5 Zitate von Lao Tse zum Nachdenken

6. Dezember 2017 en Psychologie 227 Geteilt
Zitate von Lao Tse

Lao Tse ist ein chinesisches Wort, welches „alter Meister“ bedeutet. Es ist auch der Name eines Philosophen und Denkers, der wahrscheinlich im 7. Jahrhundert gelebt hat. Er ist für sein Schriftstück Tao Te King  bekannt, doch bleibt er auch eine verschleierte Figur in einem Rätsel. Viele zweifeln gar daran, dass er jemals existiert hat, und glauben vielmehr, dass alle jene Zitate von Lao Tse tatsächlich von verschiedenen Autoren stammen. Was wir sicher wissen, ist, dass wir auf ein intellektuelles Vermächtnis zurückgreifen können, dass Lao Tse zugeschrieben wird. Beeindruckend ist, dass die Lektionen, die sie vermitteln, noch immer relevant sind.

Lao Tses Gedanken spiegeln viele der essenziellen Prinzipien der östlichen Kultur wieder. Sie sind Zeichen für gutes Urteilsvermögen, Schlichtheit und Gelassenheit. Reflektion über diese Ideen steigert die Intelligenz und Besonnenheit des Menschen. Hier werden wir fünf seiner wundervollen Sprichwörter und Aphorismen mit euch teilen, damit auch ihr über sie nachdenken könnt

1. Das Glück in den Augen von Lao Tse

Lao Tse dachte häufig über das Glück nach. Vor Jahrhunderten, vor der Zeit des Materialismus, trennte die östliche Philosophie das Glück von Besitztümern. Lao Tse tat das auch und sagte: „Wer mit wenig nicht glücklich ist, wird auch mit viel nicht glücklich sein.“

Ein Mädchen mit einem Laufvogel

Dieses Sprichwort platziert das Glück in ein Gefüge, in dem es egal ist, was jemand besitzt. Wenig zu haben bedeutet nicht notwendigerweise Unglück. Eine Menge zu haben bedeutet nicht immer Glück. Wir erreichen Wohlbefinden durch Erfahrungen, die nicht von Besitztümern abhängen. Glück und Unglück findet man im Sein, nicht in dem, was uns umgibt.

2. Über Starre und Flexibilität

Viele Menschen finden, dass Starre und Strenge gute Eigenschaften wären. Allerdings kann diese Perspektive einen den Sinn des Lebens vergessen lassen. Wo es Leben gibt, gibt es Veränderungen. Und Veränderungen verlangen Anpassungen. Statt so hart wie Stahl zu sein, fordert das Leben von uns, wie Wasser zu fließen.

Lao Tse hinterließ uns einen weiteren wundervollen Gedanken zu diesem Thema: „Schmiegsam und geschmeidig ist der Mensch, wenn er geboren wird, starr, störrig und steif, wenn er stirbt. Biegsam, weich und zart sind Kräuter und Bäume im Wachstum, dürr, hart und stark im Entwerden. Darum gehören Starre und Stärke zum Tode, Weichheit und Zartheit zum Leben.“

3. Zu lieben und geliebt zu werden

Lange bevor die humanistische Lehre Zuspruch fand, erkannte Lao Tse die Stärke der Liebe. Er hob den großen Unterschied zwischen lieben und geliebt werden in einem seiner Sprichwörter hervor: „Geliebt zu werden macht uns stark.
Zu lieben macht uns mutig.“

Ein Paar, das sich Rücken an Rücken die Hände hält

Es gibt einen feinen, aber wichtigen Unterschied zwischen Stärke und Mut. Wir können Stärke als die Fähigkeit, etwas zu tun, definieren. Mut dagegen zeigen wir durch die Entscheidung, etwas zu tun. Stärke ist, dazu in der Lage zu sein, Mut ist, es zu wollen. Zwischen beiden gibt es eine ganze Reihe von Unterschieden und das Ziel können wir nur erreichen, wenn wir über beide verfügen.

4. Begierde und Frustration

Die asiatische Kultur lehnt die Begierde entschieden ab. Sie betrachtet sie als Quelle unzumutbaren Leidens. Ihre Philosophie fokussiert sich mehr auf die Fähigkeit, das aufzugeben, was man hat, bevor man danach sucht, was man begehrt. Getreu dieser Philosophie bot Lao Tse diese Worte an:

“Wer nicht begehrt, wird nicht frustriert sein. Und wer nicht frustriert ist, wird nicht verdorben. Ein weiser Mann wartet in der Stille, während alles geschieht. Die Begierde diktiert nichts. Auf diese Weise haben Frieden und Harmonie ihren Platz, und die Welt verfolgt ihren natürlichen Lauf.“

Für die westliche Bevölkerung scheint diese Idee fast absurd zu sein. Hier ist der Ehrgeiz die Quelle von Wachstum und Entwicklung. Nichtsdestotrotz zeigt uns die momentane Realität, dass die Begierde ein Fass ohne Boden ist, dass niemals gefüllt werden kann.

5. Kämpfen oder Zurückweichen

Der Osten ist das Zuhause des Kampfsports. Paradoxerweise lehrt die Mehrzahl der Meister den Schülern, Kämpfe möglichst zu vermeiden. Die größte Weisheit, die uns der Krieg vermittelt, ist, dass wir unser Bestes tun müssen, um ihn zu vermeiden. Lao Tses Philosophie bekräftigt diese Anschauung folgendermaßen: „Das Buch der Strategie besagt: Provoziere keinen Kampf, akzeptiere ihn. Es ist besser, einen Meter zurückzuweichen, als einen Zentimeter voranzuschreiten.“

Östliches Boot bei Nacht

Lao Tses Ansichten sind ohne Zweifel ein großes Geschenk der Weisheit an die Welt. Wir können viel von diesem tausend alten Meister lernen, der wohl vor Jahrhunderten lebte, aber heute lebendiger ist als je zuvor.

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