Sag mir, wie du Autorität ausübst, und ich sage dir, wie deine Kinder mal sein werden

· 8. Dezember 2017

Wie erziehe ich mein Kind? Dies ist zu einem zunehmend schwierigen Thema geworden. Auch wenn es kein allgemeingültiges Handbuch gibt, das erklären würde, wie gute Eltern sich verhalten, gibt es dennoch ein paar allgemeingültige Kriterien für Kindererziehung. Eines davon bezieht sich auf die Autorität, die Eltern ausüben sollten. Auch wenn das Konzept der Autorität sich über die Zeit verändert hat, ist es nicht verschwunden.

Früher übten Eltern Autorität Weise aus und das Kind hat normalerweise gehorcht. Es wusste einfach, das es das zu tun hatte. Es handelte sich um einen Autoritarismus, den das Kind deshalb respektierte, weil es die Konsequenzen fürchtete. Um das Kind zum Gehorchen zu bringen, benutzten die Eltern Strategien, die von Drohungen bis zu Schlägen reichten. Ihre Art der Erziehung basierte daher auf Bestrafung, wenn der Gehorsam ausblieb.

Heute scheint es, als sei genau das Gegenteil der Fall: Es gibt zunehmend Beschwerden über das fehlende Durchsetzungsvermögen der Eltern. Ihre Autorität wird von den Kindern oft nicht mehr anerkannt, und von vielen Eltern wird sie nur unter Angst ausgeübt. Wir sind sogar an einen Punkt gelangt, an dem zuweilen die Eltern misshandelt werden und Kinder sich wie Diktatoren benehmen.

Autorität in der Kindererziehung

Regeln sind wichtig, um Autorität aufrechtzuerhalten und der Beliebigkeit Grenzen zu setzen. Grenzen geben dem Menschen Stabilität. Es sind die Eltern oder die Erziehungsberechtigten, die den Kindern Regeln beibringen sollten. Und diese Aufgabe erledigt sich nicht von allein: Grenzen setzen erfordert viel Anstrengung.

Kinder mit Flügeln auf dem Rücken gehen auf Stelzen

Kinder sind tendenziell launisch. Daher ist es so wichtig, ihnen beizubringen, dass sie nicht alles tut oder haben können, was sie möchten. Dass man sich Dinge durch Anstrengung verdienen muss, und man sie häufig trotz aller Anstrengungen nicht bekommt. Kleinen Kindern sollte beigebracht werden, zu gehorchen, da sie die Kinder sind und die Kontrolle in den Händen der Erwachsenen bleiben muss. Sie sollten gehorchen, ohne dass die Eltern ihr Verhalten ständig erklären müssen.

Mit älteren Kindern kann man sprechen. Man kann die Gründe für Regeln und Grenzen erklären, muss aber gleichzeitig deutlich machen, dass diese nicht verhandelbar sind. Die Familie sollte nach der Pfeife der Eltern tanzen, denn sie tragen die Verantwortung. Weil sie erwachsen sind. Wenn das Kind die Sachen anders machen will, soll es erst erwachsen werden und dabei lernen, sich um sich selbst zu kümmern.

Autorität herzustellen und aufrechtzuerhalten, kann zu vielen Konflikten führen. Kinder haben ihr Urteilsvermögen noch nicht vollständig entwickelt. Daher sind Grenzen für sie frustrierend und können häufig zu den wohlbekannten Wutanfällen führen. Manche Eltern geben, erschöpft durch die Auseinandersetzungen, die sie in anderen Lebensbereichen führen müssen, diesen Wutausbrüchen nach. Das ist genau das, was man nicht machen sollte, denn es ist viel schwieriger, die einmal verlorene Autorität zurückzuerlangen, als sie von Anfang an aufrechtzuerhalten.

Übertriebene Freizügigkeit und ihre schwerwiegenden Folgen

Das Fehlen einer leitenden Figur, einer Autoritätsperson kann negative Spuren im Leben eines Menschen hinterlassen. Es kann zu Unsicherheit und Ängstlichkeit führen. Wenn Eltern keine Grenzen setzen oder diese selbst nicht respektieren, kann das beim Kind das Gefühl auslösen, es hätte keinen sicheren Boden unter den Füßen. Ihm fehlt dann ein Bezugspunkt, an dem es sich orientieren kann, und sei es auch nur, um ihn zu kritisieren.

Kinder essen Zuckerwatte

Auch wenn die meisten Eltern mit den besten Absichten erziehen, ist übertriebene Freizügigkeit zweifelsohne der falsche Weg. Den Kindern wird alles recht gemacht, damit sie nicht die Nöte der Eltern aushalten müssen. Sie dürfen machen was sie wollen, basierend auf einem falschen Freiheitsverständnis. Ihnen wird keine Verantwortung übertragen. Aus dieser fehlenden Autorität erwachsen Kinder, die eigensinnig, träge und voller Vorurteile sind.

Und das Schlimmste ist, dass diese Kinder später nicht über die Werkzeuge verfügen, die sie brauchen, um der Realität zu begegnen, die voller Hürden und Ungewissheit ist. Sie werden ganz sicher nicht die nötige Stärke haben, um den großen Probleme des Lebens die Stirn zu bieten. Sie werden oft frustriert sein, weil die Dinge nicht so laufen, wie sie gern möchten, und sie werden nicht wissen, wie sie mit dieser Frustration umgehen sollen.

Zuneigung und Nähe sind die Pfeiler der Autorität

Kinder, die ganz ohne Autorität aufwachsen, werden sich dementsprechend verhalten. Sie werden denken, dass sie immer im Recht sind. Es ist möglich, dass sie versuchen, andere für ihre Zwecke zu benutzen. Sie werden keine Verantwortung übernehmen und sich ihren Problemen nicht stellen. Ihnen wird es zudem an Selbstwertgefühl mangeln und sie werden denken, dass man mit Geld alles kaufen könne. In den schlimmsten Fällen können sie „auf die schiefe Bahn“ geraten und sich für ein Leben am Rande der Legalität entscheiden.

Mödchen mit Pflanzen auf dem Kopf, an deren Blüten ein Kolibri schwirrt

Autorität ohne Zuneigung und Nähe auszuüben, ist mehr Tyrannei als Lehre. Vater und Mutter, die nur im Leben des Kindes auftauchen, um Befehle zu geben oder Dinge zu verlangen, rufen gemischte Gefühle beim Nachwuchs hervor. In diesem Fall handelt es sich bei der Autorität lediglich um ein Machtwerkzeug, um die Kinder zu unterwerfen und nicht, um sie mit dem auszurüsten, was sie für ihr späteres Leben brauchen.

Es ist sehr wichtig, das Eltern Zeit mit ihren Kindern verbringen. Zum Reden, zum Spielen, um sie kennenzulernen und damit die Kinder die Eltern kennenlernen. Kurz gesagt, um eine Bindung aufzubauen. Wenn ein Kind seine Eltern als liebevoll wahrnimmt, ist es auch wahrscheinlicher, dass es deren Autorität akzeptiert. Und es wird verstehen, dass deren Anwendung nicht willkürlich erfolgt, sondern dem Zweck dient, es auf das Leben vorzubereiten.