Nutze Neid, um daraus zu lernen!

Neid wird, wie alle Emotionen, von einer Botschaft und von Energie begleitet. Die gute Nachricht ist, dass wir uns beides zunutze machen können. Lies weiter, wenn du mehr darüber erfahren möchtest.
Nutze Neid, um daraus zu lernen!

Letzte Aktualisierung: 20. September 2021

Wir sprechen heute über eine universelle Emotion, die wir alle schon einmal erlebt haben. Nutze Neid, um daraus zu lernen! Er setzt Energie frei, die du ins Positive wandeln kannst. Lasse dich nicht von dieser Emotion beherrschen, sonst machst du dich selbst krank.

Bereits in der Bibel wird diese menschliche Eigenschaft beschrieben: Kain war auf Abel eifersüchtig und neidisch. Er verstand nicht, warum sein Bruder Gottes Liebling war. Dieser Neid war die Saat des Hasses, die Kain dazu brachte, Abel das Leben zu nehmen. Der Mörder wurde dazu verurteilt, ewig auf der Erde umherzuwandern.

Neid wirkt sich im Alltag genauso aus: Er kann anderen und auch dir selbst schweren Schaden zufügen, was dich dazu zwingt, ewig umherzuwandern, ohne deinen wahren Lebensweg zu finden. Neid schadet den Personen, die ihn empfinden. Sie haben ein grundlegendes Problem: Sie sehen sich durch die Augen der anderen. Wir empfehlen dir heute: Nutze Neid, denn du kannst viel daraus lernen!

“Unser Neid währt immer länger als das Glück derer, die wir beneiden“.

François de La Rochefoucauld.

Nutze Neid, du kannst viel daraus lernen

Das Wesen des Neids

Neid ist eine komplexe Leidenschaft, die direkt mit einem Mangel an Selbstachtung und Autonomie zusammenhängt. Diese Emotion gründet auf einem tiefgreifenden Mangel an Empathie. Der Neider ist kein böses Wesen, sondern eine Person, die keine gesunde Selbsteinschätzung entwickelt hat. Sie ist nicht in der Lage, ihren Neid zu verwandeln, denn sie hat starke Zweifel an ihrer Identität.

Neidische Menschen verstehen den Unterschied zwischen ihrer eigenen und einer anderen Person nicht. Sie sehen sich im Spiegelbild des beneideten Menschen und fühlen sich mit ihm verbunden. Oft geschieht dies, ohne dass sie sich darüber bewusst sind. Diese Menschen sprechen nie gut über die beneidete Person.

Im Grunde genommen identifizieren sie sich stark mit der beneideten Person. Sie haben das Gefühl, dass diese Person etwas hat, das sie nicht haben sollte, oder etwas ist oder tut, das sie sich nicht verdient hat.

Die Bedeutung von Empathie

Neidisch inspiriertes Verhalten ist in Kontexten wahrscheinlicher, die Empathie erschweren, wie z. B. bei Wettbewerben. Andererseits ist es die Quelle vieler Vorurteile: “Er sollte nicht so erfolgreich sein; ich habe härter gearbeitet als er und deshalb sollte ich jetzt in seiner Position sein”, ein Gedanke, der uns dazu verleiten kann, das, was andere tun, zu verachten.

In diesen Fällen kannst du dich vielleicht fragen, ob du wirklich alle Informationen hast, um dies behaupten zu können. Weißt du, wie sehr er sich darum bemüht hat? Wie viele Hindernisse er überwinden musste? Weißt du, worauf er verzichten musste? Neid hindert dich meist daran, dir diese Fragen zu stellen.

Neid kann jedoch auch positive Seiten haben, wenn du richtig damit umgehst. Nutze Neid als Motivation, du kannst damit wachsen und dich weiterentwickeln. Der Unterschied liegt nicht in der Emotion, sondern in der emotionalen Intelligenz.

Nutze Neid, um Positives zu erreichen

Nutze Neid, um Positives zu erreichen

Lerne, mit Neid richtig umzugehen. Diese Emotion kann mächtig sein, deine Leidenschaft entfachen, jedoch auch deine Kreativität und Energie blockieren. Solange sie präsent ist, solltest du sie hinterfragen und dir darüber bewusst sein, dass dich diese Emotion nicht definiert. Nutze Neid als Überbringer einer Nachricht: Er sagt dir, dass du die Situation analysieren und darüber nachdenken musst.

Du musst als Erstes erkennen, dass du neidisch bist. Allerdings ist diese Emotion einfach mit andren zu verwechseln, etwa mit Freude oder Wut. Wenn Neid diese Maske annimmt, ist es viel schwieriger, daran zu arbeiten.

Nutze Neid, um die wertvollen Lektionen zu lernen, die er dir gibt. Wo es Neid gibt, findest du ein unentwickeltes Potenzial in dir selbst. Daran sollte sich deine Reflexion orientieren: Warum ist es mir nicht gelungen, das zu sein oder zu tun, worum ich andere beneide? Was hindert mich daran, es zu tun? Und schließlich: Warum halte ich nicht einen Moment inne, um zu würdigen, was ich erreicht habe?

Des Weiteren solltest du über dein Einfühlungsvermögen nachdenken. Es lohnt sich, die Gründe herauszufinden, warum die Person, die du beneidest, etwas erreicht hat, was du dir selbst wünschst. Um das Ziel zu erreichen, sind oft Opfer nötig, oder die Investition in Ressourcen, die du vielleicht noch gar nicht entdeckt hast.

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  • Usobiaga, I. S. A. B. E. L. (2000). Reivindicando una cierta envidia. Revista de Psicoanálisis de la Asociación Psicoanalítica de Madrid, 32, 149-155.