Das ökonomische Modell der Psychoanalyse

20 Juni, 2020
Das ökonomische Modell der Psychoanalyse bietet eine neue Perspektive auf die Persönlichkeit; eine, die sich auf die Energie und unsere Impulse konzentriert. Erfahre in diesem Artikel mehr darüber!

Im Laufe der Jahre haben viele Menschen die Persönlichkeit untersucht, jene Variable, die einen großen Einfluss auf unser Verhalten hat. Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, hat die Persönlichkeit aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. In unserem heutigen Artikel werden wir dir einen dieser Aspekte vorstellen: das ökonomische Modell der Psychoanalyse.

Hast du schon einmal von Libido, psychischer Energie und Trieben gehört? Sicherlich, denn diese Konzepte sind ziemlich bekannt. Sie sind sogar so bekannt, dass du die Begriffe manchmal benutzt, ohne ihre wahre Bedeutung oder ihren Ursprung zu kennen. Freud hat diese Konzepte genutzt, als er das ökonomische Modell der Persönlichkeit entwickelte.

Wenn du mehr über dieses psychoanalytische Modell erfahren willst, dann solltest du einfach weiterlesen. Dadurch wirst du eine neue Perspektive auf die menschliche Persönlichkeit gewinnen. Außerdem wirst du erfahren, welche Konzepte mit diesem Modell zusammenhängen, wie Energie sich auf unsere Psyche auswirkt und welche anderen Modelle die Persönlichkeitstheorie von Freud beinhaltet.

Was ist das ökonomische Modell der Psychoanalyse?

Das ökonomische Modell basiert auf den Studien, die Freud zur Persönlichkeit durchgeführt hat. Es handelt davon, wie Energie in unserer Psyche wirkt. Entwickelt wurde dieses Modell dank des wissenschaftlichen und philosophischen Geistes, über den Sigmund Freud verfügte.

Sigmund Freud glaubte, dass unsere psychischen Prozesse mit der Zirkulation und Verteilung von Energie zusammenhängen. Nach seiner Auffassung kann die Energie in unserem psychischen Apparat zunehmen, abnehmen oder gleich bleiben.

Das ökonomische Modell besagt, dass der psychische Apparat für die Transformation von Energie, Verschiebung von Entladungen und die Ausarbeitung von Erfahrungen zuständig ist. Daher können wir diese Perspektive folgendermaßen beschreiben: alle Ladungen, Entladungen, Überladungen und Äquivalenzen, die in unserem psychischen Apparat aktiviert werden.

das ökonomische Modell - Freud Kunstwerk

Das ökonomische Modell der Psychoanalyse und damit zusammenhängende Konzepte

  • Psychische Elaboration. Die Transformation von Energie.
  • Trieb. Die Kraft, die uns dazu treibt, unsere inneren Wünsche zu befriedigen. Diese müssen nicht unbedingt sexueller Natur sein.
  • Besetzung. Bezeichnet unsere Fähigkeit, unsere Triebe auf ein Objekt oder eine Repräsentation zu richten. Anders ausgedrückt geht es hierbei um die Entladung psychischer Energie. Nach Freuds Lehre liegt der Ursprung der Besetzung im Ego. Dabei ist das Ego jene Struktur, die durch Vergnügen Befriedigung sucht.
  • Libido. Sie bildet die Grundlage der Dynamik zwischen Geist und psychosexueller Entwicklung. Dennoch geht diese Energie über die sexuelle Energie hinaus. Tatsächlich kommt sie direkt von unseren Trieben und hilft uns dabei, unser Verhalten zu steuern. Daher kann Libido sich auf alles beziehen, was uns Vergnügen bereitet und Befriedigung verschafft; beispielsweise das Essen.

Diese Konzepte des ökonomischen Modells der Psychoanalyse sind allgemein bekannt. Dennoch wollte Freud noch mehr über die Triebe erfahren. Daher unterteilte er sie in zwei Primärtriebe:

  • Lebenstrieb. Diese Triebe motivieren Menschen dazu, Befriedigung anzustreben, um dadurch das Überleben und das Wohlbefinden sicherzustellen.
  • Todestrieb. Dabei handelt es sich um die Neigung des Menschen zur Selbstzerstörung. Allerdings hat auch dieser Trieb positive Aspekte, wenn er gut kontrolliert wird.

Das ökonomische Modell basiert auf den Theorien, die Freud ungefähr zwischen 1914 und 1920 entwickelte. Wenn du noch mehr über diese Theorien erfahren willst, dann empfehlen wir dir zwei von Freuds Büchern: Jenseits des Lustprinzips und Zur Einführung des Narzissmus.

das ökonomische Modell - menschlicher Kopf als Puzzle

Weitere Modelle

Um seine Persönlichkeitstheorie weiter zu etablieren, entwarf Freud einige Modelle. Eines dieser Modelle ist das ökonomische Modell, auf welches wir bereits eingegangen sind. Darüber hinaus hat er noch die nachfolgenden Modelle entwickelt:

  • Topographisches Modell. Dieses Modell bezieht sich auf eine Perspektive, aus der wir unterschiedliche Ebenen des Bewusstseins erkennen können. Dabei handelt es sich um das Unbewusste, das Vorbewusste und das Bewusste. Da dieses Modell anhand eines Eisberges aufzeigt, wie tief unser Bewusstsein sein kann, ist es auch als Eisbergmodell bekannt.
  • Psychodynamisches Modell. Dieses Modell beschäftigt sich mit den Impulsen, die Befriedigung suchen, und mit Impulsen, die aufgrund von Abwehrmechanismen gehemmt werden.
  • Genetisches Modell. In diesem Modell beschreibt Freud, dass unsere psychosexuelle Entwicklung dank unseres Strebens nach Befriedigung der erogenen Zonen ermöglicht wird. Dabei erfolgt diese Entwicklung in verschiedenen Stufen: oral, anal, phallisch, latent und genital.
  • Strukturmodell der Psyche. Dieses Modell besagt, dass unser Geist aus drei unterschiedlichen Instanzen besteht, die jeweils auf einer anderen Ebene wirken. Dadurch wird dann unsere Persönlichkeit geformt.

Obwohl es Unterschiede in der freudschen Persönlichkeitstheorie gibt, bedeutet dies nicht, dass die Modelle einzeln wirken. Tatsächlich ergänzen sich in der Psychoanalyse all diese Konzepte gegenseitig.

Zusammenfassend können wir feststellen, dass das ökonomische Modell eine wichtige Rolle bei der Konzeption des Energieflusses im menschlichen Geist spielte und auch dabei, wie verschiedene Triebe dazu beitragen, unsere Instinkte zu befriedigen, während andere dies nicht tun. Darüber hinaus hat Freud die Transformation dieser Energien in unser Inneres studiert. All diese Theorien waren und sind nach wie vor ein revolutionärer Ansatz, um den Geist zu analysieren.

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  • Freud, S. (1973). Introducción al narcisismo y otros ensayos. Madrid: Alianza.
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  • Freud, S. (2012). Tres ensayos sobre una teoría sexual. Buenos Aires: Alianza editorial.
  • Freud, S. (1923/2016). El yo y el Ello. Madrid: Amorrortu.
  • Freud, S. (2013). La interpretación de los sueños (Vol.267). Ediciones Akal.