Vorsicht: Auch dein Körper spricht!

· 6. Juli 2017

Er spricht, flüstert, schreit… Er drückt sich aus, wie auch immer er kann, oder manchmal, wie wir ihn eben lassen. Es ist immer eine gute Idee, uns darüber bewusst zu sein, was wer uns erzählt, denn unser Körper gibt unserem Geist beständig Informationen darüber, was unsere Sinne aufnehmen. Durch ihn sind wir also mit der Außenwelt verbunden und unsere Nerven sind dafür verantwortlich, diese wertvollen Informationen weiterzugeben.

Wir müssen uns ganz klar darüber sein, was er uns erzählt, denn häufig ist das der einzig wahre und authentische Weg, den wir gehen können, um eine Situation zu lösen. Unserem Körper aufmerksam zuzuhören bedeutet also, auf die Essenz zu hören, die uns als verschiedene und einzigartige Individuen formt.

Vielleicht kannst du dich an eine Situation erinnern, in der dein Körper unglücklich und aufgeregt war und einem Raum, in dem er sich befand – sei er real gewesen oder habe er nur in deiner Vorstellung existiert – unbedingt entkommen wollte. Viele Male wirst du dich selbst in derartigen Situation dabei erwischt haben, dass du an einer platonischen, romantischen oder professionellen Beziehung festhieltest und trotz dessen doch gespürt hast, dass es nicht das war, was du brauchtest. Dieses Etwas, das man verspürt, dieses vage und manchmal kaum wahrnehmbare Gefühl, übermittelt dir dein Körper.

„Wenn sich eine Person mit jemandem unwohl fühlt, wird keine ehrliche Kommunikation stattfinden. Sobald man sich wahrhaftig ausdrückt, wird all dieses Unwohlsein vergehen.“

Fritz Perls

Beispiele dafür, wie sich unser Körper ausdrückt

Im Folgenden führen wir einige Beispiele dafür auf, wie sich unser Körper ausdrückt und uns in manchen Fällen auch um Hilfe bittet:

  • Das Gefühl, einen Frosch im Hals zu haben
  • Das Gefühl, einen Knoten im Magen zu haben
  • Plötzliche Akne
  • Der Menstruationszyklus kommt durcheinander
  • Bluthochdruck, Herzrasen
  • Migräne

Tatsächlich leiden jene Menschen am häufigsten unter psychosomatischen Erkrankungen, denen es schwerfällt, ihre Emotionen zum Ausdruck zu bringen und in der Folge mit Problemen umzugehen, die aus diesem ungeeigneten Umgang mit jenen Emotionen resultieren. Mit psychosomatischen Krankheiten meinen wir organische Beschwerden, die eine psychische Ursache haben.

Bei der Behandlung dieser Art von Patienten stehen die Emotionen im Mittelpunkt und im Allgemeinen werden sie aus einer somatischen, psychologischen, sozialen und kulturellen Perspektive betrachtet. Wenn eine Person also nicht in der Lage ist, eine Situation zu lösen oder zu akzeptieren – sei diese etwas, das sie selbst betrifft oder auch andere – wirkt sich dies auf den Körper aus und verursacht Beschwerden, damit sich der Geist darüber klar wird und sich des Problems annimmt.

Verletzende Gefühle machen uns täglich krank

Wenn wir verletzende Gefühle in uns tragen, fügt uns das auch körperlichen Schaden zu. Verletzende Gefühle sind Gefühle, die wir nicht verarbeitet haben, dir wir nie zum Ausdruck gebracht haben und die immer weiter durch unseren Körper wandern und dort so lange für Unbehagen sorgen, bis wir uns mit ihnen auseinandersetzen. Sie stellen eine offene Wunde dar, die darauf wartet, geheilt zu werden und die entsprechende Verletzlichkeit mit sich bringt.

Wie ist das im Zusammenhang mit unserem Körper zu verstehen? Verletzende Gefühle kann man wie eine Mahlzeit betrachten, die uns schwer im Magen liegt, die uns aufbläht und uns jegliche Lust darauf nimmt, etwas Neues zu probieren. Sie ist so schwer zu verdauen, dass wir deshalb sogar ein oder zwei Mahlzeiten überspringen, wie lecker diese auch scheinen. Und solange wir sie nicht verdaut haben, wird sie uns davon abhalten, uns gut zu fühlen.

„Wenn man sich nicht durch Tränen vom Schmerz befreit, kann es sein, dass andere Organe weinen.“

Francis J. Braceland

Uns den verdeckten und verletzenden Gefühlen also zu stellen, die von unserem Körper klagend angezeigt werden, wird das natürliche Gleichgewicht des Körpers wiederherstellen. Die Verarbeitung dieser Gefühle wird Muskelverspannungen lösen und uns die Möglichkeit geben, einen Zustand der Entspannung zu erfahren, in wir uns sehr viel besser fühlen werden.

Techniken, um die Botschaften deines Körpers wahrzunehmen

Es gibt verschiedene Techniken, um zu lernen, wie man die Aufmerksamkeit auf seinen Körper und seine Art, mit uns zu kommunizieren, richtet. Diese Techniken stammen aus der buddhistischen Meditation.

Sie bestehen darin, täglich für einige Minuten unsere gesamte Aufmerksamkeit auf unseren Körper zu richten, um jegliche Reize, Gefühle oder Emotionen wahrzunehmen, ohne sie zu beurteilen. Wir sollten sie als Teil der Botschaften akzeptieren, die unser Körper uns sendet, denn diese Informationen können wir nutzen, um unser Gefühl des Unbehagens loszuwerden.

„Auf der Welt zu sein, mit all ihren Höhen und Tiefen, allein oder in Begleitung, gehört zur Existenz im Hier und Jetzt.“

Fritz Perls

Unser Körper ist wahrlich die reichhaltigste Quelle, aus der wir schöpfen können. Alles, was von ihm stammt, ist real und wahrhaftig. Auch unser Kopf mit seinen unendlichen Labyrinthen aus Gedanken und Argumenten verändert seine Essenz nicht, wenn er auf den Körper hört. Er wird dann ein bisschen weiser und lebt auf eine Weise, die stärker verbunden ist mit dem, was wir sind.

Hören wir also auf unseren Körper, er hat uns eine Menge zu sagen!