5 Merkmale, die auf psychische Misshandlung hinweisen

30. Juni 2017 en Emotionen 1589 Geteilt

Es ist nicht einfach, jemanden zu erkennen, der psychische Misshandlung ausübt. Es besteht der Glaube, dass ein Mensch uns nur schaden könne, wenn er uns physisch angreift. Das Problem ist aber, dass es auch Experten darin gibt, zu verletzen ohne zu schlagen. Sie verursachen jedoch genauso viel oder sogar mehr Schaden als diejenigen, die körperlich misshandeln.

Machos, Raufbolde oder Bullies, DiskriminierungEs gibt unendlich viele Gründe, die scheinbar dazu berechtigen, jemand Schwächeren zu misshandeln. Psychische Misshandlung ist eine der heftigsten Ausdrucksformen von Ungleichheit, und es besteht natürlich auch ein Zusammenhang zu dem Erfolgs- und Leistungsideal unserer heutigen Zeit.

„Psychische Gewalt verwandelt dich und deinen Geist in nutzlose Wesen.“

Ana Isabel Gutiérrez Salegui

Misshandlungen gibt es überall. In der Familie, in einer Paarbeziehung, zwischen Freunden, in der Schule, an der Universität, auf der Arbeit. Es gibt kein Entkommen. Sie finden statt und es ist unmöglich, sie zu verhindern. Was wir allerdings tun können, ist, Misshandler an ihren typischen Merkmalen zu erkennen. Sobald wir dies getan haben, gilt es, aufmerksam zu bleiben und die wahren Beweggründe einer Person zu identifizieren.

Obwohl es bezüglich solcher Kriterien unter Psychologen und Forschern keine Einigkeit besteht, lässt sich eindeutig feststellen, dass ein psychologischer Misshandler weit davon entfernt ist, geistig krank zu sein. Meistens verursacht er Schaden, um seine Macht über andere zu testen. Aber es gibt durchaus Charakteristika, die ihn von anderen unterscheiden.

1. Der psychische Misshandler und Intoleranz

Der Misshandler akzeptiert keine Unterschiede. Seine eigene Welt ist die einzig mögliche und die der anderen ist nichts wert. In seinen Beziehungen zum anderen Geschlecht betrachtet er seinen Gegenüber stets als minderwertig. Es handelt sich um Extremfälle von Machismus oder Feminismus.

Er behandelt entsprechend der Klischees, die die Gesellschaft ihnen zuschreibt. Wenn er sie teilt, nähert er sich nur denjenigen, die sich mit ihm identifizieren. Sonst distanziert er sich und verhält sich abweisend. Er lässt sich von Vorurteilen in der Gesellschaft leiten. Deshalb diskriminiert er oft und hat anderen gegenüber wenig Respekt.

2. Unnachgiebigkeit

Der Misshandler denkt und verhält sich, als wäre er der Besitzer der Wahrheit. Argumente anderer berücksichtigt er nicht. Er neigt dazu, anderen seine Vorstellungen aufzudrücken, egal in welchem Kontext. Wenn es darum geht, mit jemandem eine Vereinbarung zu treffen, gibt er keinen Millimeter nach, denn er glaubt, dass sein Standpunkt der einzig richtige ist und akzeptiert werden sollte.

Ein psychologischer Misshandler muss jede Situation dominieren und immer Recht haben. Alle anderen liegen falsch und ihre Vorstellungen oder Meinungen sind nicht richtig, weil sie von seiner abweichen. Er ist ein negativer Führer, der immer die Absicht verfolgt, hervorzustechen, zu manipulieren und alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

3. Schwarz-Weiß-Denken

Für einen psychologischen Misshandler gibt es nur weiß und schwarz. Differenzen und Grautöne werden in keiner Weise akzeptiert. Das verhindert, dass er anderen verzeiht, weil er die Umstände, unter denen sich jemand vertan hat, berücksichtigt. Er ist zudem nicht fähig, seine eigenen Fehler anzuerkennen.

Auf den Misshandler passt der Satz „Liebe und Hass trennt nur ein Schritt“. So ist sein Leben konzipiert: Es gibt nur zwei Extreme, die schreckliche Folgen haben, wenn sie aufeinandertreffen. Für ihn sind die Dinge entweder gut oder schlecht; es gibt nur wahr oder falsch, man gewinnt oder verliert. Er verhält sich gemäß dieser Prinzipien, nach denen er sein Leben ordnet.

4. Hypersensibilität

Dieser Typ von Mensch hat große Schwierigkeiten, seine Impulse unter Kontrolle zu halten. Wenn er scheitert, kostet es ihn extreme Anstrengung, wieder neu anzufangen. Wenn er jedoch Erfolg hat, überzeugt ihn das davon, dass er mit seinen Händen den Himmel berühren könne. Beide Extreme sind teuflisch, wie man im Volksmund sagen würde. Aber der psychologische Misshandler betrachtet den Extremismus als etwas Gutes und verfällt ihm selbst.

Der Misshandler kennt keine Selbstkritik und er bewertet sich streng, aber oberflächlich. Er neigt dazu, schnell deprimiert zu werden. Und oft fällt er in tiefe Abgründe, aus denen ihn niemand retten kann. Ersteres ist ein Produkt seines geringen Selbstbewusstseins. Das führt dazu, dass er in einem ständigen Angstzustand lebt und dazu tendiert, sich selbst als Opfer zu sehen.

5. Charme

Während Misshandler das Vertrauen ihrer Opfer gewinnen, verhalten sie sich wie die liebenswürdigsten Menschen der Welt. Für Menschen in ihrer Umgebung ist es schwierig, ihre wahren Absichten zu erkennen. Der psychische Misshandler ist der ehrenhafte Akteur, der alle Preise gewinnt. Er überrascht mit Charisma und überall, wo er hinkommt, mögen ihn die Leute.

Auch wenn er seine Maske absetzt und sein wahres Gesicht zeigt, wollen andere (vor allem das Opfer) nicht einsehen, dass sie psychische Misshandlung erfahren. Manche werden diese schreckliche und verwirrende Wahrheit wahrscheinlich nie akzeptieren.

Trotz all dieser Merkmale lebt der Misshandler aber ein Leben voller Leiden. Seine größte Strafe ist es, niemanden wirklich lieben zu können. Deshalb ist sein alltägliches Leben von Einsamkeit und Leere geprägt. Er ist ein Opfer seiner selbst.

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