Psychische Stärke: Wie du die Zeit nach dem Lockdown bewältigst

21 Mai, 2020
Der Lockdown ist vorüber und dennoch ist unser Leben nicht mehr dasselbe wie zuvor. Es gibt nach wie vor zahlreiche Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen, die wir beachten müssen. Wir brauchen nun psychische Stärke, um diese Zeit zu überstehen. Erfahre heute, wie dir das gelingen kann.

Wir brauchen in dieser Zeit mehr psychische Stärke als je zuvor. Obwohl die Ausgangsbeschränkungen gelockert wurden und viele Dinge sich zu normalisieren scheinen, gibt es dennoch zahlreiche Veränderungen in unserem Alltag. Um die damit verbundenen Schwierigkeiten und Herausforderungen besser zu bewältigen, benötigen wir größere mentale Flexibilität, Offenheit und Resilienz.

Millionen von Menschen auf der ganzen Welt werden sich darüber bewusst, dass uns eine neue Phase der Pandemie bevorsteht. Nach teilweise sehr starken Einschränkungen des privaten und öffentlichen Lebens werden diese in vielen Ländern wieder gelockert. Nun sind wir alle mit der sogenannten “neuen Realität”, dem Leben mit dem Coronavirus, konfrontiert.

Wir alle haben uns diesen Moment herbeigesehnt, der uns wieder mehr Freiheit im täglichen Leben ermöglicht. Dennoch haben viele von uns gemischte Gefühle. Es herrscht ein Gefühl der Hoffnung, das aber von vielen Unsicherheiten und offenen Fragen begleitet wird. Irgendwie wissen wir alle, dass unser Leben noch für lange Zeit nicht wieder ganz “normal” sein wird.

Eine neue soziale Realität

Ernesto Sábato sagte in einem seiner Bücher, dass das, was einmal war, nicht länger sein kann. Menschen und Situationen können nicht mehr so sein, wie sie gestern gewesen sind. Und möglicherweise liegt sehr viel Wahres in dieser Aussage.

Es ist unbestreitbar, dass es in der Zukunft große Veränderungen geben wird. Allerdings bedeutet das nicht unbedingt, dass das, was uns erwartet, schlechter sein muss, als die Gesellschaft, die wir bisher hatten. Wir erleben einfach eine Zeit der Veränderung, auf die wir uns alle vorbereiten müssen. Und dazu brauchen wir auch neue Fähigkeiten und Ansätze.

Wenn die Ausgangsbeschränkungen der vergangen Wochen unsere psychische Stärke und Widerstandsfähigkeit auf die Probe gestellt haben, dann wird uns auch die neue soziale Realität, mit der wir nun konfrontiert sind, ebenfalls einiges abverlangen. Daher ist es wichtig, dass wir uns darauf vorbereiten und einige Ressourcen und Strategien zur Hand haben, die uns dabei helfen werden.

psychische Stärke - Mann vor einer Tür

Psychische Stärke: Strategien für die Zeit nach dem Lockdown

Wenn es eine Sache gab, die uns in der Zeit des Lockdowns geholfen hat, dann war es das Wissen, dass wir in dieser Krise nicht alleine sind. Diese Gewissheit hat uns in den Tagen sehr getröstet, in denen Angst, Zweifel und Frustration uns häufiger heimgesucht haben, als in anderen Zeiten.

Wir sind alle gemeinsam durch diese schweren Zeiten gegangen. Diese Pandemie ist ein globales Phänomen und Menschen auf der ganzen Welt mussten und müssen sich nach wie vor mit diesem Problem beschäftigen. Das Wissen, dass wir diese Krise nicht alleine durchstehen müssen, sollte uns ein großer Trost sein. Und auch die nun bevorstehende Zeit wird eine Erfahrung sein, die wir alle gemeinsam durchleben werden.

Viele europäische Länder und auch die Vereinigten Staaten von Amerika haben bereits damit begonnen, ihre Maßnahmen zu lockern und die Beschränkungen schrittweise zu reduzieren. In vielerlei Hinsicht werden umsichtige Veränderungen vorgenommen, die den Menschen ein wenig mehr Freiheit und Luft verschaffen.

Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche Maßnahmen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. All dies erfolgt jedoch unter Beachtung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen und Hygienevorschriften.

Dennoch gibt es aber nach wie vor einige Länder, die momentan sehr schwere Zeiten erleben. Teile der Vereinigten Staaten von Amerika und einige lateinamerikanische Länder wie beispielsweise Mexiko sind noch sehr stark von der Pandemie betroffen. In welcher Phase wir uns auch befinden, wir müssen alle psychische Stärke gewinnen, um mit den Herausforderungen dieser Zeit besser umgehen zu können. Wir wollen uns nun die Schlüssel dazu genauer ansehen.

Verantwortungsbewusstsein als Instrument, Ängste zu bewältigen

Nach wie vor warnt uns die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eindringlich: Die Pandemie ist noch nicht vorüber. Das bedeutet, dass wir mit diesem Virus noch für einige Monate leben müssen, bis ein Impfstoff gefunden wurde. Eine derartige Situation kann zwei gefährliche Konsequenzen haben:

  • Zuerst einmal könnte die (relative) Rückkehr zur Normalität dazu führen, dass wir das Risiko schlichtweg vergessen. Viele Menschen möchten wieder zu ihrem sozialen Leben und ihren gewohnten Routinen zurückkehren. Dieses Verhalten könnte dazu führen, dass das Bewusstsein der Menschen über die nach wie vor bestehende Gefahr nachlässt. Darüber müssen wir uns sehr deutlich im Klaren sein. Daher ist es unbedingt erforderlich, dass wir uns immer wieder vor Augen halten, dass das Risiko einer Infektion nach wie vor sehr real und hoch ist.
  • Darüber hinaus könnte es passieren, dass wir in eine permanente Angst vor Ansteckung verfallen. In diesem Fall müssen wir uns unsere persönliche Verantwortung bewusst machen. Der einzige Weg, das Virus einzudämmen und die Lockerung der Maßnahmen beizubehalten, ist der, dass jeder von uns die erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen einhält.
psychische Stärke - Kopf mit Fenster

Geistige Flexibilität und Akzeptanz von Veränderungen

Philosophen, Soziologen und Psychologen versuchen vorherzusagen, wie die Welt nach der Pandemie aussehen wird. Allerdings können wir darüber momentan nur spekulieren. Und bevor es so weit ist, befinden wir uns in einer Zwischenphase, die zweifelsohne weitaus komplexer sein wird.

Konkret sprechen wir über die Zeit zwischen der sukzessiven Lockerung der Restriktionen und der Verfügbarkeit eines Impfstoffes. Darüber hinaus müssen wir neben der individuellen Verantwortung, die jeder von uns wahrnehmen muss, auch mental sehr flexibel und offen für Veränderungen sein. Aber wie kann uns das gelingen? Indem wir uns die folgenden Prozesse bewusst machen:

  • Akzeptanz. Dein Leben wird sich verändern und diese Veränderungen werden dir vielleicht nicht alle gefallen. In mancher Hinsicht wirst du dein Leben möglicherweise gar nicht mehr wiedererkennen.
  • Die Fähigkeit, negative Emotionen zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen. Um dich selber auf die Veränderungen vorzubereiten, brauchst du psychische Stärke. Du musst wissen, wie du mit Emotionen wir Frustration, Wut und Traurigkeit angemessen umgehen kannst. Wenn du diese Gefühle empfindest, dann ist das ganz normal, aber sie sollten dich nicht kontrollieren. Wenn du in deiner Frustration verharrst, wird es dir nicht gelingen, dich mental zu verändern.
  • Anpassung. Sobald du dir dieser neuen Realität bewusst geworden bist, musst du erkennen, dass du niemals in der Lage sein wirst, sie zu bekämpfen; daher solltest du dich einfach an sie anpassen.
  • Flexibilität. Inmitten dieser neuen Situation solltest du auch weiterhin dazu in der Lage sein, Projekte zu beginnen und dir Ziele zu setzen. Diese Prozesse erfordern geistige Flexibilität, Kreativität und Innovationsfähigkeit.

Psychische Stärke: Hoffnung, Resilienz und kritisches Bewusstsein

Eudald Carbonell, einer der renommiertesten Archäologen überhaupt, erklärte, dass die momentane Pandemie von uns allen ein hohes Maß an kritischem Bewusstsein erfordert.

Der Prozess der Deeskalation (die sogenannte Exit-Strategie) und das kontinuierliche Fortschreiten in die neue Realität, die uns erwartet, erfordert, dass wir viele Dinge überdenken, sowohl auf sozialer als auch auf globaler Ebene.

Während dieser Zeit haben viele von uns die Gelegenheit gehabt und genutzt, über viele Aspekte unseres Lebens nachzudenken. Es war eine Zeit, in der wir uns alle sehr genau im Spiegel betrachten konnten, um uns selber besser kennenzulernen und auch, um uns selber auf die Probe zu stellen.

All das sollte uns dabei helfen, echte Veränderungen zu vollziehen. Veränderungen, die globale Auswirkungen haben und hoffentlich dazu beitragen, eine bessere Gesellschaft zu erschaffen.

Allerdings brauchen wir auch ein geeignetes inneres Gleichgewicht, um diese Veränderungen realisieren zu können. Ja, es ist völlig legitim, wenn du Angst hast und unsicher bist, was die Zukunft bringen wird. Dennoch können und müssen wir trotz unserer Ängste handeln. Wir tun dies mit Hoffnung und mit einem klaren und widerstandsfähigen Geist.

Der Menschheit bietet sich eine großartige Möglichkeit, die Welt zu verändern.

Lasst uns alle unseren Teil dazu beitragen!