Probiotika für den Geist

· 25. Juni 2018

Das Wissen darum, dass Bakterien alle möglichen positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben können, ist nichts Neues. Es wird geschätzt, dass mehr als 48 Milliarden dieser Mikroorganismen in unserem Körper leben und eine fundamentale Rolle in vielerlei physiologischen Prozessen, wie beispielsweise bei der Verdauung, spielen. Wusstest du jedoch, dass Bakterien auch Veränderungen in unserer Stimmung bewirken können? Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Darmflora die Funktionsweise unseres Gehirns beeinflusst.

Daher wird in letzter Zeit vermehrt über Probiotika gesprochen – über Substanzen, die das Wachstum für unseren Geist nützlicher Bakterien fördern. In diesem Artikel erklären wir, was wir über sie wissen.

Die Entdeckung der Probiotika

Die Idee, dass Bakterien unser Gehirn positiv beeinflussen könnten, ist neu. Im Jahr 2013 sprach Ted Dinan, Professor für Psychiatrie am University College Cork (Irland), zum ersten Mal davon. Mehrere Experimente, die dieser Forscher durchgeführt hatte, zeigten, dass fermentierte Milchprodukte das Verhalten von Tieren veränderten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Verzehr von Joghurt dazu führte, dass die Aktivität bestimmter Teile des Gehirns, die im Zusammenhang mit emotionaler Kontrolle zu stehen scheinen, zu- oder abnahm. Diese Untersuchungen ebneten den Weg zu neuen Studien über die Beziehung zwischen Darm und Geist.

Darmflora

In diesem Zusammenhang wurde entdeckt, dass einige Arten von Darmbakterien (wie Lactobacillus, der in Milchprodukten vorhanden ist) in der Lage sind, die Produktion von Neurotransmittern zu modulieren. Und Neurotransmitter wie Serotonin oder GABA beeinflussen unsere Stimmung wesentlich. Darüber hinaus wirken sie auch auf die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von psychischen Störungen wie Depression oder Angstzuständen.

Inzwischen wurden jede Menge Daten erhoben, die Untersuchungen dazu erlauben, welche Bakterienarten den positivsten Einfluss auf unser Gehirn haben. Darüber hinaus versuchen die Wissenschaftler herauszufinden, welche Probiotika wir zu uns nehmen können, um unsere geistige Entwicklung effektiv zu fördern.

Welche sind die effektivsten Probiotika? 

Obwohl es Hunderte von Substanzen gibt, die wir einnehmen können, um unsere Darmflora zu verbessern, haben Untersuchungen gezeigt, dass nicht alle gleichermaßen effektiv sind. Darüber hinaus haben sich einige Probiotika als besonders nützlich für die Gesundheit unseres Gehirns sowie die Verbesserung unserer Stimmung erwiesen, während andere unser Nervensystem kaum beeinflussen.

Einige der Probiotika, die unserem Gehirn am meisten helfen, sind in den folgenden Lebensmitteln enthalten:

  • Bananen und Äpfel
  • Kefir
  • Weitere fermentierte Lebensmittel

Lasst uns diese genauer betrachten.

1. Bananen und Äpfel

Wir alle kennen die positiven Auswirkungen, die Obst und Gemüse auf unseren körperliche Gesundheit haben. Aber kürzlich entdeckte ein Team von Mikrobiologen an der Yale University (Connecticut, USA) einen weiteren Effekt, den diese Nahrungsmittel in unserem Körper haben. Und zwar können bestimmte Arten von Gemüse und Obst als Nahrung für Bakterien dienen, die für unser emotionales Wohlbefinden wichtig sind.

Zwei der vorteilhaftesten Früchte in dieser Hinsicht sind Bananen und Äpfel. Es wurde entdeckt, dass der Konsum dieser Früchte das Wachstum der Milchsäurebakterien begünstigt. Diese Mikroorganismen wiederum spielen eine fundamentale Rolle, wenn es darum geht, Angstzustände und Depressionen bekämpfen.

Äpfel und Banane

2. Kefir

Obwohl Kefir ein relativ unbekanntes Nahrungsmittel ist, hat dieses Probiotikum in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Kefir ist bulgarischen Ursprungs, eine Art Joghurt, in dem Hefen und Bakterien eine Fermentation bewirken, die Substanzen entstehen lässt, die sehr gut für unsere Gesundheit sind.

Der Hauptunterschied zwischen Kefir und herkömmlichem Joghurt ist, dass einer seiner Hauptbestandteile ein Bakterium ist, welches als Lactobacillus kefiranofaciens bekannt ist. Zu dessen Effekten gehört die Erhöhung des Serotonin- und Tryptophanspiegels, also eine verstärkte Ausschüttung zweier Neurotransmitter, die wir für unser emotionales Wohlbefinden brauchen.

3. Weitere fermentierte Lebensmittel

Zuletzt sprechen wir über eines der klassischen Heilmittel für Verdauungsprobleme: über den Konsum von fermentierten Lebensmitteln. Auch wenn diese in Mitteleuropa nicht sehr beliebt sind, ist es an anderen Orten üblich, Sauerkraut, Kombucha oder Essig zu sich zu nehmen, um die Darmflora zu verbessern.

Kürzlich wurde zudem entdeckt, dass diese Lebensmittel auch eine sehr wichtige Rolle bezüglich unserer Stimmung spielen. Sie regulieren die Nährstoffaufnahme und die Freisetzung von Serotonin und können so zu einem deiner stärksten Verbündeten im Kampf um dein Wohlbefinden werden.

Obwohl wir Geist und Körper oft als getrennte Einheiten betrachten, sind diese in Wahrheit sehr eng miteinander verbunden. Der Konsum von Lebensmitteln mit probiotischen Eigenschaften ist eine Möglichkeit, um eine positive Stimmung zu fördern und die Funktionsweise unseres Gehirns zu optimieren.