Ist eine Glutenunverträglichkeit die Ursache für Zwangsstörungen?

24. Dezember 2017 en Psychologie 107 Geteilt

Zwangsstörungen beruhen auf einer gewissen negativen Denkweise, die normalerweise auf die Zukunft gerichtet ist. Dabei tauchen dieselben Gedanken immer wieder auf und lassen den Betroffenen eine Gefahr vermuten. Jeder von uns hat diese Art von Gedanken schon einmal gehabt, aber der Unterschied zu Menschen, die an einer Zwangsstörung (OCD) leiden, ist, dass diese Gedanken nicht unser Leben einschränken.

Wir lassen diese Gedanken durch unseren Verstand wandern, ohne sie für all zu wichtig zu nehmen. Wir wissen, dass unser Gehirn die Funktion besitzt, Gedanken in Form von Sätzen, Bildern, Gefühlen usw. zu produzieren, und wir müssen nicht jeden Gedanken hinterfragen.

Menschen, die an OCD leiden, analysieren hingegen diese Gedanken, versteifen sich auf sie und glauben sie. Sie fühlen sich angewidert und sogar als schlechte Menschen, weil sie diese Gedanken haben.

Sie glauben fälschlicherweise, dass die Tatsache, sie zu haben, bereits bedeutet, dass sie real sind. Doch wenn wir einmal genauer darüber nachdenken, ist unsere Gedankenwelt die eine Sache und die reale Welt eine ganz andere.

Die klassische Theorie besagt, dass der Ursprung dieser Störung eine sowohl genetische als auch eine biologische Veranlagung hat, daran zu erkranken. Auch die persönliche Geschichte eines jeden Patienten beginnend bei seiner Kindheit nimmt Einfluss darauf, z.B. was die erhaltene Erziehung oder die Persönlichkeitsbildung anbelangt.

Diese Art der Störung wird durch Zwänge bestimmt, die automatische Handlungsweisen sein können (z.B. sich die Hände 20 Mal am Tag waschen) oder kognitiver Natur sind (denselben Gedanken sechs Stunden lang haben). Das zwanghafte Verhalten neutralisiert die Zwänge und darüber hinaus die Angst, die diese hervorrufen, wodurch sich der Betroffene für kurze Zeit entspannt. Gleichzeitig ist diese augenblickliche Erleichterung eine negative Verstärkung der Störung und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Neurose zukünftig wiederholt oder sich sogar generalisiert.

Auch positive Verstärkungen seitens des Umfelds können dazu führen, dass die Störung beibehalten wird, weshalb es notwendig ist, das unbedingt zu beachten.

Und was hat das mit einer Glutenunverträglichkeit zu tun?

Was wir gerade zu Beginn des Artikels erläutert haben, wissen wir mehr oder weniger bereits über diese Art der Störung. Der Emeritus Dr. Luis Rodrigo Saez von der Universität von Oviedo (Spanien) hat sich auf die neurologischen Manifestationen der Zöliakie spezialisiert. Unter Zöliakie verstehen wir Personen, die eine Glutenunverträglichkeit haben. Gluten ist ein Protein, das in Weizenmehl und anderen Getreidearten enthalten ist.

Gluten in Mehl geschrieben

Dieser Arzt konnte feststellen und bestätigen, wie Gluten an sich einige Bereiche unseres Gehirns entzünden und verletzen kann, was diverse neurologische Erkrankungen zur Folge hat. Diese können von Ataxie, Migräne, Multiple Sklerose, Polyneuritis und Epilepsie bis zum Tourette Syndrom und OCD reichen.

Die Erklärung ist darauf begründet, dass das Gluten die Blut-Hirn-Schranke überschreitet, die wie eine Mauer fungiert, die unser Nervensystem schützt. Deshalb ist Gluten dazu in der Lage, gewisse Hirnstrukturen zu entzünden.

Das soll natürlich nicht heißen, dass alles dem Gluten geschuldet ist, aber dass es auf jeden Fall ersichtlich ist, dass es einer der Gründe für die Entwicklung und Erhaltung der Zwangsstörung sowie anderer psychischen und neurologischer Störungen sein könnte.

Diese bedeutenden Forschungsergebnisse lassen Patienten neue Hoffnung schöpfen. Ein neuer Weg, den es zu erforschen gilt und der Betroffenen tatsächlich erfolgreich helfen könnte, ohne dass sie sich einer pharmakologischen Behandlung unterzeihen müssen.

Wie sieht die Behandlung aus?

In Kombination mit einer angemessenen Psychotherapie – von dem ich überzeugt bin, dass es fundamental ist, um zu lernen, mit dysfunktionalen Gewohnheiten zu brechen und Gedankenmuster zu verändern – würde die Behandlung darauf basieren, bei der Ernährung vollkommen auf Gluten zu verzichten.

Viele bekannte Hersteller bieten seit Jahren bereits glutenfreie Produkte an, wodurch sich der Aufwand für die Behandlung in Maßen hält. Weizenmehl könnte beispielsweise durch Maismehl, das dieses Protein nicht enthält, ersetzt werden.

Ohne Gluten

Die Ernährung muss für das weitere restliche Leben umgestellt werden und der Patient muss sich strikt daran halten. Das heißt, dass es nichts bringt, unter der Woche auf eine glutenfreie Ernährung zu setzen und am Wochenende unzählige Kuchenstücke aus Weizenmehl gemacht zu verdrücken. Sobald sich der Betroffene dazu entschlossen hat, auf Gluten zu verzichten, muss er unbedingt der Behandlungsmethode treu bleiben, wenn er Ergebnisse sehen will.

Es erfüllt mich mit Stolz, über die höchst aufschlussreichen Forschungsergebnisse anderer Experten berichten zu können, damit die Wissenschaft Fortschritte machen kann. Doch vor allem ist es eine großartige Nachricht, dass Patienten mit besseren natürlichen Alternativen geholfen werden kann, die weniger Nebenwirkungen haben.

Aus diesem Grund möchte ich dich, falls du an einer der in diesem Artikel aufgeführten Krankheiten leidest, dazu animieren, den neuen oben beschriebenen Studienergebnissen zu folgen. Ich persönlich lade dich dazu ein, auf eine glutenfreie Ernährung zu setzen und ein Jahr lang die Veränderungen zu beobachten. Ich bin mir sicher, dass du überrascht sein wirst!

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