Selbstverletzung oder das Verlangen, dir selbst wehzutun

Selbstverletzung oder das Verlangen, dir selbst wehzutun

Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2017

Selbstverletzung ist manchmal der einzige Ausweg, den Menschen sehen, um mit ihren Problemen umzugehen. Sie versuchen die Gefühle, die sie nicht mit Worten erklären können, auf diese Weise auszudrücken, und lassen emotionalen Schmerz heraus.

Es handelt sich hierbei um eine Verhaltensweise, einen Fluchtreflex, um sich auszudrücken und besser zu fühlen, wobei persönliche Verletzungen als der einzige Weg gesehen werden, um mit Gefühlen wie Traurigkeit, Hass, Schuld oder Wut umzugehen. Allerdings hält die Erleichterung nur kurz an. Denn für die Menschen, die sich selbst verletzen, kommt das schmerzhafte Gefühl immer zurück und sie müssen sich dann erneut selbst wehtun.  Außerdem beeinträchtigen Geheimnistuerei und schuldinduzierte Verletzungen die Familie und persönliche Beziehungen. Deshalb ist es notwendig, andere Wege zu finden, um sich besser zu fühlen.

Verschiedene Arten von Selbstverletzung

Dem Impuls, sich selbst wehzutun, kann auf verschiedene Arten und Weisen nachgegangen werden. Einige der verbreitetsten Wege sind folgende: Verbrennungen, die Haut ritzen oder tief einschneiden, Objekte durch die Haut stechen, Wunden vom Heilen abhalten, seinen Kopf oder einen anderen Körperteil schlagen, giftige Substanzen zu sich nehmen. Weniger offensichtliche Wege, auf denen sich ein Mensch in Gefahr begibt, sind extremes Trinken, rücksichtsloses Autofahren oder Medikamente ohne Verschreibung einzunehmen.

Was sind die Anzeichen für Selbstverletzung?

Oft sind Menschen betroffen, die gern allein sind, sich lange im Bad oder im Schlafzimmer aufhalten, die aber unter ihrer Isolation leiden und häufig gereizt wirken. Warnzeichen dafür, dass sich ein Freund oder ein Familienmitglied selbst verletzt, sind unter anderem die folgenden:

  • Unerklärte Verletzungen, blaue Flecken oder Verbrennungen, oft an den Handgelenken, der Brust, den Armen oder Hüften
  • Blutflecken auf der Kleidung oder der Bettwäsche
  • Messer, Nadeln, Glas oder scharfe Objekte in ihren Sachen
  • Häufiges erleiden von Unfällen und Entschuldigung mit Schusseligkeit
  • Tragen langärmliger Kleidung selbst bei größter Hitze

Wie man mit Selbstverletzungen umgeht

  • Der erste Schritt ist, sich jemandem anzuvertrauen und mit ihm über das zu reden, was passiert. Womöglich hat die Person anfangs Angst, zu sprechen, aber oft ist es für sie auch eine Erleichterung, mit jemandem zu teilen, was geschieht. Um über Selbstverletzung zu sprechen muss sich die Person auf ihre Gefühle konzentrieren und so kommunizieren, dass sie sich wohlfühlt.
  • Der zweite Schritt ist, nach professioneller Hilfe zu suchen und nicht mit dem selbstverletzenden Verhalten weiterzumachen. Mit der Hilfe eines Therapeuten kann die Person verstehen, warum sie sich selbst verletzt. Es ist sehr wichtig, die Auslöser für die Selbstverletzung zu erkennen, und um das zu erreichen, muss am emotionalen Bewusstsein gearbeitet werden.
  • Der dritte Schritt ist es, Bewältigungsstrategien zu erarbeiten, z.B. Schmerz und intensive Emotionen auszudrücken, sich zu beruhigen, zu wissen, wie man abschaltet und Spannungen abbaut.

Professionelle Behandlung

Den richtigen Therapeuten zu finden, kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Es ist wichtig, dass der gewählte Therapeut Erfahrung damit hat, Traumata und Selbstverletzungen zu behandeln, aber vor allem, dass gegenseitiges Vertrauen besteht.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Toni Blay


Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachmann. Bei Zweifeln konsultieren Sie Ihren Spezialisten.