Die schädlichen Auswirkungen von Zucker auf das Gehirn

· 19. Oktober 2018

Die wissenschaftliche Diskussion über unsere Ernährung hat sich im Laufe der Jahr stark gewandelt. Die neueste Forschung zeigt, dass Zucker Menschen nicht nur übergewichtig macht, sondern sich auch anderweitig nachteilig auf die Gesundheit auswirkt. Was die meisten Menschen jedoch nicht wissen, ist, dass sich Zucker auch Auswirkungen auf das Gehirn hat.

Zucker verursacht nicht nur Gefäßkrankheiten und Diabetes, sondern hat auch negative Auswirkungen auf unseren Verstand. In diesem Artikel informieren wir über die bedenklichen Nebenwirkungen des Zuckerkonsums und wollen wir noch einige Mythen aus dem Weg räumen.

Ist Zucker schädlich?

Als wir aufwuchsen, wurden uns völlig falsche Ideale von Gesundheit und Ernährung vermittelt. Damals hieß es, der Konsum von zu viel Fett sei das Hauptrisiko für Herzerkrankungen.

Lange Zeit wurde Zucker als harmlose Substanz beworben, die die Gesundheit nicht negativ beeinträchtige. Es gibt gar Verschwörungstheorien, nach denen Forscher seit jeher von der Zuckerindustrie bestochen worden wären. Ihr Ziel wäre es gewesen, die schädlichen Auswirkungen von Zucker und die Verbindung zu Herzkrankheiten und anderen Leiden zu verheimlichen.

Macht Zucker süchtig?

Die Vorliebe für Süßigkeiten und zuckerhaltige Speisen ist tatsächlich ein großes Problem. Jeden Tag sind mehr Menschen davon betroffen. Und die Betroffenen haben das Gefühl, dass sie immer mehr Süßigkeiten essen müssten, um sich glücklich zu fühlen.

Kinder mit Zuckerwatte

Wie funktioniert diese Sucht? Wenn unser Körper Zucker erhält, werden eine Menge Endorphine freigesetzt. Wenn wir uns unwohl fühlen oder nicht glücklich sind, dann essen wir Süßigkeiten, um uns besser zu fühlen.

Tatsächlich verspüren diejenigen, die Zucker komplett aus ihrem Leben streichen, in den ersten Tagen oft unangenehme Nebenwirkungen. Wir können beispielsweise unter Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Muskelschwäche, Angst und Stress leiden, wenn wir neuerdings auf Zucker verzichten. Glücklicherweise sind diese Symptome nur vorübergehender Natur. Sie dauern nur so lange an, bis sich der Körper an den Verzicht von Zucker gewöhnt hat.

Zucker beeinträchtigt das Gedächtnis und die Auffassungsgabe

Eine Studie der University of California (Kalifornien, USA) hat gezeigt, dass der Verzehr von Fruktose (Zucker, der in Obst, Gemüse und Honig enthalten ist) eine schädliche Wirkung auf die Bildung der Synapsen im Gehirn hat. Das bedeutet, wenn wir eine Menge Fruktose konsumieren, verringert sich die Fähigkeit unseres Gehirns, neue Verbindungen zu schaffen.

Die Forschung hat auch gezeigt, dass Menschen, die viel Fruktose zu sich nehmen, einen niedrigeren BDNF-Spiegel haben. Diese Substanz, der ein vom Gehirn stammender neurotropher Faktor, hat einen fundamentalen Einfluss auf unsere Fähigkeit, neue Informationen aufzunehmen und Erinnerungen zu speichern.

Außerdem deuten einige Studien darauf hin, dass der übermäßige Konsum von Zucker direkt mit Morbus Alzheimer zusammenhängen könnte. Die medizinische Gemeinschaft zieht tatsächlich in Betracht, diese Krankheit als Typ-3-Diabetes einzustufen.

Zucker beeinflusst unsere Stimmung

Nicht nur unsere kognitiven Fähigkeiten sind in Gefahr. Glukose ist auch für extreme Stimmungsschwankungen verantwortlich. Aufgrund der Auswirkungen auf den Insulinspiegel können erhöhte Blutzuckerwerte zu Depressionen, Angstzuständen und plötzlichen Stimmungsschwankungen führen.

Langfristig können sich diese schädlichen Auswirkungen von Zucker noch deutlich verstärken. Wenn wir Glukose aufnehmen, gibt unser Gehirn Serotonin, einen der Neurotransmitter frei, der uns Freude bereitet. Die Versorgung des Körpers mit dieser Substanz ist jedoch nicht unendlich und jedes Mal, wenn das Gehirn Serotonin freisetzt, nehmen die Ressourcen im Gehirn ab. Aus diesem Grund wird es einer Person, die über einen längeren Zeitraum übermäßig viel Zucker zu sich nimmt, früher oder später schwerfallen, sich dauerhaft glücklich zu fühlen.

Eine Frau schaut nachdenklich aus dem Fenster

Übermäßiger Konsum von Zucker verhindert, dass wir uns zufrieden fühlen

Neuere Studien zeigen, dass Glukose unseren Sättigungsmechanismus ausschaltet. Aus diesem Grund fühlen wir uns ständig hungrig, wenn wir zu viel Zucker konsumieren. Das steht in direktem Zusammenhang mit Problemen wie Fettleibigkeit und Übergewicht.

Wenn wir die schädlichen Auswirkungen von Zucker vermeiden und eine gute körperliche und geistige Gesundheit beibehalten möchten, sollten wir versuchen, den Konsum von Zucker so weit wie möglich zu reduzieren.