4 Tao-Lehren, um mit schwierigen Menschen umgehen zu können

· 22. Februar 2018

Die Tao-Lehren beinhalten auch diese weisen Ratschläge, um mit schwierigen Menschen umgehen zu können. Damit sind all jene Menschen gemeint, die uns Energie rauben und uns häufig Steine in den Weg legen. Nach den Lao-Tse-Prinzipien ist es in solchen Fällen am besten, gelassen zu bleiben, uns von negativen Gefühlen zu befreien und demjenigen die Macht zu nehmen, dem es Spaß macht, uns aus der Ruhe zu bringen.

Wenn wir einen Blick auf die neuesten Veröffentlichungen werfen, die davon handeln, wie wir unseren Kommunikationsstil verbessern und Erfolg am Arbeitsplatz haben können, gibt es ein Thema, das immer wieder angesprochen wird: die Notwendigkeit, zu lernen, wie wir mit schwierigen Menschen umgehen sollen. Wir sind uns darüber im Klaren, dass dieses Etikett einer kleinen Schublade einen katastrophalen Namen gibt und es daher angebracht ist, zunächst zu definieren, was wir unter schwierigen Menschen verstehen.

In der Welt der Unternehmer und des Coachings weiß man, dass wir, um in unserem sozial Kontext überleben zu können, zwangsweise mit bestimmten Persönlichkeitsprofilen zusammenleben müssen. Wir beziehen uns hier auf passiv-aggressive und narzisstische Menschen. Das sind Menschen, die fast überall zu finden sind, die verbalen Missbrauch betreiben, die manipulieren und deren bloße Anwesenheit uns manchmal betrübt.

In den letzten Jahren griffen die Autoren mehrerer Werke, die darauf abzielen, uns beizubringen, mit dieser Art von Situationen umzugehen, auf die Tao-Lehren zurück. Der erste Grund dafür ist der gute Umgang mit der Gefühlswelt, der zweite ist der angemessene Umgang mit diesen Zuständen, mit denen wir zuletzt dem Missbrauch von Macht trotzen sowie unsere Kommunikationsstile verbessern und Grenzen setzen können.

Es ist vollkommen gleichgültig, dass die Texte von Lao-Tse schon hunderte Jahre alt sind. Sein Vermächtnis ist noch immer von großem Nutzen.

Asiatischer Mann mit Schlange

1. Schwierige Menschen kontrollieren, ohne mit ihnen kämpfen zu müssen

„Den Feind zu kontrollieren, ohne mit ihm zu kämpfen, ist die größte Geschicklichkeit.“

Gichin Funakoshi

In den Tao-Lehren wird der Vergleich aufgestellt, dass das Leben wie das Fließen durch einen Fluss sei. Uns vom Strom leiten zu lassen, ohne uns zu sträuben, ist Teil dieser Harmonie, an der wir uns alle erfreuen sollten.

Konzepte wie der Kampf, die Auseinandersetzung oder der Widerstand sind Antithesen zu dieser Idee, nach der wir schlichtweg dazu ermutigt werden, voller Tatendrang und Flexibilität voranzuschreiten. Wer sich also dazu entscheidet, sich zu streiten oder sich ständig mit schwierigen Menschen auseinanderzusetzen, der wird nur noch mehr Mutlosigkeit und Frust ernten.

Sich dafür zu entscheiden, nicht zu kämpfen, bedeutet nicht, nachzugeben oder uns zu unterwerfen. Es bedeutet vor allem, einem Menschen keine Macht zu geben, der sie nicht verdient, lieber auf Weisheit als auf Gewalt zu setzen und uns für die Ruhe zu entscheiden, bevor wir der Angst Stück für Stück die Pforte zu unserem Inneren öffnen.

2. Die Tasse der negativen Emotionen leeren

„Die Leere ist der beste Ausgangspunkt. Daher solltest du all deine Vorurteile über den Haufen werfen und neutral sein. Weißt du, wieso diese Tasse so nützlich ist? Weil sie leer ist.“

Bruce Lee

Schwierige Menschen vermiesen uns oft mit nur einem Wort oder Kommentar den Tag. Ganz gleich, wie irrational ihre Botschaft ist oder wie unangemessen ihre Taten sind, sie treffen uns so oder so. Einer der Ratschläge der Tao-Lehren ist, je weniger reaktiv wir sind, desto mehr Raum bleibt uns, um vernünftig zu reagieren.

Deshalb sollten wir Angst und negative Emotionen kontrollieren. Wir sollten bis zehn zählen und tief einatmen, sobald eine schwierige Person uns angegriffen hat. Niemand hat das Recht, uns unseren Tag zu vermiesen. Daher sollten wir uns nach und nach frei von Wut, Zorn und schlechter Laune machen.

Der Verstand sollte wie ein leerer Raum sein, wo die verunreinigte Luft durch eine Tür hinein und durch die nächste gleich wieder hinausweht.

3. Proaktiv und nicht reaktiv sein

Schwierige Menschen machen aus uns manchmal zu Opfern ihrer ungesunden Künste. Nach und nach häufen wir dabei so viel Hass, Unbehagen und Frustration an, dass wir Gefahr laufen, auf die schlechteste Art und Weise zu reagieren. Das ist nicht richtig. Früher oder später bereuen wir diese Reaktion, und vor allem aber, nicht schon viel früher Grenzen gesetzt zu haben.

„Sei von nichts und niemandem ein Sklave. Finde die wahrhaftige Freiheit.“

Glaubensbekenntnis von Jeet Kune Do

Weiser japanischer Mann

Der Taoismus empfiehlt uns, zu lernen, proaktiv zu sein. Was soll das heißen? Das bedeutet, dass wir lernen sollten, die Kontrolle über Ereignisse zu übernehmen, anstatt nur darauf zu schauen, wie die Dinge passieren.

Ein Ratschlag der Tao-Lehren besagt, dass wir jedes Mal, wenn wir mit schwierigen Menschen umgehen müssen, versuchen sollten, uns in ihre Lage zu versetzen, indem wir folgenden Satz sagen: „Es muss schwer sein.“

  • Dieser Satz kann uns dabei helfen, vieles zu verstehen: „Es muss schwer für Arbeitskollegen sein, mit jedem anzuecken, so wenig Geduld und so wenig Kontrolle über seine Gefühle zu haben.“  Oder auch: „Es muss für meinen Bruder schwer sein, ohne Arbeit, mit Schulden und darüber hinaus mit so einem komplizierten Charakter.“

Die Sichtweise des anderen zu verstehen, ermöglicht uns, auf sein Handeln vorbereitet zu sein, um die Situation besser zu kontrollieren. Unser Handeln wird besser sein, wenn wir bereit sind, Hilfe anzubieten, und angemessener und motivierender, wenn wir konstruktive Kritik äußern.

4. Die Kraft des Bambus

„Es gibt Momente, in denen alles schiefgeht und keine andere Wahl bleibt, als enthaltsam zu sein. So wie der Bambus, der Kraft bekommt, nachdem der umgeknickt wurde.“

Der Tao der Führung

Manchmal kommt es vor, dass wir im Umgang mit schwierigen Menschen eine Grenze erreichen und wir uns nicht nur in die Enge getrieben, sondern in die Knie gezwungen und sogar vollkommen gedemütigt fühlen. In diesen Momenten empfiehlt uns der Tao, den Bambus zu visualisieren.

Auch der Bambus wird gebeugt, ist dem eisigen Wind ausgesetzt, der ihn kontrollieren und die Macht über ihn haben will. Doch das passiert nie, weil der Bambus seine Kraft aus seiner Flexibilität nimmt. Die Tatsache, dass er gebeugt wird, führt dazu, dass er mehr Kraft bekommt, um zu reagieren.

Auch wir können das tun. Wenn wir das Gefühl haben, dass wir an eine Grenze gelangt sind, ist es an der Zeit, uns mit mehr Kraft zu erheben, um eine Veränderung einzuleiten. Wir sollten nicht gewalttätig sein, denn Kraft hat nichts mit Gewalt zu tun. Es ist die Fähigkeit, zu reagieren und uns mutig demjenigen gegenzuüberstellen, der aus uns etwas machen will, das wir nicht sind: schwache Menschen.

Grüner Bambus

Zusammengefasst können wir sagen, dass die Tao-Lehren wunderbare Weisheiten beinhalten, die unsere Fähigkeit, zu lernen, aufblühen lassen und uns mit ihrer Harmonie erleuchten, um die Komplexität der heutigen Welt weiser zu handhaben. Wir sollten von ihnen lernen und sie so oft es uns möglich ist anwenden.