Warum machen uns Depressionen anfälliger für Erschöpfung?

28. Dezember 2018

Menschen mit Depressionen sind anfälliger für Erschöpfung. Einfache Aufgaben wie sich zu duschen oder gar das Aufstehen aus dem Bett können dann mehr Aufwand erfordern, als normalerweise notwendig wäre. Darüber hinaus kann Erschöpfung eine Rolle bei anderen Symptomen im Zusammenhang mit Depressionen spielen, wie Entzug und Apathie.

Depressionen können das Gefühl der Müdigkeit verstärken, sodass eine Person nicht länger in der Lage ist, Aktivitäten nachzugehen, die sie früher problemlos durchgeführt hat. Tatsächlich, so die klinische Psychologin Shoshana Bennett, „ist es unüblich, dass Erschöpfung als Symptom einer Depression nicht auftritt.“  Erschöpfung betrifft tatsächlich die überwiegende Mehrheit der Menschen mit schweren depressiven Störungen, berichteten Ghanean, Ceniti und Kennedy in einem Artikel im Fachjournal CNS Drugs. Aber was verursacht die mit Depressionen verbundene Müdigkeit?

„Unsere Erschöpfung wird oft nicht durch Arbeit, sondern durch Sorge, Frustration und Groll verursacht.“

Dale Carnegie

Warum macht uns eine Depression anfälliger für Erschöpfung?

Statistisch gesehen trägt die Restmüdigkeit bei Depressionen signifikant zur Verschlechterung der Lebensqualität bei. Darüber hinaus scheint sie auch ein wichtiger Risikofaktor für Chronifizierung und Rückfall zu sein. Mögliche Ursachen für vermehrte Müdigkeit bei depressiven Störungen sind Schlafprobleme, unausgewogene Ernährung, Stress und sogar Medikamente zur Behandlung von Depressionen.

Erschöpfter Mann

Hast du Schlafprobleme?

Erholsamer Schlaf ist unerlässlich, um den Körper zu regenerieren und die Energiespeicher wieder aufzufüllen. Schlafmangel allein verursacht zwar keine Depressionen, aber Schlafentzug bewirkt eine Erhöhung des Risikos einer Depression. Schlafmangel kann auch bestehende Depressionssymptome verschlimmern, und selbst wenn eine Person mit Depressionen genügend Schlaf bekommt, findet sie möglicherweise keine ausreichende Erholung im Schlaf.

Es wurde zudem berichtet, dass viele Menschen mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen, wie z. B. bipolaren Störungen, sowohl Phasen der Schlaflosigkeit als auch der Hypersomnie durchlaufen.

Eine weitere Schlafstörung, für die ein Zusammenhang mit Depressionen nachgewiesen wurde, ist die obstruktive Schlafapnoe. In diesem Zusammenhang zeigte eine Studie, dass bei Menschen mit Schlafapnoe die Inzidenz von Depressionen höher ist und diese wiederum die Schwere der Schlafapnoe beeinflussen. Die Studie ergab weiterhin, dass die Behandlung der Schlafapnoe die Symptome der Depression verbessert.

Ernährst du dich gesund und ausgewogen?

Es gibt seit Langem Spekulationen darüber, ob die Ernährung die psychische Gesundheit beeinflusst. In diesem Zusammenhang finden sich in einem kürzlich veröffentlichten Beitrag Hinweise darauf, dass qualitativ hochwertigere Diäten, wie z. B. solche, die „entzündungshemmende Lebensmittel“ enthalten, das Risiko einer Depression verringern können.

Andere Forscher berichteten, dass spezifische Ernährungsmuster mit einem erhöhten Risiko für Depressionen verbunden sind. In diesem Zusammenhang fand man heraus, dass westliche Ernährungsweisen, die reich an rotem Fleisch, verarbeitetem Fleisch, raffiniertem Getreide, Süßigkeiten und anderen ungesunden Lebensmitteln sind, das Risiko für Depressionen erhöhen können.

Bist du gestresst?

Einer Studie zufolge können stressige Lebensereignisse, wie z. B. das Ende einer Beziehung, der Tod eines geliebten Menschen, ein erheblicher Verlust oder gesundheitliche Einschränkungen, unter anderem das Risiko, eine schwere depressive Störung zu entwickeln, signifikant erhöhen. Woran das liegt? Stress kann den Serotonin- und Dopaminspiegel beeinflussen. Diese Neurotransmitter spielen eine wesentliche Rolle bei der Regulierung von Stimmung und Energie.

Dieselbe Studie deutet zudem darauf hin, dass Stress auch Entzündungen im Körper verursachen kann. Diese Entzündungen könnten wiederum zur Hypersomnie führen und den Betroffenen anfälliger für Erschöpfung machen.

Nimmst du Antidepressiva?

Antidepressiva wirken auf die Neurotransmitterfreisetzung im Gehirn und helfen, die stimmungsregulierenden Funktionen zu verbessern. Einige Antidepressiva können dennoch eine erhebliche Erschöpfung verursachen. So berichteten Wissenschaftler schon vor Jahren, dass einige der Medikamente, die zur Behandlung von schweren depressiven Störungen eingesetzt werden, als Nebenwirkung Erschöpfungssymptome hervorrufen können.

Antidepressiva

Wie sich der Erschöpfung bei Depressionen vorbeugen lässt

Zusätzlich zum Gespräch mit dem behandelnden Arzt über das Problem der Erschöpfung, das primär dazu dient, andere Ursachen auszuschließen oder zu diagnostizieren und/oder die Pharmakotherapie zu überprüfen, eignen sich weitere Maßnahmen, um die mit Depressionen verbundene Erschöpfung zu lindern:

  • Bewegung. Du wirst besser schlafen und die Ausschüttung von Hormonen und Substanzen in deinem Gehirn fördern, die dein Wohlbefinden steigern, wenn du dich regelmäßig bewegst.
  • Halte eine gute Schlafhygiene. Befolge eine Routine, die einen guten Schlaf fördert.
  • Verbessere deine Ernährung. Vermeide Lebensmittel, die reich an ungesunden Fetten und raffiniertem Zucker sind. Erhöhe den Konsum von Blattgemüse, Fisch, probiotischen und anderen nützlichen Lebensmitteln.
  • Übe Achtsamkeit. Achtsamkeit hilft, die Stimmung zu heben und Stress abzubauen.

Denken wir daran, dass die Tatsache, dass wir während einer Depression anfälliger für Erschöpfung sind, nicht bedeutet, dass wir uns mit ihr zufriedengeben müssten. Wenn wir aktiv werden, um unsere Situation zu verbessern, werden sich auch die Symptome der Depression verbessern.