Was im Gehirn nach einer Trennung passiert

13, März 2017 en Psychologie 530 Geteilt

Eine Trennung kann dich leer, verstört und verwirrt zurücklassen. Liebeskummer zerreißt uns und die Wahrheit ist, dass er das auf gewisse Art und Weise auch tatsächlich tut. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Partner, die eine lange Beziehung hatten, verbundene Erinnerungen generieren und jede davon wird zum Teil eines Systems, dem beide Personen angehören.

Wenn eine Beziehung endet, dann ist die Trennung traumatisch. Es ist beinahe wie die Amputation eines Körperglieds; der Körper reagiert damit, nach dem Teil zu suchen, von dem er gelernt hat, abhängig zu sein. Das kann man mit Entzugserscheinungen, unter dem Süchtige leiden, vergleichen.

Sich in jemanden zu verlieben ist ein emotionaler Prozess, der viele Effekte auf das Gehirn hat. Aus diesem Grund beeinflusst es das Gehirn auch sehr stark, wenn wir uns trennen. Nach einer Trennung – wenn du emotionalen Schmerz erfährst – sind die gleichen Bereiche, die auch mit körperlichem Schmerz in Verbindung stehen, aktiv.

Gefühle sind wie Wellen. Du kannst sie nicht davon abhalten, auf dich zuzukommen, aber du kannst dir aussuchen, auf welcher du reitest.

Liebeskummer und das Gehirn

Verschiedene Studien zeigen, dass Verliebtheit Hirnareale für Verbundenheit und das Verlangen, mit dieser Person zu sein, aktiviert. Ebenso werden diese Regionen auch bei einer Trennung aktiv. Das heißt, dass, die Person zusätzlich zum Schmerz weiterhin Verbundenheit der anderen Person gegenüber spüren kann.

John Cacioppo, Direktor vom Zentrum für Cognitive und Social Neuroscience an der Universität von Chicago (Illinois, USA), bekräftigt, dass wir dazu gemacht sind, um stabile emotionale Bindungen zu schaffen und dass es sehr schmerzhaft ist, wenn diese Bindungen zerrissen werden, weil die Person, der du vertraut hast und an die du geglaubt hast, dich allein gelassen hat.

Die Ergebnisse anderer Studien über Menschen, die sich kürzlich getrennt haben, zeigen, dass der Körper als Reaktion auf diesen Schmerz die gleichen Hormone ausschüttet wie bei Stress. Diese Hormone haben auch einen Einfluss auf das Verdauungssystem und das Herz.

Wenn du durch eine ähnliche Situation gegangen bist, dann weißt du, dass es sehr wehtut, aber dass das Leben weitergeht. Deine Freunde, deine Familie, deine Leidenschaften und deine inneren Ressourcen werden dir dabei helfen, die Situation zu überwinden. Der Prozess einer Trennung ist wie sich noch einmal zu verlieben, aber genau umgekehrt. Die neuronalen Reaktionen auf romantische Leidenschaft sind in beiden Fällen gleich.

Stärke ist nicht, wie viel du aushältst, bevor du zerbrichst; sie ist, wie viel du aushältst, nachdem zu zerbrochen bist.

Das Gehirn, wenn es eine Trennung überwindet

Verschiedenen Studien haben gezeigt, dass du den Menschen, den du liebst, im Laufe einer einer romantischen Beziehung weniger idealisierst. Nach einer Trennung wirst du allerdings von all diesen Gefühlen noch einmal überkommen. Die Belohnungssysteme im Gehirn erwarten während einer Trennung immer noch diesen Funken von Liebe. Wenn sie keine adäquate Antwort erhalten, dann reagieren sie, indem sie ihre Aktivierungslevel reduzieren.

Diese Forderung der Belohnungssysteme des Gehirns ist es, die dich schlussendlich dazu bringt, dich nach einer Trennung idiotisch oder impulsiv zu verhalten. Wenn du Abschiedsnachrichten schreibst oder deinen Ex verzweifelt anflehst, antwortest du in Wirklichkeit auf das chemische Chaos in deinem Gehirn.

Wenn Liebe endet, dann tut das weh. Es beinhaltet wirkliches, körperliches Leid, das Monate andauern kann. Aber dieser Schmerz ist Teil des Heilungsprozesses und Wachsens nach der Trennung. Verschiedene Hirnscans von Menschen, die Liebeskummer haben, zeigen, dass dieser mit einem aktiven präfrontalen Kortex einhergeht. Das ist der Bereich des Gehirns, der mit Persönlichkeit, Entscheidungen und dem Planen von komplexem kognitiven Verhalten in Zusammenhang steht.

Mit anderen Worten, während du schluchzt und weinst, arbeiten die Chemikalien in deinem Gehirn schon daran, dein Verhalten zu ändern, deine Emotionen auszubalancieren und dich zurück auf den Weg zu bringen.

Erinnerst du dich daran, als du dachtest, du kannst ohne diesen Menschen nicht leben? Schau, du lebst immer noch.

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