Hilfreiche Tipps für den Besuch beim Psychologen

12. Januar 2018 en Psychologie 145 Geteilt
Traurige Gesichter werden zu glücklichen

Wenn du das Gefühl hast, dass du deine Probleme nicht mehr allein bewältigen kannst und dich entschließt, dir Hilfe zu suchen, ist es wichtig, zu wissen, wie du die Expertise des von dir ausgewählten Psychologen optimal für dich nutzen kannst, egal ob einmal oder mehrmals. Deshalb möchten wir dir diesbezüglich Tipps geben. Wir hoffen, dass sie dir helfen werden, deinen Besuch beim Psychologen bestens zu nutzen.

„Die größte Entdeckung meiner Generation ist, dass ein Mensch sein Leben verändern kann, indem er seine Einstellung verändert.“

William James

Mache es dir bequem, damit du Vertrauen fassen kannst

Eines der wichtigsten Dinge ist, dass du dich wohlfühlst, sodass du die Zeit voll ausnutzen und über alles, was dir in den Sinn kommt, sprechen kannst. Öffne dich für den Psychologen und überlasse ihm die Kontrolle über das Gespräch. Der Experte wird nicht über dich urteilen.

Auch Psychologen unterliegen der Schweigepflicht, also wird nichts, was du ihnen sagst, den Raum verlassen. Habe keine Angst, schwierige oder peinliche Themen zu anzusprechen. Ihre Aufgabe ist es nicht, dich anzuklagen oder deine Last noch schwerer zu machen.

Der am besten entwickelte Sinn des Psychologen ist das Gehör. Er ist hier, um dir zuzuhören. Psychologen verfügen über die Werkzeuge, um dir zu helfen, die Antworten auf deine Probleme und Sorgen zu finden. Sie sind nicht da, um einen Kampf zu führen.

Psychologe und Patientin

Die meisten von uns Psychologen sind sehr offene Menschen. Aber vor allem sind wir geschulte Experten. Und wir wissen, dass Menschen sehr unterschiedlich sind, auch wenn sie ähnliche Situationen durchmachen. Wir können unsere eigenen Leben, Erfahrungen und Ideen aus der Diskussion herauslassen. Wir konzentrieren uns auf das, was der Patient uns sagt.

Wenn du nicht das Gefühl hast, dass dir zugehört wird, oder nicht glaubst, dass dein Psychologe unvoreingenommen ist, wenn du dich nicht wohlfühlst, dann steht es dir frei, zu einem anderen Psychologen zu gehen. Gib der Therapie, deiner Heilung, eine Chance. Denke nicht, dass wir alle gleich seien, denn die Wahrheit ist, dass wir ganz unterschiedliche Typen von Mensch sind.

Du bist Geist und Körper

Es stimmt, dass Psychologen keine Ärzte sind. Aber denke daran, dass du sowohl Geist als auch Körper bist, eine zusammenhängende Einheit. Wenn du geistig nicht gesund bist, wird dein Körper das zeigen und umgekehrt. Teile es deshalb deinem Psychologen mit, wenn du Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen oder andere Symptome hast. Und auch, wenn an diesem Tag etwas Seltsames in dir vorgeht. Im Ernst, du kannst ihnen alles sagen! Versprich dir, deinem Psychologen auch scheinbar unwichtige Dinge zu erzählen. Es könnte sich am Ende als nützlich erweisen.

„Unausgesprochene Emotionen werden niemals sterben. Sie sind lebendig begraben und werden später auf hässlicheren Wegen hervorkommen. „

Sigmund Freud

Tröstend die Hand halten

Es mag am Anfang etwas schwierig für dich sein, weil du es nicht gewohnt bist, mit einem dir fremden Menschen so offen zu sprechen. Aber es ist wichtig, dass du weißt, dass du die Kontrolle darüber hast, was du sagst und wie weit du gehst. Wenn du Halbwahrheiten oder nicht die ganze Geschichte erzählst, wird man dir nicht die Hilfe anbieten können, die du brauchst. Verstecke keine Informationen. Der Psychologe kann deine Gedanken nicht lesen. Nutze den Raum und die Vertraulichkeit zu deinem Vorteil. Dafür sind sie da.

Symptome, die auf Krankheiten hinweisen, können dazu führen, dass du eine Therapie beginnst. Aber du kannst auch einen Psychologen aufsuchen, weil du dich besser kennenlernen willst. Du musst kein ernstes Problem zu haben, willst vielleicht nur wissen, warum du dir immer wieder Partner suchst, die nicht zu dir passen, oder warum manche Situationen für dich schwierig zu bewältigen sind, usw. Wenn das der Fall ist, gehe so tief wie möglich in dich hinein. Den ganzen Weg bis hin zu den dunkelsten Ecken in dir. Die Gespräche mit dem Fachmann werden dir helfen, mit dem umzugehen, was das Leben dir in den Weg legt.

All das Gerede darüber, dass du verrückt sein musst, um zu einem Psychologen zu gehen, ist nur ein Mythos!

Sprich mit dem Psychologen über deine Gefühle und stelle ihm so viele Fragen, wie du willst

Sprich mit dem Psychologen über deine Gefühle. Wenn du etwas nicht magst, das er dir sagt, äußere das! Es ist wichtig, dass du es nicht für dich behältst, weil es eure Beziehung zueinander verzerrt. Missverständnisse kommen vor, auch in der Therapie. Manchmal sagt der Psychologe etwas und der Patient versteht es anders als es vorgesehen war. Wenn du etwas nicht verstehst, stelle so viele Fragen wie nötig. Sei nicht frustriert, weil du es peinlich findest oder wütend bist. Wichtig ist es, miteinander zu reden und nichts für uns zu behalten. 

 

Besuch beim Psychologen

Auch Psychologen können Fehler machen. Die Therapie ist für den Patienten oft eine sehr intensive Erfahrung. Aber auch für uns Psychologen. Diese Intensität kann zu Fehlern führen. Aber sie sind immer noch lösbar, wenn wir die Kommunikation offen und ehrlich halten.

Es ist ungewöhnlich für Psychologen, medizinische oder psychologische Sprache zu verwenden. Oder sich in allzu komplexer Grammatik auszudrücken. Normalerweise sprechen wir so, dass die Person, die uns gegenübersitzt, uns verstehen kann, unabhängig davon, wie viel sie über den menschlichen Geist weiß. Trotzdem, wenn du uns nicht verstehst, freuen wir uns, wenn du uns das sagst. Denn dann haben wir die Möglichkeit, unsere Worte besser zu wählen.

Der Psychologe ist da, um zuzuhören

Sei geduldig. Du bist derjenige, der das Tempo vorgibt, und Änderungen werden in deinem Rhythmus geschehen. Aber denke daran, dass „Rom nicht an einem Tag erbaut wurde“. Nach meiner Erfahrung funktioniert eine Psychotherapie oft besser als eine alleinige Medikation, aber du musst ihr Zeit geben.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der alles schnell geht. Und wenn wir Unbehagen verspüren, wollen wir, dass es sofort aufhört. Im Allgemeinen haben wir nicht viel Geduld oder Toleranz, und das gilt auch für Familienmitgliedern und Freunde. Der Psychologe ist da, um dir zuzuhören. Dein Umfeld eher nicht. Wenn du das nicht glaubst, versuche es: Versuche einmal, mit Freunden über ein Problem zu sprechen, und du wirst sehen, wie die meisten Leute – ohne dich zu verletzen zu wollen – recht schnell beginnen, dir zu sagen, wie du das Problem lösen kannst. Sie werden dir die Geschichte von jemandem erzählen, der ein ähnliches Problem hatte, oder von ihrer eigenen Erfahrung berichten. Einige Leute werden nicht einmal mit dieser Vertrautheit umgehen können und werden dich sofort unterbrechen, um das Gespräch auf ihre eigenen Probleme zu lenken.

Verurteile sie dafür nicht. Wenn die Rollen umgekehrt wären, würdest du wahrscheinlich dasselbe tun. Wir sind es nicht gewohnt, zuzuhören. Aber der Psychologe wird dir zuhören. Allerdings wird er dir keinen Rat geben und deine Probleme nicht lösen. Nur du hast die Antworten und kennst die Lösungen für deine Probleme.

Was passiert, ist, dass diese Selbstanalyse, die du immer wieder vornimmst, nicht objektiv ist und oft nicht zur Lösung führt. In vielen Fällen geht es auch nicht darum, unsere Probleme Freunden oder der Familie mitzuteilen. Deshalb empfiehlt es sich, einen Experten aufzusuchen.

„Das Paradox ist, dass ich mich, wenn ich mich so akzeptiere, wie ich bin, verändern kann.“

Carl Rogers

Wenn du neugierig geworden bist, versuche es mit einem Besuch beim Psychologen. Ohne dich zu etwas zu verpflichten. Vielleicht wird er genau das sein, wonach du gesucht hasst.

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