2C-B: Die Droge der oberen Gesellschaftsschichten

10. August 2018 en Kuriositäten 0 Geteilt
Beutel mit Droge 2C-B

2C-B wird wegen des hohen Preises landläufig als „Elitedroge“ bezeichnet. Andere Namen wie Venus, Erox, Nexus, Bromo oder pinkes Kokain sind auch geläufig, um nur ein paar zu nennen. Der ursprüngliche Name der Droge ist 2C-B. Unter dieser Bezeichnung wird es als Betäubungsmittel eingestuft.

In den Medien wird 2C-B wie eine neue Droge behandelt; in Wahrheit existiert 2C-B aber bereits seit 1974. Der Erfinder der Substanz war Alexander Shulgin, der sie in einem kalifornischen Labor entwickelte. Viele behaupten, dass die Droge in Deutschland erfunden worden wäre – dies entspricht aber nicht der Wahrheit.

2C-B ist eine synthetische Droge. Das bedeutet, dass sie in einem Labor aus chemischen Substanzen hergestellt oder synthetisiert wird. Das unterscheidet sie von anderen Drogen, die man aus natürlich vorkommenden Pflanzen gewinnt, wie zum Beispiel Marihuana oder Kokain.

„Wenn die Literatur wie Kokain verboten wäre, würden die Menschen aus reiner Neugier vielleicht versuchen, ein paar Linien zu erhaschen.“

Alejandro Jodorowsky

Die Geschichte von 2C-B

2C-B wurde in den 1980er Jahren populär, als auch viele andere Designerdrogen auf der Bildfläche erschienen. In den USA wurde Ecstasy 1985 gesetzlich verboten. Dadurch erlebte 2C-B einen sogar noch größeren Aufschwung. 1994 erklärte die US-amerikanische Regierung 2C-B zur illegalen Substanz. Schritt für Schritt zog der Rest der Welt nach. Damals war die Droge als „Nexus“ bekannt.

In einer Diskothek hält ein Mann, der in Jeans gekleidet ist, ein Tütchen mit einer Droge an die hintere Gesäßtasche.

2004 erlebte die illegale Droge wieder einen Boom, diesmal in Lateinamerika. Die Substanz wurde in Mexiko sehr populär. Drogenhändler begannen damit, sie zwei Jahre später in Kolumbien durch die Stadt Medellín einzuführen. Ein gewisser „Alejo Tucibi“ (so wird die Substanz im Spanischen genannt) fing damit an, eine örtliche Variante der Droge herzustellen. Die Dealer in Medellín schafften es, „Alejo“ aus der Stadt zu schleusen. Er zog nach Cali, wo er wiederum von der herrschenden Mafia verwiesen wurde. Schließlich landete er in Bogotá. Dort entführte ihn die örtliche Mafia und zwang ihn, seine Formel preiszugeben. „Chicho“ Urdinola, ein berühmter Mafiaboss, übernahm Alejos Geschäfte. Später wurde Urdinola an die USA ausgeliefert.

Noch heute wird in Kolumbien weltweit das meiste 2C-B hergestellt. Von dort wird es hauptsächlich nach Europa exportiert. Die meisten europäischen Konsumenten befinden sich in Deutschland.

Ein Amphetamin mit psychedelischen Auswirkungen

2C-B (4-Brom-2,5-dimethoxyphenylethylamin) gehört zur Familie der Amphetamine. Amphetamine stellen starke Stimuli für das zentrale Nervensystem dar. Drogendealer verkaufen 2C-B für gewöhnlich auf dem Schwarzmarkt in Pillen- und Kapselform. Manchmal ist die Handelsware aber auch ein Puder. Die Droge gibt es in verschiedenen Formen, üblicherweise ist es jedoch pink. Darum nennen sie viele Leute auch „pinkes Kokain“.

Rosafarbene Designerdrogen in Tablettenform auf blauem Untergrund.

Nutzer konsumieren die Droge normalerweise oral, obwohl das Pulver inhaliert wird. Die Wirkungsweise von 2C-B besteht darin, dass es sich an die Adrenalin-, Noradrenalin- und Dopaminrezeptoren anheftet, wenn es das Gehirn erreicht. Die Substanz gehört zu den psychoaktiven Stoffen. Das heißt, sie erweitert den Wahrnehmungsvorgang und kognitive Prozesse, was zu Wahnvorstellungen und/oder Halluzinationen führen kann.

2C-B wirkt langsamer als andere Drogen wie zum Beispiel Ecstasy. Nach der Einnahme dauert es vielleicht 1-2 Stunden, bis die Droge im Gehirn ankommt. Ihre Wirkung hält zwischen 4 und 8 Stunden an. Alles hängt von der individuellen Statur der Person, ihrer Physiologie und ihrem Allgemeinzustand ab. Fachleute sind der Ansicht, dass 10 mg eine niedrige Dosis seien. Als moderate Dosis gelten 10 bis 24 mg. Hochdosiert ist die Bezeichnung für eine Menge von 25 bis 40 mg. Alles, was darüber hinaus geht, gilt als Überdosis.

Wirkungsweisen von 2C-B

2C-B hat körperliche und psychologische Nebenwirkungen. Geringe Dosen führen zu einer Sinneserweiterung. Das bedeutet, dass alles, was eine Person über ihre Sinne wahrnimmt, überhöht und verstärkt wird.

Frau erlebt halluzinogene Wirkung einer Designerdroge.

Bei höherer Dosierung treten die folgenden Wirkungsweisen auf:

  • Visuelle und auditive Halluzinationen
  • Objekte erscheinen uneben oder haben eine glänzende Oberfläche
  • Lachanfälle, die manchmal mit Angstgefühlen und Rastlosigkeit einhergehen
  • Übersteigertes Einschätzen der eigenen Intelligenz
  • Größeres Körperbewusstsein als für gewöhnlich
  • Plötzliche Stimmungsumschwünge
  • Hochdosiert verursacht die Droge Angstgefühle und sogar Panikattacken

Die häufigsten körperlichen Nebenwirkungen von 2C-B sind erhöhter Blutdruck, Pupillenerweiterung, verschwommene Sicht, Schwindel und Schlaflosigkeit. Wir wissen nicht viel über die langfristigen Nebenwirkungen. Was wir jedoch wissen, ist, dass die Einnahme über einen längeren Zeitraum hinweg schlimme Fälle von Angststörungen, Depressionen oder Schlaflosigkeit auslösen kann. Wir wissen nicht genau, wie hoch das Suchtpotenzial von 2C-B ist.

Weitere Fakten über 2C-B

Die Wirkung einer jeden Dosis hängt von den Eigenschaften der Person ab, die die Droge konsumiert. Bei einigen Leuten hat eine 15 mg-Dosis fast keine Wirkung. Für andere wiederum ist diese Dosis sehr hoch und verursacht Halluzinationen. Bei einer Dosis von 14 bis 24 mg kann ein Unterschied von 1o mg eine erhebliche Steigerung der Wirkungsweise bedeuten.

Synthetische Droge in Form eines rosafarbenen Pulvers

In Kolumbien wird 2C-B als Droge der „Königinnen und Models“ bezeichnet. Dieser seltsame Spitzname rührt daher, dass die Kombination von 2C-B und Ecstasy ein kraftvolles Aphrodisiakum ergibt. Das gilt besonders für Frauen. Bevor die Droge zur illegalen Substanz erklärt wurde, benutzten Psychiater sie in der Tat im Rahmen der Paarberatung. Fachleute sind der Ansicht: wenn es jemals gelänge, ein hundertprozentig wirksames Aphrodisiakum zu erfinden, müsse 2C-B darin die Hauptzutat sein.

Obwohl 2C-B als „Elitedroge“ bezeichnet wird, spiegelt dieser Name nicht den tatsächlichen Preis wider. Obwohl die Substanz auf dem Schwarzmarkt teuer gehandelt wird, unterscheidet sie sich in den Herstellungskosten nicht wesentlich von Kokain. Die Wirkungsdauer von Kokain ist kürzer, deshalb greifen Nutzer mehrfach danach. So gesehen sind die Kosten für beide Drogen schlussendlich ungefähr gleich.

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