Als ich dich am meisten brauchte, warst du nicht an meiner Seite

· 8. August 2016

Als ich dich am meisten brauchte, warst du nicht an meiner Seite. Das brach mir das Herz und stürzte mich in eine tiefe Traurigkeit. Als ich dich am meisten brauchte, war die Einsamkeit mein Weggefährte. Ich habe mehr von dir erwartet und du hast mich enttäuscht. Als ich dich am meisten brauchte, fiel ich in ein tiefes Loch. Ist jetzt der Moment gekommen, die Vorstellung, die ich von mir und von anderen habe, zu überdenken?

In der Vergangenheit haben wir schon oft jemanden gebraucht. Sei es, weil wir uns schlecht fühlten, wir Unterstützung oder eine Schulter zum Anlehnen brauchten. Aber was passiert, wenn in solchen Momenten niemand da ist? Niemand, der uns diese so benötigte Aufmerksamkeit schenkt. Wieso kann da nicht auf einmal jemand sein, der uns eine Hand reicht, nach der wir in der Stille so lautstark verlangen?

„Viele deiner unerklärlichen traurigen Zeiten, haben eine einfache Erklärung: Du wolltest nicht, als dich die anderen brauchten, oder sie wollten dich nicht, als du sie brauchtest.“

Bernardo Stamateas

Bestimmt hast du schon mehr als einmal so eine Situation erlebt. Falls nicht, dann hast du Glück gehabt. Denn es gibt kein schlimmeres Gefühl, als jemanden nicht an seiner Seite zu sehen, wenn man ihn am meisten braucht.

Wenn du bemerkst, dass du nicht existierst

Das Schlimmste, das uns zustoßen kann, ist zu realisieren, dass wir für jemanden, für diese in unseren Augen so besondere Person, nicht existieren. Das ist ein sehr negatives Gefühl, das Verlustängste, die Angst vor Zurückweisung und dem Gefühl, nicht geliebt zu werden, mit sich bringt.

Körper einer Frau mit Herz und großen Gefäßen

Sobald uns auffällt, dass wir für den anderen nicht wichtig sind, kann das unser Selbstwertgefühl stark erschüttern, vor allen Dingen wenn wir uns daran gewöhnt haben, unsere Wertschätzung von anderen abhängig zu machen.

Es kann gut sein, dass du dich mit vielen Menschen identifizieren kannst, die aus diesem Grund eine Leere der Liebe fühlen. Denn diese Menschen sind nicht dazu in der Lage, zu verstehen, dass wir nicht immer auf unser Umfeld zählen können und es einen Zeitpunkt im Leben geben wird, an dem wir allein auf uns gestellt sind. Diese Tatsache solltest du akzeptieren und verinnerlichen. Jeder Mensch hat in deinem Leben eine Grenze und kommt nur bis zu einem gewissen Punkt mit dir mit. Ab diesem Punkt musst du allein weitergehen.

Das ist dann ein schwieriger Moment; ein Moment, den viele hinauszögern wollen, der aber unvermeidbar kommen wird. Niemand wird dich dann begleiten und an deiner Seite sein. Du wirst mit dir selbst vorlieb nehmen und deinen Weg allein weitergehen müssen. Niemand wird dich brauchen, niemand wird um deine Hilfe bitten und es wird der schlimmste Moment in deinem Leben sein, in dem das Gefühl, verlassen zu werden, so stark sein wird, dass es beinahe unüberwindbar erscheint.

Die Einsamkeit ist das Einzige, das du findest, wenn du nicht danach suchst.

Befreie dich von den Fesseln

Mann schiebt Herz durch schmale Tür

Dieses Gefühl, verlassen zu werden, dass sich jeder von dir abgewandt hat, du mit deiner Angst allein gelassen wurdest und nur du allein deinen Weg weitergehen kannst, legt dir Fesseln an, vor denen du schon immer Angst hattest.

Von Kindesbeinen an haben wir uns daran gewöhnt, bestimmte Angelegenheiten zusammen mit Freunden, der Familie, usw. zu bewältigen. Aber wie sieht das Ganze aus, wenn wir vollkommen auf uns gestellt sind? Wir müssen lernen, von niemandem abhängig zu sein, um unseren Lebensweg weiterhin beschreiten zu können, um zu tun, was wir nun mal tun wollen. Nimm dir die folgenden Ratschläge zu Herzen und erinnere dich immer wieder an sie:

  • Liebe und schätze dich! Denn wenn du dich allein fühlst, wirst du dir darüber bewusst werden, dass du das eigentlich nicht bist, denn du hast ja dich! Lerne, dich selbst zu lieben und nicht zuzulassen, dass dein Selbstwertgefühl oder dein Glück von deinen Mitmenschen abhängt.
  • Schließe mit der Einsamkeit Freundschaft: Hin und wieder glauben wir, dass die Einsamkeit nichts Gutes verheißt – doch dem ist nicht so. Überzeuge dich davon, sie von einer anderen Seite zu betrachten. Du kannst viel von ihr lernen, wie zum Beispiel, dass du dir selbst mehr Zeit widmen muss.
  • Mache dich von niemandem abhängig, um glücklich zu sein: Denn deine Glückseligkeit sollte von keinem Menschen abhängig sein, da das nur zu einem Gefühlschaos führt, das dich frustrieren und dich absolut unglücklich stimmen wird. Suche das Glück bei dir selbst und nicht bei den anderen.
  • Lerne, dich zu verabschieden: Das ist etwas, das uns nicht beigebracht wird, aber dringend notwendig ist. In unserem Leben kommen und gehen Menschen, sie fügen uns Schmerzen zu und enttäuschen uns. Uns von ihnen zu verabschieden, fällt schwer, doch wir müssen das so schnell wie möglich lernen.
  • Erwarte nichts von niemandem: Ab und zu sind unsere Erwartungen an andere einfach zu hoch. Enttäusche dich nicht selbst, erwarte nichts von niemandem und du wirst viel glücklicher sein.

Du bist niemandem von heute auf morgen nicht mehr wichtig, und falls doch, dann hast du dieser Person in Wahrheit nie wirklich etwas bedeutet.

Frau mit Schmetterling auf der Hand

Hast du dich auch schon einmal in dieser Situation befunden, in der du jemanden gebraucht hast und dieser jemand nicht da war? Lerne aus dieser Erfahrung und streiche aus deinen Gedanken den Satz: „Als ich dich am meisten brauchte, was nicht an meiner Seite.“  Du solltest verstehen, dass du nur dich selbst brauchst, dich selbst niemals allein lassen und immer an deiner Seite sein wirst.

Suche nicht nach einer helfenden Hand. Du hast eigene Füße, Hände, einen eigenen Körper und einen eigenen Verstand – das ist das Einzige, was du benötigst. Mache dich von niemandem abhängig und sei glücklich! Lerne, dich selbst zu lieben und zu schätzen. Sei stolz auf das, was du erreichst. Du kannst auf dich selbst zählen, und das ist mehr als du brauchst.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Berit Kruger Johnsen und Bett Spencer