Die Unterschiede zwischen Alzheimer und Parkinson

Kennst du die Unterschiede zwischen Alzheimer und Parkinson? Diese Krankheiten sind einige der häufigsten Ursachen für Demenz. Lies im Folgenden weiter, um mehr über sie zu erfahren!
Die Unterschiede zwischen Alzheimer und Parkinson

Letzte Aktualisierung: 10. April 2021

Kennst du die Unterschiede zwischen Alzheimer und Parkinson? Zunächst sollten wir festhalten, dass beide Krankheiten zwei der häufigsten Ursachen für Demenz darstellen. Um genau zu sein, macht die Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit nach Angaben der WHO 60 bis 70 % aller Demenzfälle weltweit aus.

Es ist jedoch wichtig, im Auge zu behalten, dass es sich um sehr unterschiedliche Krankheiten handelt. Außerdem müssen wir klarstellen, dass eine der beiden Erkrankungen nicht immer zur Entwicklung einer Demenz führt (obwohl dies in den meisten Fällen der Fall ist). In diesem Sinne wissen wir, dass zwischen 20 und 60 % der Menschen mit Morbus Parkinson am Ende eine Demenz entwickeln.

Buter et al. (2008) führten eine Studie durch, die in der Zeitschrift Neurology veröffentlicht wurde. Diese wurde mit 233 Morbus Parkinson-Patienten durchgeführt. Die Forscher konnten beobachten, dass etwa 60 % von ihnen in einem Zeitraum von 12 Jahren eine Parkinson-Demenz entwickelten.

Eine Demenz geht mit verschiedenen Symptomen einher, die auf eine neurologische Schädigung oder Erkrankung auftreten. Diese Symptome beinhalten den Verlust oder die Schwächung der geistigen Fähigkeiten und betreffen hauptsächlich drei verschiedene Bereiche:

  • kognitive Veränderungen (zum Beispiel Gedächtnisverlust oder Veränderungen des Denkens)
  • Veränderungen im Verhalten
  • persönlichkeitsbezogene Veränderungen (Veränderungen der Persönlichkeit, Reizbarkeit und emotionale Labilität, um nur einige zu nennen)

Unterschiede zwischen Alzheimer und Parkinson

Wir werden die Unterschiede zwischen den beiden Krankheiten in verschiedene Blöcke gruppieren und erklären, woraus diese jeweils bestehen. Alle wurden aus zwei Referenzhandbüchern zur Psychopathologie entnommen: Belloch, Sandín, und Ramos (2010) und dem DSM-5 (APA, 2014).

Die ersten Blöcke von Unterschieden zwischen diesen beiden Krankheiten beziehen sich auf die Art der Symptome. Im Folgenden werfen wir einen Blick darauf, welche das sind.

Die Symptome der Demenz beinhalten den Verlust oder die Schwächung der geistigen Fähigkeiten

Kognitive Symptome

Bei Parkinson kommt es zu Ausfällen beim Abrufen von Daten (Gedächtnis), während bei Alzheimer die Ausfälle früher im Gedächtnisprozess (Datenkodierung) auftreten. Darüber hinaus sind das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit bei Alzheimer stärker betroffen als bei Parkinson.

Motorische Symptome bei Alzheimer und Parkinson

Bei Parkinson tritt der sogenannte Parkinsonismus auf, ein klinisches Syndrom, das durch folgende Symptome gekennzeichnet ist: Steifheit, Tremor, Bradykinesie (Verlangsamung der Bewegung) und Haltungsinstabilität. Im Gegensatz dazu tritt der Parkinsonismus bei Alzheimer sehr selten auf.

Andererseits treten Steifheit und Bradykinesie bei Parkinson sehr häufig auf, während diese Symptome bei Alzheimer nur gelegentlich vorkommen. Schließlich ist der Tremor ein typisches Symptom bei Parkinson, während er bei Alzheimer recht selten auftritt.

Psychotische Symptome und andere

Zusätzlich zu den bereits erwähnten Symptomen können bei beiden Krankheiten auch andere Symptome auftreten. So tritt bei der Alzheimer-Krankheit gelegentlich ein Delirium auf, während dies bei Parkinson nur selten der Fall ist. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass das Delirium eine organische Störung ist, die hauptsächlich das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit beeinträchtigt.

Was die psychotischen Symptome betrifft, so können bei beiden Krankheiten visuelle Halluzinationen auftreten, und zwar mehr oder weniger in gleichem Maße. Ebenso kann es auch zu Wahnvorstellungen kommen. Sie treten häufig bei Alzheimer und gelegentlich bei Parkinson auf.

Pathologische Symptome bei Alzheimer und Parkinson

Ein weiterer Unterschied zwischen diesen beiden Krankheiten bezieht sich auf das Gehirn (Neurotransmitter und atypische Strukturen). Während zum Beispiel bei Alzheimer typischerweise senile Plaques auftreten (extrazelluläre Ablagerungen von Molekülen in der grauen Substanz des Gehirns), kommt dies bei Parkinson selten vor.

Gleiches gilt für andere Strukturen. Zum Beispiel die neurofibrillären Tangles, die bei Alzheimer häufig, bei Parkinson aber sehr selten auftreten.

Lewy-Körperchen hingegen kommen bei Parkinson häufiger vor als bei Alzheimer. Was die Neurotransmitter betrifft, so wissen wir, dass ein Acetylcholinmangel häufig im Gehirn von Menschen mit Alzheimer auftritt, aber nur gelegentlich bei Menschen mit Parkinson.

Denke auch daran, dass es bei Parkinson ein Dopamin-Defizit gibt, etwas, das bei Alzheimer nicht auftritt.

Alter des Beginns

Das Erkrankungsalter ist ebenfalls unterschiedlich. Zum einen tritt Parkinson in der Regel vor Alzheimer auf (zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr), während Alzheimer meist bei Patienten über 65 Jahren auftritt.

Der Tremor ist ein typisches Symptom bei Parkinson

Prävalenz

Die Prävalenz der Alzheimer-Demenz ist höher als die der Parkinson-Demenz. Nach dem DSM-5 (2014) liegt sie in Europa bei 6,4 %.

Art der Demenz

Was die Art der Demenz betrifft, so ist sie bei Alzheimer kortikal (das heißt, die Großhirnrinde ist betroffen). Im Gegensatz dazu ist die Parkinson-Demenz subkortikal (sie betrifft die subkortikalen Bereiche des Gehirns).

In diesem Sinne ist es wichtig zu beachten, dass kortikale Demenzen im Allgemeinen kognitive Symptome aufweisen, während subkortikale Demenzen motorische Symptome aufweisen. Beide Arten von Symptomen können jedoch mehr oder weniger stark in Kombination auftreten.

Schließlich sollten wir uns auch an etwas erinnern: Zu den kortikalen Demenzen gehören zum einen die Alzheimer-Krankheit, die frontotemporale Demenz, die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und die Lewy-Körperchen-Demenz. Zu den subkortikalen Demenzen hingegen gehören vor allem Parkinson, Huntington und die HIV-assoziierte Demenz.

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  • APA (2014). DSM-5. Manual diagnóstico y estadístico de los trastornos mentales. Madrid: Panamericana.
  • Belloch, A.; Sandín, B. y Ramos (2010). Manial de Psicopatología. Volumen II. Madrid: McGraw-Hill.
  • Buter, T.C., Van den Hout, A., Matthews, F.E., Larsen, J.P., Brayne, C. & Aarsland, D. (2008). Dementia and survival in Parkinson disease: a 12-year population study. Neurology, 70(13): 1017-1022.