Erziehung: Wie man Kindern das Denken beibringt

24. Juli 2016 en Psychologie 8 Geteilt
Frau mit Kind auf dem Arm im Blumenfeld

Erziehung ist keine leichte Aufgabe. Kindern das Denken beibringen ist eine Herausforderung, die in der Erziehung zu bewältigen ist. Das erfordert Anstrengung und Engagement. Den das Befolgen von Anweisungen ist nicht gleichbedeutend mit Lernen, und Befehle zu erteilen auch nicht damit, jemandem etwas beizubringen.

Unsere Kinder sind trotz ihres jungen Alters menschliche Wesen und haben die Fähigkeit, abstrakt zu denken, zu verstehen, zu überlegen und auf Basis ihrer Überlegungen zu handeln. Und natürlich haben sie das Recht dazu, sie selbst zu sein, mit ihren eigenen Ideen, Überzeugungen und Ansichten, auch wenn wir vielleicht nicht mit ihnen einer Meinung sind. Aber es ist unsere Aufgabe, als Eltern und als Gesellschaft, unsere Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihnen alle nötigen Werkzeuge in die Hand zu geben, um zu intelligenten Erwachsenen heranzureifen.

„Erziehung bedeutet, dem Kind dabei zu helfen, seine Potenziale zu entdecken.“

Erich Fromm

Kindern das Denken beibringen bedeutet, sie fördernden Reizen auszusetzen - Büchern zum Beispiel

Die Schwierigkeit, ohne Unterwerfung zu erziehen

Zweifellos ist die Aufgabe des Erziehers keine leichte: Wie kann man Kinder erziehen, ohne Gehorsam zu verlangen? Respekt und Wertschätzung zu lehren, ist ebenso schwierig wie Kindern das Denken beizubringen. Die Herausforderung liegt insbesondere darin, die Balance zwischen beiden zu wahren:

Wenn Kindern nur Gehorsam gelehrt wird, bleibt das kritische Denken auf der Strecke, das sie benötigen, um sich optimal zu entwickeln. Sie werden Angst vor Bestrafung haben und sich nicht trauen, ihre eigene Meinung auszudrücken. Außerdem wird das Kind lernen, dass es nicht wichtig für die Welt ist, und sich deshalb unsicher fühlen.

Während unserer Kindheit haben wir die Möglichkeit, alles in uns aufzunehmen, was um uns herum geschieht, und machen uns eine Bild von der Welt, das unserem Alter entspricht. Dieses Bild lässt sich später noch korrigieren, aber niemals wieder in ein leeres Blatt Papier verwandeln.

Kindern das Denken beibringen erfordert daher Zeit und Geduld. Außerdem muss man die richtigen Strategien kennen und anwenden. Dafür ist es in erster Linie notwendig, immer flexibel, respektvoll und liebevoll zu bleiben.

Ohne jeden Zweifel müssen wir unseren Kindern ermöglichen, in einer Umgebung aufzuwachsen, die ihre emotionale Gesundheit fördert und in der sie sich geliebt, respektiert und verstanden fühlen. Auf diese Weise werden sie Selbstsicherheit entwickeln und so gegen die Widrigkeiten des Lebens gewappnet sein, denen sie sich stellen müssen, wenn sie erwachsen sind. Sie lernen dann in jungen Jahren, wie sie die ihnen zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um diese Herausforderungen meistern und die besten Entscheidungen treffen zu können.

Wie kann man Kindern das Denken beibringen?

Mutter und Kind machen Entdeckungen unter dem Regenschirm

Um jemandem kritisches Denken beizubringen, ist es wichtig, solche Strategien in der Erziehung zu verfolgen, die es dem Kind Tag für Tag ermöglichen, sich selbst zu definieren und die Welt zu verstehen. Außerdem lernt das Kind bei Anwendung dieser Methoden, was für es selbst und seinen Lebensweg förderlich ist, während es jederzeit auf Liebe, Unterstützung und Nähe zählen kann.

  • Entscheidend ist es, dass wir unserem Kind zeigen, dass es das Wichtigste in unserem Leben ist und dass wir ihm bedingungslos die Zuneigung, Liebe und Anerkennung geben werden, die es braucht, um Herausforderungen zu meistern, zu lernen und zu wachsen.
  • Man sollte seinem Kind die Möglichkeit geben, seinen eigenen Weg zu gehen. Das bedeutet, dass man es nicht vor vollendete Tatsachen stellt und ihm Lösungen präsentiert, sondern mit ihm gemeinsam Probleme löst, auch wenn das bedeutet, dass es vielleicht einen Fehler macht.
  • Kommunikation und Sprache sind von fundamentaler Bedeutung. Dabei beziehen wir uns auf die verbale, nonverbale und die emotionale Sprache. Es ist sehr wichtig, dass wir mit unseren Kindern auf eine klare, deutliche und dennoch liebevolle Art und Weise kommunizieren.
  • Es ist wichtig, dass wir unseren Kindern zuhören, ihnen die Konsequenzen ihrer Entscheidungen erläutern und ihnen manchmal auch die Möglichkeit geben, diese selbst zu erfahren. Denn dann werden sie ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen und aus der Praxis lernen.
  • Man sollte sein Kind stärken, ihm positives Feedback für kleine Erfolge und Entdeckungen geben und es motivieren, lebenslang zu lernen.

Es ist wichtig, sich zu einigen und einvernehmliche Lösungen zu finden, damit unsere Kinder lernen, welchen Wert Kommunikation und Verständnis beim Treffen von Entscheidungen, beim Aufbau von Normen und Werten haben. Wir müssen sie dazu anhalten, darüber nachzudenken, was sie motiviert und was sie mit Hoffnung erfüllt – und was nicht. So lernen sie, Werte zu respektieren, und gehorchen nicht nur den Regeln.

„Beschütze deine Kinder nicht vor den Schwierigkeiten des Lebens, sondern bringe ihnen bei, diese zu meistern.“

Louis Pasteur

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