Wenn du fällst, helfe ich dir und bleibe bei dir

· 26. Juli 2016

Wenn du fällst, bin an deiner Seite, als deine Freundin, dein Partner, deine Familie, die Person, die dich liebt, oder auch einfach nur eine Person, die du gar nicht kennst, dir aber ihre Hilfe anbietet.
Wenn du fällst, helfe ich dir hoch, ich helfe dir, weiterzugehen, und wenn du es nicht mehr schaffst, einen Schritt vor den anderen zu tun, dann setze ich mich neben dich.

Ich verstehe dich, ich versetze mich in deine Lage, denn ich weiß, wer du bist, und ich habe nicht vor, deine Geheimnisse zu enthüllen.

Du kennst mich und du beschützt mich, wir spüren die Verbindung unserer Seelen, wir teilen ein Leben, wir lächeln, wenn wir uns nur anschauen, wir fallen und stehen wieder auf. Wie bedeutend eine solch innige Verbindung ist, erkennen wir, wenn wir uns umschauen und Menschen beobachten, die Geschenke und Geld mit Liebe verwechseln: Wenn ich sehe, dass du weinst, und dir sage, dass es mir leidtut und dann gehe, dann gebe ich dir keine Liebe. Wenn ich sehe, du Probleme beim Aufstehen hast und dir einen Rollstuhl kaufe, dann gebe ich ihm keine Liebe. Wenn ich unseren Kindern ihr Studium finanziere, sie aber ignoriere, dann gebe ich ihnen keine Liebe.

Wenn du fällst, reiche ich dir meine Hand - und mein Herz

Liebe geben bedeutet sehr viel mehr. Es bedeutet, dass ich dir aufhelfe, wenn du fällst und mich brauchst. Es bedeutet, dich spüren zu lassen, dass ich da bin, dass ich verhindern werde, dass du nach einer Niederlage liegen bleibst. Jemandem zu helfen bedeutet, sich in seine Lage zu versetzen, das Leid seiner Last zu verstehen und seine Traurigkeit zu spüren, als sei es die eigene. 

Und Liebe bedeutet nicht nur, Freunden zu geben oder zu helfen, sondern auch unbekannten Menschen, die Hilfe nötig haben. Liebe ist wie eine verlängerte Hand, die Hilfe und Unterstützung bietet. Man sollte dabei aus Selbstlosigkeit helfen, weil man an den anderen denkt und nicht, weil man sich einen Vorteil verspricht.

Der Lohn für die Hilfe

Anderen zu helfen bringt dir dennoch sehr viel, denn du kannst dich dadurch auch als Person weiterentwickeln. Im Folgenden erfährst du mehr über all die positiven Seiten, die es hat, wenn du anderen hilfst:

  • Güte verlängert das Leben: Aus einer Studie, die von der Zeitschrift Health Psychology  veröffentlicht wurde, geht hervor, dass Menschen, die im Ehrenamt tätig sind, länger leben, als diejenigen, die es nicht tun. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass ihre Motivation dafür ist, anderen zu helfen und nicht sich selbst zu befriedigen und in den Vordergrund zu stellen. Sara Konrath und mehrere ihrer Kollegen kamen an der University of Michigan (Michigan, USA) zu diesem Ergebnis, nachdem sie tausende Menschen verschiedener Altersgruppen befragt haben. Die verlängerte Lebensdauer, erklärt Konrath, sei das Resultat geringeren Stresses und eines verminderten Blutspiegels an Stresshormonen, was sonst die Gesundheit massiv beeinträchtige.
  • Mentales Wohlbefinden: Um anderen Menschen wirklich zu helfen ist es, wie bereits erwähnt, notwendig, großzügige Hilfe anzubieten. Das heißt, wir sollten uns nicht auf Personen beschränken, die wir kennen, sondern unsere Hilfe auch anderen Menschen zukommen lassen, die wir nicht kennen, die aber unsere Hilfe nötig haben.

„Wer seinem Nächsten Schaden zufügt, schadet sich selbst. Wer anderen Hilfe anbietet, hilft sich selbst.“

Leo Tolstoi

  • Gestärktes Selbstbewusstsein: Wenn wir einer anderen Person helfen, spüren wir ihre Dankbarkeit, wodurch sich die Meinung, die wir von uns selbst haben, und mit ihr unser Selbstbewusstsein, verbessert. Es ist eine immense Befriedigung, zu fühlen, wie sehr unsere Hilfe geschätzt wird, und das ist ein riesiges Geschenk für unser Selbstwertgefühl. Wir fühlen uns nützlich, wir haben das Gefühl, etwas getan zu haben, das von großer Bedeutung ist.
  • Wer hilft, verwandelt sich in eine positivere Person: Anderen zu helfen verursacht Gefühle der Freude und des Glücks. Das Glas des Helfenden ist halb voll und nicht halb leer. Wohltätig zu sein macht dich zu einem optimistischeren Menschen. Die positiven Gedanken, die enstehen, wenn wir anderen helfen, sind eine reichhaltige Quelle an Glücksgefühlen.

Die Hilfe, die wir anderen selbstlos geben, die Hand, die wir anderen reichen, nutzt letztendlich also auch uns selbst, hilft uns, ein besserer Mensch zu werden, die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten und uns glücklicher zu fühlen.

„Wir fühlen, dass alles, was wir tun, nur ein Tropfen im Ozean sei. Aber wäre dieser Tropfen nicht, so würde er den Ozeanen fehlen.“