Die tiefe Atmung: eine einfache Art und Weise, dein Leben zu verbessern

9. Oktober 2017 en Kuriositäten 893 Geteilt

Eine tiefe Atmung hilft uns dabei, Unruhe, Stress und Angst zu mindern. Richtig zu atmen, um um die Lebensqualität zu verbessern, ist die Grundlage des physischen und mentalen Wohlbefindens, das zwischen der Hektik und dem ständigen Druck, unter dem wir stehen, unsere Aufmerksamkeit einfordert. Gleichzeitig, und das ist ebenso interessant, können wir durch diese Art der Atmung eine wesentlich intensivere Verbindung zu uns selbst und unseren Grundbedürfnissen herstellen.

In vielen Kulturen ist das Atmen weitaus mehr als diese – so scheint es zumindest – unfreiwillige Handlung, die unser Überleben garantiert und der wir so gut wie keine Beachtung schenken. Viele von uns sind Teil dieser hyperventilierenden Welt, die sich erst dann der Bedeutung der Atmung bewusst wird, wenn die Luft fehlt oder man neugierig darauf wird, Yoga, Mindfulness oder Tai-Chi zu praktizieren.

„In jedem Augenblick muss ich mich selbst daran erinnern, dass ich atmen muss, dass mein Herz weiterschlagen muss…“

Emily Brontë

Dieser rhythmische Vorgang des Ein- und Ausatmens ist einer von unzähligen Zyklen der Natur, zu denen auch Tag und Nacht, Aktivität und Ruhe, Sonne und Regen sowie die Jahreszeiten zählen. Es handelt sich dabei um einen Zyklus, den wir bis zu einem gewissen Punkt steuern können, was unglaubliche Vorteile hat, wenn wir wissen, wie wir ihn nutzen können, um unserer inneren Musik zu lauschen.

Die meisten von uns atmen schnell und flach, nutzen ihr Lungenvolumen kaum aus. Physiologischerweise atmen wir etwa 18-mal pro Minute. Doch wenn wir verängstigt oder gestresst sind, erhöht sich die Atemfrequenz und erreicht schnell 30 pro Minute. Das ist gefährlich. Diese Hyperventilation gleicht einem Leben unter dem Damoklesschwert, während Blutdruck, Immunsystem, ja gar unser Geist am Pferdehaar nagen.

Deshalb hat so etwas Einfaches wie „tief einzuatmen“ viele Vorteile für uns, bringt eine Vielzahl an Prozessen wieder ins Gleichgewicht und stellt ein Ventil für unsere negativen Emotionen dar, die uns unseren Alltag erschweren. Wie können wir aber lernen, richtig zu atmen, um besser zu leben?

Eine tiefe, aber langsame Atmung

Die Atmung ist eine der wenigen Körperfunktionen, die wir sowohl unbewusst ausführen als auch steuern können. Das ist eine großartige Möglichkeit, die Kontrolle über unseren Körper zu erlangen und unsere Lebensqualität zu verbessern.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die regelmäßige bewusste Steuerung der Atmung auch den unbewussten Vorgang beeinflussen kann. Mit Hilfe täglicher Übungen lässt sich also dauerhaft Einfluss auf unseren Körper nehmen, auch auf das Herz-Kreislauf-System und den Verdauungstrakt.

Es kann gut sein, dass du dich nun fragst, ob es einen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, dass eine tiefe Atmung tatsächlich so positiv und vorteilhaft ist, wie man es uns erklärt. Und die Antwort ist ja, es gibt Studien, die dies belegen, z.B. jene, die kürzlich in der Fachzeitschrift Harvard Health  veröffentlicht wurde. Darüber hinaus hat man auch festgestellt, dass die angemessenste Art der Atmung die Zwerchfellatmung ist. Während dieser atmen wir sehr tief ein und blähen unsere Lungenflügel voll auf, was sich im Anheben des Unterleibs zeigt.

Die Vorteile der tiefen Atmung

Jeder von uns hat schon einmal gesagt bekommen: „Es wird alles gut, atme tief durch.“  Die tiefe Atmung wirkt wie ein Zauber, der unmittelbar Wohlbefinden in unserem Innern erzeugt und zur Erleichterung führt, wodurch sich der Körper beruhigt und der Verstand ordnet. Diese Strategie hätte noch viele weitere Vorteile, wenn wir sie tagtäglich anwenden würden, sodass sie zu einer Gewohnheit wird.

Die folgenden Veränderungen könnten wir dann feststellen:

  • Wir könnten besser mit Stress und Angst umgehen.
  • Wir würden besser schlafen.
  • Wir würden weniger Muskel- und Rückenschmerzen empfinden, weniger an Kopfschmerzen und Migräne leiden.
  • Unser Verdauungstrakt würde besser arbeiten.
  • Wir könnten uns besser auf unsere Aufgaben konzentrieren.
  • Wir würden lernen, im Hier und Jetzt zu leben.

Lernen, tief durchzuatmen

So wie eingangs bereits erwähnt, atmen wir Menschen etwa 18-mal pro Minute. Unser Ziel bei der tiefen Atmung ist es, nur 10-mal je Minute zu atmen. Natürlich erreichen wir das nicht beim ersten Versuch, aber nach und nach und mit jedem Tag kommen wir unserem Ziel ein Stück näher, was sich zweifellos positiv auf unser Wohlbefinden auswirken wird.

Und so schaffst du es, kontrolliert tief ein- und auszuatmen.

Zuerst solltest du dir einen gemütlichen Platz suchen, an dem du aufrecht sitzen kannst. Du solltest bequeme Kleidung tragen, die deinen Unterleib und dein Becken nicht einschnürt, nicht üblicherweise von Jeans oder Gürtel vermittelten Druck ausübt.

  • Hebe den Brustkorb, entspanne die Schultern und deinen Blick.
  • Lege eine Hand auf deinen Brustkorb und die andere auf deinen Bauch.
  • Atme langsam und tief ein, mehrere Sekunden lang.
  • Wenn du das tust, solltest du spüren, wie sich die Hand auf deinem Bauch mehr als die auf deinem Brustkorb hebt.
  • Halte die eingeatmete Luft für einige Sekunden in der Lunge, um sie danach langsam auszuatmen.

Beginne mit diesem Rhythmus und je besser du ihn kontrollierst, desto besser kannst du die Zeit anpassen, um nur zehnmal in der Minute zu atmen. Stück für Stück wirst du merken, wie positiv sich das auf deine physische Gesundheit und deine geistige Ruhe auswirken wird, mit welcher du deinen Alltag besser angehen kannst.

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