6 Verhaltensweisen, die uns mehr von einem Menschen distanzieren als die Distanz selbst

14. September 2018 en Emotionen 0 Geteilt
Vom Partner distanzieren - Paar steht Rücken an Rücken

Physisch voneinander getrennt zu sein, ist nicht die einzige Art und Weise uns von unseren Liebsten distanziert zu fühlen. Auch wenn wir manchmal nur ein paar Millimeter von jemandem entfernt sind, fühlen wir uns unter Umständen extrem von diesem Menschen entfernt. In Beziehungen wird die Bindung zueinander nicht nur durch körperliche Nähe genährt, sondern auch durch den Austausch von Zuneigung, Gesten und guten Absichten. Deshalb ist es wichtig, auf bestimmte Verhaltensweisen zu achten, die Menschen eher auseinanderbringen als sie zu vereinen.

Wir müssen hierbei beachten, dass eine psychologische Distanz, die wir eventuell erfahren, aus den eigenen Schwierigkeiten und Problemen oder denen anderer resultieren kann. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, uns zu fragen, wie wir uns fühlen, um so mehr Informationen über uns selbst zu erhalten. Unabhängig vom Grund für die Distanz, ist es Fakt, dass wir unter solchen Situationen leiden.

Schauen wir uns das einmal genauer an.

„Das Schlimmste an der Distanz ist, dass du nicht weißt, ob man dich vermissen oder vergessen wird.“

Nicholas Sparks

Was distanziert uns von anderen?

Da wir soziale Wesen sind, können unsere Empfindungen zur Folge haben, dass wir uns Abstand von anderen wünschen. Das muss nicht verkehrt sein. Wenn jemand die Gesellschaft seiner Mitmenschen verweigert, dann hat diese Person vielleicht gerade mit Problemen zu kämpfen, deren wir uns einfach nicht bewusst sind. Auf pathologischer Ebene kann eine Depression einer der Gründe dafür sein, und in diesem Fall kann nur ein Spezialist auf diesem Gebiet dem Betroffenen helfen.

Es gibt allerdings auch andere Verhaltensmuster, die ebenfalls dazu führen, dass wir uns von Menschen distanzieren. Auch wenn es sich dabei nicht um Krankheiten handelt, beeinträchtigen diese Verhaltensweisen trotzdem das einwandfreie Funktionieren zwischenmenschlicher Beziehungen. Nachfolgend möchten wir ein paar dieser Verhaltensweisen genauer unter die Lupe nehmen.

Paar sitzt zerstritten auf der Couch

Egozentrik

Im Duden finden wir die Wortherkunft von Egozentrik, die besagt: „zu lateinisch ego = ich und Zentrum“. Egozentrische Menschen nehmen also keine Rücksicht auf die Interessen und Bedürfnisse anderer, weil sie der Meinung sind, dass ihre eigenen wichtiger seien.

Deshalb sind solchen Menschen die Probleme anderer egal und daher konzentrieren sie sich nur auf sich. Es ist schwierig, mit egozentrischen Personen zu reden, da sie das Vorhandensein jeglichen Problems verneinen, für das sie verantwortlich sind. Im Gegenteil, sie neigen eher dazu, bei anderen Probleme zu erkennen, die ihnen ihre Sorgen mitteilen, was oft eine physische und emotionale Distanzierung zur Folge hat.

Misshandlungen

In diesem Fall spiegelt sich die toxische Verhaltensweise, die der Misshandelnde an den Tag legt, direkt im Misshandelten wider. Misshandlung wird folgendermaßen definiert: „einen Menschen durch den Gebrauch von Worten oder Taten schlecht behandeln“. Das lässt auf die schlimmen psychischen Konsequenzen schließen, unter denen ein misshandelter Mensch zu leiden hat, der spürt, wie der Misshandelnde eine andere Denkweise entwickelt. Darüber hinaus distanziert sich der Misshandelnde psychisch gesehen von der misshandelten Person, weil er keine Rücksicht auf deren Gefühle nimmt, so als wäre sie einfach nur irgendein unwichtiger Gegenstand.

Hierbei handelt es sich nichtsdestotrotz um einen ziemlich besonderen Fall. Denn während die Verhaltensweisen und Haltungen des Täters dazu führen, eine Distanz zwischen ihm und dem Opfer zu schaffen, existiert dennoch eine manipulative Geschicklichkeit, die in gewisser Weise verhindert, dass sie sich vollkommen voneinander entfernen. Wir können jedoch sagen, dass diese Art von Beziehung rein gar nichts mit einer bewussten, affektiven und gesunden Bindung zwischen zwei Menschen zu tun hat.

Verachtung

In direktem Zusammenhang mit einer Misshandlung steht die Verachtung, die sich auf unterschiedliche Weise ausdrücken kann. Beispielsweise durch extremen Sarkasmus, der sich durch Humor tarnt und darauf abzielt, einem anderen Menschen zu schaden. Häufig resultiert er aus dem Gefühl, dem Menschen, dem Verachtung entgegengebracht wird, (im Allgemeinen intellektuell) überlegen zu sein.

Der Duden führt als Synonyme Geringachtung, Geringschätzung, Herabsetzung, Hohn und Missachtung auf. Im Grunde genommen sind das alles Begriffe, die die Tatsache umschreiben, einen Menschen respektlos zu behandeln. Daher ist die Verachtung einer Person aufgrund des Gefühls, sich überlegen zu fühlen, eine der Verhaltensweisen, die dazu führen, dass wir uns von einem Menschen distanzieren.

Manipulation

Im Zusammenhang mit Verachtung und Misshandlung ist auch Manipulation die Folge einer angeblichen intellektuellen Überlegenheit. Manipulative Menschen versuchen, das Verhalten anderer zu ihrem eigenen Vorteil zu beeinflussen. Sie neigen dazu, deren Absichten aufgrund dieser angeblichen intellektuellen Überlegenheit anzugreifen, aber wenn die Menschen in ihrer Umgebung merken, welche Absichten sie verfolgen, stoßen sie auf enorme Ablehnung.

Lügen

Das ist eine der am weitesten verbreiteten und scheinbar harmlosesten Verhaltensweisen, die uns mehr von einem Menschen entfernen als die Distanz selbst. Zu lügen bedeutet, etwas zu verbergen und die Wahrheit zu verfälschen. Sich eine Maske aufzusetzen, um etwas zu verstecken, das man aus irgendeinem Grund nicht zeigen möchte.

Frau ohne Gesicht mit drei Masken

Wie können wir einem Menschen vertrauen, der lügt? Wie können wir Vertrauen erwecken, wenn wir nicht die Wahrheit sagen? Es ist normal, dass uns eine Lüge von anderen distanziert. Eine Lüge ist das Gegenteil von Aufrichtigkeit, was jeglichen Versuch, sich mit jemandem in einer Beziehung zu verbinden, zunichte macht. Wenn wir lügen, verweigern wir, dass uns andere kennenlernen.

Viktimisierung

Diese Verhaltensweise ist äußerst schädlich für unsere Beziehungen. Nicht nur, weil die eingenommene Opferhaltung dafür sorgt, dass wirkliche Opfer an Glaubwürdigkeit verlieren, sondern auch, weil wir anderen unnötig Schuldgefühle bereiten.

Die Viktimisierung ist eine Form von Selbstbetrug und zeugt von der geringen Fähigkeit, sich um sich selbst zu kümmern und emotionale Verantwortung zu übernehmen. Der zugehörige Persönlichkeitstyp beschwert sich ständig und kritisiert am laufenden Band, was ihm als Überlebensstrategie dient, indem er andere für sein Unglück oder jeglichen Gemütszustand verantwortlich macht.

Wie wir sehen können, sind all diese Verhaltensweisen, die uns mehr von einem Menschen distanzieren als die Distanz selbst, schädlich für das reibungslose Funktionieren zwischenmenschlicher Beziehungen. Deshalb sollten wir lernen, sie ausfindig zu machen, wenn wir gesunde und glückliche Beziehungen führen wollen.

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