbindung, von der Entdeckung des anderen als Menschen mit all seinen Facetten, Stärken, Schwächen und seinem Wesen.

Wir reden von Vertrauen, das zu Intimität führt, von Berührungen, die uns Gänsehaut bereiten oder von einer entspannten und nostalgischen Konversation, die von diesen Löchern im Himmel, genannt Sterne, begleitet wird.

„Liebe ist nicht in erster Linie eine Bindung an eine bestimmte Person.“

„Liebe ist nicht in erster Linie eine Bindung an eine bestimmte Person. Sie ist eine Haltung, eine Orientierung des Charakters, welche die Beziehung eines Menschen zur Welt als Ganzes und nicht nur zum Objekt der Liebe bestimmt.“

Erich Fromm

Etwas, das uns Fromm in seinem Werk beibringen will, ist, die Liebe als ein Objekt und nicht als eine Fähigkeit zu betrachten. Zu lieben ist auch keine Dynamik, die sich auf jene Beziehung beschränkt, die wir zu unserem Partner, unseren Eltern oder unseren Kindern haben.

Zu lieben bedeutet, unsere Existenz zu bereichern. Es ist eine Haltung, durch die wir dieser Welt einen Sinn geben; es ist eine Absicht, dazu in der Lage, die Gesellschaft zu verändern. Doch so wie Fromm uns erklärt, hätten wir in dieser modernen Gesellschaft jeden Wunsch, unsere eigenen Bedürfnisse, sogar die Liebe, zu befriedigen, kommerzialisiert.

„Es erscheint paradox, dass sich zwei Menschen vereinen und gleichzeitig zwei Menschen bleiben.“

Dieses ist ein weiteres der bekanntesten Zitate von Erich Fromm und gleichzeitig eines, das um am meisten zum Denken anregt. Wie wir bereits wissen, können wir der Versuchung oft nicht widerstehen, eins mit dem von uns geliebten Menschen zu werden, und das besonders zu Beginn einer Beziehung. Das ist ein entropischer Prozess, der der eigenen Identität, die sich Essenzen, Freiheiten und Würde bedient, ein Ende bereitet.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die wahre Kunst des Liebens darin besteht, wir selbst zu bleiben, aber dabei ein gemeinsames Projekt zu verfolgen. Zwei in einem gemeinsamen Vorhaben zu sein. Zwei Menschen, die Verantwortung für das eigene Wachstum und für das Wachstum der Partnerschaft übernehmen.

Frau schmiegt sich von hinten an Mann

„Es gibt einen großen Unterschied zwischen sich verlieben und verliebt bleiben.“

Für Fromm gibt es einen großen Unterschied dazwischen, sich zu verlieben und verliebt zu bleiben. Er war der Meinung, dass die Bindung auf gewisse Weise in Gefahr geriete, wenn die Beziehung mit sexueller Anziehung beginne und der Akt vollzogen werde.

Fromm erklärt uns in Die Kunst des Liebens,  dass wir an vier wesentlichen Dimensionen arbeiten müssten, um eine reife, weise und verantwortungsbewusste Liebe zu entwickeln: Fürsorge, Verantwortungsgefühl, Respekt und Kenntnis. Aber oftmals finden wir uns eher in einer Liebe ohne Intimität wieder, die auf der bloßen Notwendigkeit basiert, den sexuellen Akt zu vollziehen.

Das ist eine Konsumliebe, in der Gebrauch von etwas gemacht und es dann weggeworfen wird. Wo Leidenschaft vorkommen kann, wo das Verhältnis zueinander aber auch leicht durch Misstrauen und Ignoranz des anderen getrübt wird. Eine Liebe, die niemals Gestalt annehmen kann, bevor sie wiederverwertet wird.

Wer für seinen Teil über die Anziehungskraft und anfängliche sexuelle Erregung hinausgehen kann (und will), wird versuchen, echte Intimität zu erschaffen, wird sich bemühen, aus der Verliebtheit eine echte Liebe, eine reife und mutige Liebe werden zu lassen.

Letztendlich haben wir mithilfe dieser Zitate von Erich Fromm gelernt, dass die Liebe nicht nur ein Meisterwerk ist, für das wir Theorie und Praxis üben müssen. Die Kunst der Liebe ist als eine aktive und verantwortungsvolle Haltung gegenüber dem Leben und der Gesellschaft selbst zu definieren. Sie besitzt die Macht der Veränderung, die Bewusstsein und Nonkonformismus erfordert, die nach Kreativität und nicht nach Passivität verlangt.

Frau mit einer Feder in der Hand

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