Fasse heute den Entschluss, dass alles fließen und nichts das beeinflussen soll

· 19. Oktober 2017

Fasse heute den Entschluss, dass alles fließen soll und nichts das beeinflussen kann. Entscheide dich heute dafür, dass das Unglück dir nichts anhaben kann, es dir deine Hoffnung und deine Motivation nicht nehmen kann. Befreie dich heute von allem, das über dir dunkle Gewitterwolken aufziehen lässt, löse dich von allem, das dir dein Lächeln raubt, und gehe deinen Weg.

Diese simplen Ratschläge sollten wir nicht nur heute bedenken, sondern jeden Tag. Denn jeden Morgen, wenn wir unsere Augen öffnen und ein neuer Tag beginnt, müssen wir uns auch neuen Herausforderungen stellen und so viele Hürden überwinden, dass wir uns selbst ab und an daran erinnern müssen, glücklich zu sein.

Lasse alles fließen, halte nicht an Groll fest, lasse dich nicht von deiner Angst lähmen oder von den Menschen, die dir deine Flügel stutzen wollen. Denn es gibt für alles den richtigen Moment, aber wir erkennen ihn nur, wenn wir ihm mit entspanntem Verstand und einem leidenschaftlichen Herz begegnen.

Unangefochtener Meister in der Theorie des Fließens ist zweifellos der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi, der auch den Begriff Flow geprägt hat. Dieser gefeierte Autor des Buches Flow: Das Geheimnis des Glücks­  meint, dass wir Menschen zu viel psychische Energie auf unwichtige Reize verwendeten. Wir lebten in einer so von Informationen überfluteten Gesellschaft, dass unser ganzes Wesen seinen Fokus nach außen richtete. Wir hätten diese wunderbare Verbindung zu uns selbst verloren, die uns voller Glück über die Wellen des Lebens tragen kann.

Wir möchten dich dazu einladen, mit uns zusammen darüber nachzudenken.

Baum im Sonnenaufgang

Auf dass alles fließet und mich nichts gefangen halte

Wir alle werden auf irgendeine Weise von etwas oder jemandem gefangen gehalten. Uns machen die Worte dieses gemeinen Arbeitskollegen etwas aus, die Erwartungen unseres Partners beeinflussen uns und wir machen uns darüber Sorgen, am Ende des Tages unsere uns selbst gesteckten Ziele nicht erreicht zu haben.

Wir werden von der Vielzahl an Einflüssen und Erwartungen an uns gebremst, da sie einen Großteil unserer Energie konsumieren. In einer interessanten, von der Harvard University (Massachusetts, USA) durchgeführten Studie stellte man sogar fest, dass eine der häufigsten Quellen unseres Unglücks der „fehlgeleitete Verstand“ ist: Wir Menschen verbringen die meiste Zeit unseres Lebens damit, uns wegen Dingen zu sorgen, die bereits passiert sind, oder was noch schlimmer ist, die noch nicht eingetreten sind und die auch niemals eintreten werden. Laut dem Leiter der erwähnten Studie, Dr. Daniel T. Gilbert, sei ein fehlgeleiteter Verstand ein unglücklicher Verstand, denn in dem Moment, in dem unser Gehirn sich nicht mehr auf die Gegenwart konzentriere, verabschieden wir uns vom Glück. Wir verabschieden uns von uns selbst.

Schmetterling sitzt auf weißer Blume

Wir sollten uns nicht länger von diesem fehlgeleiteten Verstand gefangen gehalten lassen, der durch den Lärm unserer Umwelt, durch die eigenen Erwartungen und die Dritter, durch die Fehler von gestern und die Ängste von morgen genährt wird. Jetzt ist der Moment gekommen, den Anker zu lichten und zuzulassen, dass alles fließt und nichts das beeinflusst.

Fließen lassen, damit das Glück fließt

Mihaly Csikszentmihalyi selbst erklärt uns, dass das Glück nichts sei, das passiere oder auftauche, sowie das Licht eines Leuchtturms, das eingeschaltet werde, um die Boote zu leiten. In den meisten Fällen hänge das Glück nicht von äußeren Phänomenen ab, sondern von unserer eigenen Fähigkeit, uns zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen – von unserer inneren Magie oder der Fähigkeit, das Licht des Leuchtturms in unserem Innern einzuschalten.

Es geht darum, alles fließen zu lassen, uns selbst zu erlauben, zu fließen und nicht zu fliehen. Denn sobald wir uns von den Wellen des Lebens treiben lassen, ganz ohne Fesseln, ganz ohne den Wunsch, ihren Weg zu korrigieren, entdecken wir diese Tür, die wir vorher nicht sehen konnten.

Leuchtturm vor Sonnenuntergang

Tipps, wie wir lernen können, alles fließen zu lassen

Es ist wichtig, zu verstehen, dass wir vor allem unser Bewusstsein grundlegend ändern müssen, um zuzulassen, dass alles fließt und nichts das beeinflusst. Vieles von dem, was uns negativ beeinflusst, können wir nicht ändern. Was wir aber verbessern können, ist die Art, in der wir darauf reagieren.

  • Viele Menschen stellen ihr Glück nach einer Uhr und verschieben es auf das Wochenende, den nächsten Urlaub oder auf die nächste Beförderung. Doch das Glück können wir weder verschieben noch mit einem Last-Minute-Angebot im Reisebüro kaufen.
  • Unser Wohlergehen steckt in unseren schönsten Erfahrungen, nämlich im Wind, der unsere Haut während eines Spaziergang streichelt, der Umarmung unseres Sohnes, dem Geruch eines neuen Buches, einem Treffen mit Freunden usw. Programmiere dein Wohlbefinden nicht, sondern lass dich einfach treiben.
  • Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die besten Momente in unserem Leben sich nicht notwendigerweise ereignen, wenn wir entspannt sind oder maximale Erfolge verbuchen. Hin und wieder heißt fließen lassen auch, dem Unglück zu trotzen, denn wir dürfen nicht wie ein ins Meer geworfener Stein auf den Grund sinken, sondern müssen uns wieder nach oben kämpfen, wenn wir uns wie vom Blatt im Wind davontragen lassen wollen.
Alles fließen lassen - Hand streift Wasser

Die Kunst des Fließenlassens hat nichts damit zu tun, auf die höchsten Gipfel zu klettern oder uns jeden Tag selbst zu übertreffen. Es geht schlichtweg darum, in der Gegenwart zu leben und auf eine harmonischere Art und Weise gemäß unserem Bewusstsein, ganz frei, voller Integrität und mit innerer Ruhe voranzukommen, die es uns erlaubt, das Hier und Jetzt zu genießen.

Deswegen solltest du heute den Entschluss fassen, alles fließen und nichts das beeinflussen zu lassen.