7 Zitate aus dem Buch „Die Wolfsfrau“

12. Februar 2018 en Bücher 0 Geteilt
Die Wolfsfrau - Frau rennt mit Wölfen durch den Wald

Die hier vorgestellten Zitate aus dem Buch Die Wolfsfrau  verdeutlichen uns die Kraft der weiblichen Urinstinkte, die bedauerlicherweise viele von uns vergessen haben oder missachten. Die Rede ist dabei von einem wunderbaren Buch, das uns dazu einlädt, die Erfahrung der Frau mithilfe von Volkssagen, der Kunst und Natur neu zu interpretieren, um Kontakt mit dieser „Wölfin“ aufzunehmen, die uns dazu antreibt, uns weiterzuentwickeln und frei zu sein.

Clarissa Pinkola Estés ist Psychoanalytikerin, Doktorin der klinischen Ethnopsychologie und Autorin dieses Buches. Mehr als 20 Jahre verbrachte sie damit, diesem Wesen Gestalt zu verleihen, das sie am besten kennt. Wir haben es hier mit einem umfassenden, tiefgründigen und faszinierenden Werk voller wunderbarer Weisheiten zu tun, das überlieferte Mythen mit dieser inspirierenden Psychologie kombiniert, die wiederum einen ganz klaren pädagogischen Wert hat und unserem persönlichen Wachstum dient.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele der Zitate aus dem Buch Die Wolfsfrau  für diejenigen sehr wertvoll sind, die daran interessiert sind, sich selbst kennenzulernen, an ihrer Identität und ihren Werten zu arbeiten, ihre emotionalen Wunden zu heilen, die wir manchmal von unseren Vorfahren erben oder durch die eigene patriarchalische Erziehung erfahren.

Die Aufgabe ist es, auf einer Landkarte all diese mehr oder weniger bekannten „Fallen“ ausfindig zu machen. Das sind dieselben Fallen, die es uns unmöglich machen, den Weg zurück nach Hause zu finden, die Rückkehr zu unserem wahren Wesen, zu unseren Instinkten, zu dieser wilden Frau, die mit ihrer Selbstwahrnehmung, ihrem spielerischen Geist und ihrer wunderschönen Fähigkeit, zu lieben, verbunden ist.

Frau rennt mit Wolf

Zitate aus dem Buch Die Wolfsfrau

Diese Zitate aus dem Werk Die Wolfsfrau rufen uns verschiedene Aspekte in Erinnerung. Das erste besagt, dass wir trotz unserer gesamten Zier immer noch natürliche, wilde Wesen seien, die sich aus irgendeinem Grund davor fürchteten, dieses Urverlangen der Freiheit wiederherzustellen, um sich lebendig zu fühlen, um ihren Platz in der Welt zu finden.

Ein beachtenswerter Aspekt besteht laut Clarissa Pinkola Estés darin, dass in jeder Frau eine unglaubliche Macht schlummere, ein richtiger Wirbelwind voller positiver Instinkte, Kreativität, Leidenschaft und zeitlosen Kenntnissen. Manchmal habe uns die Gesellschaft das mit ihrem Versuch, uns zu zähmen vergessen lassen. Das ist zweifellos eine tiefgründige Reflexion, die wir nicht außer Acht lassen sollten und die wiederholte Male in vielen Zeilen des Buches Die Wolfsfrau  zu finden ist.

Nachfolgend möchten wir uns zusammen mit dir sieben Beispiele, sieben tiefgründige und revitalisierende Auszüge aus diesem Buch ansehen, die uns zum Nachdenken anregen werden.

1. Man selbst sein

„Man selbst zu sein führt oft dazu, dass wir ins Exil geschickt werden. Doch nach den Vorstellungen anderer zu leben, hat zur Folge, dass wir uns selbst ins Exil schicken.“

Dieses Zitat ist ein Prinzip des persönlichen Wachstums und der unbestreitbaren Selbstverwirklichung. Der Mut dazu, in jeglicher Situation, in jeglichem Kontext und ohne darauf Wert zu legen, mit wem wir es zu tun haben, man selbst zu sein, ermöglicht uns, die eigene Identität zu bewahren. Auf diese Weise kehren wir zu unserem Wesen, zu dieser wilden Frau zurück, die vor der Domestizierung, vor Fallen und Zäunen flieht, die ihre Freiheit einschränken wollen.

2. Stark sein

„Stark zu sein bedeutet nicht, Muskeln spielen zu lassen oder sich zu verbiegen. Es bedeutet, unserem Licht zu begegnen, ohne davor zu fliehen und auf seine eigene Weise aktiv mit der wilden Natur zu leben. Es bedeutet, in der Lage zu sein, zu lernen; in der Lage zu sein, zu bewahren, was wir wissen. Es bedeutet, sich zu bewahren und zu leben.“

Das ist eines der wertvollsten Zitate aus dem Buch Die Wolfsfrau.  Als Beispiel könnten wir die Tatsache anführen, dass wir auch heutzutage noch immer hören, dass die Frau das „schwache Geschlecht“ sei. Schwäche und Zerbrechlichkeit sind Attribute, die stets der Weiblichkeit zugeschrieben wurden. Unsere Kultur, die noch dazu schrecklich unreif ist, versteht nicht, was die wahre Bedeutung von Stärke ist.

Stark ist nicht, wer am meisten Gewicht mit seinen Armen heben, wer am meisten Kilos auf seinen Schultern tragen oder wer am schnellsten laufen kann. Stark ist, wer sich etwas gegenüberstellt, wer nicht flieht, wer ohne Furcht seine Identität preisgibt, wer nicht aufgibt, wer mit Freude und Mut lebt.

Frau heult mit Wolf

3. Uns zu distanzieren ermöglicht uns, wieder zu uns selbst zu finden

„Obwohl das Exil nichts ist, was man zum Spaß aufsucht, gibt es in ihm doch einen unerwarteten Gewinn: Das Exil beschert uns viele Geschenke. Es nimmt uns ruckartig unsere Schwäche, führt dazu, dass Wehklagen verschwinden, es befähigt zur inneren Wahrnehmung, verbessert die Intuition und verleiht uns die Macht der durchdringenden Beobachtung.“

Das Exil – auch verstanden als der Akt des Zurücklassens dessen, was uns bekannt ist, um der Gesellschaft selbst, der Unsicherheit und sogar dem Unbekannten die Stirn zu bieten – lehrt uns neue Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie die Introspektion, persönliche Sicherheit, Beobachtung und Empfänglichkeit.

4. Die Folge dessen, uns nicht selbst zu lieben

„Unser geheimer Hunger danach, geliebt zu werden, ist nicht schön. Unser Nichtgebrauch und Missbrauch von Liebe ist nicht schön. Unsere fehlende Loyalität und Hingabe sind nicht gefühlvoll; unser Zustand, von der Seele getrennt zu sein, ist hässlich. Das sind psychische Plagen, Unzulänglichkeiten und infantile Fantasien.“

Viele dieser Zitate aus dem Buch Die Wolfsfrau  zielen darauf ab, dass feminine Verhalten mit dem der Wölfe zu vergleichen. So kommt es, dass die folgende Tatsache immer wieder bewiesen wird: Die Frau von heute hat sich von ihrer wilden Version, von dieser instinktiven Essenz getrennt, aufgrund derer der Wolf ganz genau weiß, wer er ist, durch die er sich anerkennt und weiß, dass er stark, frei und wertvoll ist.

Die Folgen dessen, und selbst nicht zu lieben, sind verheerend. Ein Leben zu leben, indem wir uns dieser Außenwelt stellen müssen, die versucht, uns an ein stets gekünsteltes, homogenes und unterwürfiges Bild der Frau anzupassen, macht uns unglücklich. Deshalb sollten wir die Natur beobachten, so wie es einst unsere Vorfahren taten, um unseren Wert, unsere Wichtigkeit und diese uns nährende und stärkende Energie wiederzuentdecken.

5. Die wahre Liebe

„Die Liebe in ihrer vollkommensten Form bedeutet mehrere Tode und Wiedergeburten. Wir beenden einen Abschnitt, einen Aspekt der Liebe, und beginnen einen anderen. Die Leidenschaft stirbt und kehrt zurück.“

Die Liebe ist die einzige Stärke, die niemals erlischt oder für immer verschwindet. Sie ist eine transformierende Größe, die sich ausbreitet, die es uns ermöglicht, zu reifen, die stirbt und wiedergeboren wird, die uns manchmal das Leben nimmt und es uns später wieder zurückgibt. Das können wir täglich in unserer Partnerschaft erleben, wo aus Leidenschaft Intimität wird und wir uns auf eine reifere Weise dem anderen gegenüber verpflichten, wo nach einem Bruch ab und an eine neue und intensivere Liebe entsteht.

6. Am Boden zerstört sein

„Die beste Erde, um etwas zu säen und etwas Neues wachsen zu lassen, ist ganz unten. In diesem Sinne bedeutet es, den Nährboden zu erreichen, wenn wir am Boden liegen, auch wenn das sehr schmerzhaft ist.“

Wir Menschen haben eine fürchterliche Angst davor, am Boden zerstört zu sein. Kann es etwas Schlimmeres geben? An diesem Punkt kommen wir an die Grenzen unserer Kräfte, wir verlieren alles, sogar unsere Hoffnung. Doch was können wir noch verlieren, wenn wir schon alles verloren haben? In diesem Moment entsteht etwas Neues, etwas beinahe Magisches. Wir legen unsere abgestorbene Haut, unsere Rüstung und Altlasten ab, um wieder aufzustehen, um gestärkt aus der Situation hervorzugehen.

Das ist zweifellos eines der schönsten Zitate aus dem Buch Die Wolfsfrau.

Mädchen faucht einen Wolf an

7. Das authentische Wachstum

„Wenn wir so leben, wie wir atmen, nehmen und loslassen, dann werden wir uns nicht irren können.“

Dieses Zitat beschreibt nichts weiter als den Kreislauf des Lebens: annehmen, lernen, gehen lassen, akzeptieren und weitermachen. Diesen Weg sollten wir einschlagen. Das ist einfach und gleichzeitig in Übereinstimmung mit dem Kreislauf der Natur, den wir alle in unseren Alltag integrieren sollten.

Diese Zitate aus dem Buch Die Wolfsfrau  sind nur ein kleines Beispiel dieses immensen Vermächtnisses aus Wissen, Reflexionen, Erzählungen und Weisheiten unserer Vorfahren, auf das wir immer gern zurückgreifen und das uns stets Neues und Wertvolles lehrt, mithilfe dessen wir uns weiterentwickeln und auf unsere wilde Frau treffen.

„Die alte, weise Wölfin ist in unserem Inneren. Sie blüht in den Tiefen der Seele der Frauen, der uralten und vitalen wilden Frau. Sie beschreibt ihr Zuhause als diesen Ort in der Zeit, wo der Geist der Frauen und der Geist der Wölfe in Kontakt miteinander treten. Es ist der Punkt, wo das Ich und Du sich küssen; der Ort, an dem die Frauen mit den Wölfen rennen.“

Clarissa Pinkola Estés

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