Der 21. März: Der Welt-Down-Syndrom-Tag

· 1. August 2018

Wofür steht der Welt-Down-Syndrom-Tag? Natürlich für Menschen mit Down-Syndrom. Menschen mit einer anderen biologischen Bedingung. Menschen, die ein 21. Chromosom mehr haben. Eine Trisomie, die häufig mit einer geistigen Einschränkung und charakteristischen körperlichen Merkmalen einhergeht, wie eine zarte Falte im inneren Augenwinkel, eine schmalere Augenform und eine etwas größere und manchmal auch rissige Zunge.

Ihre Besonderheit steht aber auch für authentische, echte, einzigartige Menschen, die nicht gekünstelt sind. Für authentische Menschen. Menschen, die sehr spontan sind, die mit ihrer ehrlichen Art, ihrer Sensibilität, ihrer emotionalen Intelligenz, ihrer Fähigkeit, das Gute im Leben zu sehen, unser Leben mit ihnen bereichern.

Jedes Jahr findet am 21. März der Welt-Down-Syndrom-Tag mit dem Ziel statt, uns aufs Neue die Notwendigkeit vor Augen zu führen, unser Bewusstsein für diese Besonderheit zu steigern und weiter daran zu arbeiten, die soziale Integration dieser Menschen zu verbessern.

2018 machten zum Welt-Down-Syndrom-Tag viele Kampagnen auf dieses Thema aufmerksam, so wie auch die Organisation Down Syndrom International (DSi), die unter dem Leitspruch „Wir haben viel zu geben!“ alle Menschen mit Down-Syndrom dazu aufruft, der Welt mitzuteilen, was sie der Gesellschaft zu geben haben. Auch die spanische Organisation Down España hat eine wunderschöne Kampagne namens „#Auténticos“ (zu Deutsch: Authentisch) ins Leben gerufen, um das Bewusstsein der Gesellschaft für die Authentizität und das Charisma der Menschen mit Down-Syndrom zu schärfen. Denn das Wesen dieser Menschen ist etwas ganz Besonderes; sie sind keinesfalls affektiert, sondern gütig, ehrlich und aufrichtig.

Was müssen wir als Gesellschaft in Bezug auf das Down-Syndrom noch tun?

Was müssen wir als Gesellschaft in Bezug auf das Down-Syndrom noch tun? Die Antwort ist eindeutig: Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Wir müssen noch viele Barrieren, viele Vorurteile und Mythen beseitigen und einiges dazulernen.

Zuallererst sollte gesagt sein, dass wir offensichtlich einen Fehler machen, wenn wir die Situation oberflächlich betrachten und Erwachsene mit Down-Syndrom wie Kinder behandeln. Es ist nicht richtig, diesen Menschen gegenüber eine bevormundende Haltung an den Tag zu legen. Es ist nicht richtig, diese Menschen in eine Schublade zu stecken und sie anders als andere Menschen zu behandeln.

Denn ein Mensch mit Down-Syndrom ist ein Mensch mit ganz individuellen Grenzen und Möglichkeiten, so wie jeder von uns. Aus diesem Grund fordern Menschen mit Down-Syndrom, dass eine geistige Einschränkung als „eine natürliche Lebensbedingung mancher Menschen, die sich selbst als spontan, offen und ohne Komplexe beschreiben“ angesehen wird.

Baby mit Down-Syndrom wird von seiner Mutter gehalten

Wenn du über ein Kind lachst, das anders ist, wird es mit dir lachen, denn seine Güte übertrifft deine Unwissenheit.

Viele von uns haben schon einmal Bemerkung, wie „Wie traurig!“  oder „Das ist ja schlimm!“  in Bezug auf einen Menschen mit Down-Syndrom gehört. Obwohl das eine sehr oft anzutreffende Reaktion ist, spiegelt sie doch nur unsere Unwissenheit darüber wider, dass es keinen Grund gibt, Mitleid oder Traurigkeit zu empfinden. Jeder lebt mit seinen eigenen Bedingungen und Menschen mit Down-Syndrom kämpfen Tag für Tag mit ihren eigenen, die besonders sind.

Das ist wichtig, denn nicht alle Menschen mit Down-Syndrom sind gleich. Es ist wie bei jedem anderen Menschen auch: Jeder hat seine ganz eigenen Bedingungen. Deswegen möchten wir betonen, dass wir uns bemühen sollten, jeden Menschen mit seinen Unterschiedlichkeiten kennenzulernen, und nicht nur jene Eigenschaften, die uns dazu bringen, jemanden in eine Schublade zu stecken.

Deshalb sollten wir nicht vergessen, dass das Down-Syndrom niemanden definiert. Jeder Mensch definiert sich im Laufe seines Lebens selbst, indem er verschiedene Fähigkeiten entwickelt.

Wir sind auf dem Weg in eine andere Welt, eine Welt, in der Respekt, Integration, Normalisierung der Unterschiedlichkeiten und das gerechte Zusammenleben wie eine Fahne gehisst werden. Es gibt noch viel zu tun, und um dieses „Viel“ heute etwas kleiner zu machen, können wir damit beginnen, uns dieser Bewegung anzuschließen.