Sich vom Frust befreien

Sich vom Frust befreien

Wenn wir nachtragend sind, fühlen wir Schmerz und zurückgehaltene Wut, abgekühlt und chronifiziert in der Zeit, in der das passiert ist, was diesen Frust hervorgerufen hat. Blenden wir einmal aus, was in der Vergangenheit liegt, was in der Zukunft passieren könnte, dann ändert sich doch nichts an unserer Situation, denn sie bleibt unwiderruflich so.

„Ich bin sauer auf meine Schwester, denn als ich ihre Hilfe brauchte, hat sie sich nicht für mich interessiert. Es hat sie nicht gekümmert und sie hat nicht zu schätzen gewusst, was ich für sie getan habe,“ „Ich bin sauer auf meinen Partner, weil mich bei dieser für mich wichtigen Entscheidung nicht unterstützt hat“….

So distanzieren wir uns von anderen Personen und versuchen, so zu tun, als würde uns nicht interessieren, was derjenige macht oder sagt. Trotzdem können wir das Gefühl von Frust, Zorn, Machtlosigkeit oder Schmerz nicht loslassen, weswegen wir uns gekränkt fühlen.

Der Frust vermittelt uns das Gefühl, die ganze Welt wäre gegen uns. Oder sind vielmehr wir gegen die Welt? In einer kleinen Höhle bewahren wir den Schmerz und die nicht herausgelassene und verarbeitete Wut auf, hier sammelt sie sich während der ganzen Zeit über und wenn es uns nicht auffällt, kann diese Wut noch wachsen, als würden wir ein Monster in unserem Inneren beherbergen, das Schritt für Schritt immer größer wird.

Wer diesen Frust erlebt, wird zunächst nicht in der Lage sein, diesen zu verstehen, zu lösen, zu vergessen, aus sozialer Sicht ein sehr unangebrachtes Gefühl.

Aber dieser Frust hat wie jedes Gefühl eine Ursache, die ihn erklärt. Er dient uns als Signal, zeigt uns an, dass es ein Problem oder Schwierigkeiten gibt, für die es uns schwerfällt eine Lösung zu finden.

Gefühl und Ahnung

Das Gefühl beginnt, zu entstehen, wenn wir etwas erleben, das uns frustriert und vor dem wir unseren Schmerz und unsere Wut nicht zeigen. Deswegen sind die Personen, die solche Emotionen fühlen, meist viel sensibler, sie leben den Schmerz, die Wut intensiv aus, da sie nicht gelernt haben, diese auf geeignete Weise auszudrücken.

Sie stauen sich im Inneren der Person, werden immer mehr, immer größer und unverhältnismäßiger.

Der Schmerz und die in unserer Höhle aufbewahrte Wut wachsen weiter und machen diesem Monster Platz, das die Macht über uns hat. Wir wissen alle, dass in unserem Inneren unterdrückte Gefühle zu Gift werden, wir uns dann vom Rest abnabeln, was chronisch wird.

In der Zeit, in der wir den Frust unterdrücken, sollten wir ihn hinterfragen. Wie geht es uns mit dieser zurückgehaltenen Wut? Das wird uns helfen, einen Weg zu finden, mit ihr umzugehen.

Wir können den Frust unterschiedlich bewerten und manche Einschätzung kann uns helfen, ihn zu überwinden. Andere verschlimmern die Situation noch, eine Geringschätzung oder Verachtung unser selbst zum Beispiel.

Außer dem Schmerz und der Wut gibt es noch den Selbstvorwurf. Die betroffene Person fühlt sich schlecht, fühlt, dass sie es nicht verdient hat, geliebt zu werden oder dass sie keine Unterstützung hat. Auf diese Weise wird das Selbstbewusstsein angegriffen.

Eine geeignete Strategie gegen Frust ist das Wissen darum, angemessen wütend zu werden und das bewusste Erkennen und Asdrücken des Schmerzes, den man fühlt.

Wenn wir bedenken, dass die meisten von uns nicht wissen, nie erlernt haben, ihren Ärger auf geeignete Weise auszudrücken und die sich daraus ergebende Energie auszuleben, dann produzieren wir mehr Probleme als Lösungen.

Wenn wir wütend werden, kann es passieren, dass unsere Erwartungen viel höher waren, als die Wirklichkeit zulässt. Versuchen wir, aus der Energie, die wir in Frustration und Wut stecken, etwas Positives zu machen und damit unser Problem zu lösen. Die Frage, wie stark wir unsere Gefühle ausdrücken und wie wir dies tun.

Das, zusammen mit der Haltung unseren Schmerz ohne Vorwürfe kommunizieren zu können, macht es möglich, dass die Ablehnung nicht in uns wächst.

Aber wenn wir nicht vermeiden können, dass dieser Frust aufkommt, müssen wir die Einschätzung im Inneren beobachten und verarbeiten, die das Gefühl ausgelöst hat. Anstatt uns also zu disqualifzieren, nehmen wir uns die Möglichkeit, zu vermitteln, wie wir uns fühlen und was wir brauchen. Wir merken also, was uns so verletzt und wütend macht, und können das der anderen Person auf geeignete Weise mitteilen.

Es geht darum, sich bewusst zu sein, was passiert und zu identifizieren, wie wir uns fühlen, anstatt automatisch zu reagieren. Außerdem sollten wir verstehen, dass die ganze Welt uns nicht das bieten kann, was wir haben wollen oder benötigen, nicht nur wegen den Umständen, sondern auch weil wir oftmals nicht wissen, wie wir unsere Bedürfnisse vermitteln können.