In welchem Zusammenhang stehen Yoga und Depression?

10. Mai 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Yoga und Depression - eine innere Verbindung

Der Zusammenhang zwischen Yoga und Depression kann schwierig nachzuvollziehen sein, vor allem wenn wir bedenken, dass eines der Hauptsymptome dieser psychischen Störung der Verlust des Interesses an beinahe sämtlichen Aktivitäten ist. Doch wer an einer Depression leidet und Yoga macht, kann sich an vielen Vorteilen erfreuen.

Auf die Diagnose der Depression folgt normalerweise eine Kombination aus einer psychotherapeutischen und pharmakologischen Behandlung. Die hohe Prävalenz der Depression und deren Begleiterkrankungen bei ebenso hoher Inzidenz von Nebenwirkungen von Antidepressiva haben dazu geführt, dass der Fokus immer mehr auf ergänzende Therapien, wie Yoga, gelenkt wird.

Was ist eine Depression?

Eine Depression ist eine Störung der geistigen Verfassung, die vorwiegend mit Symptomen einhergeht, die mit der Stimmungslage zu tun haben. Darüber hinaus zeichnet sie sich dadurch aus, dass kognitive und somatische Störungen vorhanden sind. Daher handelt es sich um eine Erkrankung, die sich sowohl auf psychischer als auch auf physischer Ebene belastet, wobei der Einfluss auf emotionaler Ebene besonders stark spürbar ist.

Depressive Frau schaut aus dem Fenster

Die Symptome einer schweren Depression, abhängig davon, auf welcher Ebene sie sich bemerkbar machen, können unter anderem sein:

  • Die Stimmung betreffende Symptome: Anhedonie, Hoffnungslosigkeit, Gefühl der Wertlosigkeit oder Schuldgefühle, vermindertes Interesse oder Vergnügen an und bei den meisten Aktivitäten, Reizbarkeit, subjektives Gefühl von Unbehagen und wiederkehrende Gedanken an den Tod
  • Kognitive Symptome: verminderte Fähigkeit, sich zu konzentrieren und Entscheidungen zu treffen
  • Somatische Symptome: Müdigkeit und Energieverlust, Schlaflosigkeit oder Hypersomnie, Unruhe oder psychomotorische Einschränkungen, Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme ohne Diät

Diese psychische Störung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und die beschriebenen Symptome mit Auswirkungen auf sozialer, beruflicher oder familiärer Ebene können in verschiedener Frequenz und Dauer auftreten. Eine Depression kann vorübergehend oder auch permanent Teil des Lebens eines Patienten sein und seine teilweise oder vollständige Unfähigkeit zur Alltagsbewältigung verursachen.

Wie geht bei einer Depression in unserem Gehirn vor?

Wie wir sehen, ist der gesamte Organismus von der Depression betroffen. Sie macht sich nicht nur in seinem geringen Selbstwertgefühl oder chronischer Müdigkeit bemerkbar, sondern kann sogar zur Folge haben, dass sich Betroffene das Leben nehmen.

Auf chemischer Ebene bewirkt diese schwerwiegende Störung, dass unzählige Neurotransmitter – das sind Botenstoffe, die helfen, über die die Neuronen im Gehirn miteinander kommunizieren – verstärkt oder vermindert ausgeschüttet werden:

  • Noradrenalin: ein Hormon, das bei Stress ausgeschüttet wird und. den Körper darauf vorbereitet, mit einer bedrohlichen Situation fertig zu werden. Ständig in Kampfbereitschaft zu sein, führt dazu, dass das Immunsystem geschwächt wird, das Krebsrisiko steigt und psychische Störungen wie Depressionen oder Angstzustände auftreten.
  • Dopamin: Ein Dopaminmangel steht im Zusammenhang mit Apathie, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und chronischer Langeweile. Darüber hinaus verringert ein solcher Mangel das Gefühl der Belohnung und des Vergnügens.
  • Serotonin: Ein Serotoninmangel kann ebenfalls eine Depression auslösen. Dieser Mangel verursacht Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen, Veränderungen der Körpertemperatur und das soziale Verhalten.

Welche Vorteile hat Yoga?

Jetzt, da wir bereits wissen, wie sich eine Depression zeigt, können wir die Vorteile von Yoga im Zusammenhang mit dieser Störung besser einschätzen. Yoga ist mehr als nur eine bloße sportliche Übung, da hierbei auch der mentale und spirituelle Zustand eine Rolle spielen. „Yoga“ stammt von dem Begriff „yuj“ ab, der im Sanskrit Einheit oder Vereinigung bedeutet: Körper, Verstand und Geist sind im Einklang miteinander. Erkennst du erste Verbindungen zwischen Yoga und Depression?

Yoga hilft uns dabei, uns besser kennenzulernen, und das sowohl mental als auch körperlich gesehen. Durch Yoga können wir das tiefste Innere unseres Wesens erkunden. Das gelingt uns, indem wir Yogapositionen, Atmungsweisen und Mantras erlernen.

„Mein Glück finde ich in mir und nicht außerhalb. Nur ich allein habe die Macht darüber.“

Tantra Yoga

Frau praktiziert Yoga

Menschen sind multidimensional. Wir sind nicht einfach nur Symptome oder Gedanken, sondern das Ergebnis aus einem Zusammenspiel. Diese Disziplin lehrt uns, unsere Erinnerungen und Ideen, Stimmungen, Verhaltensweisen und Körper in Einklang miteinander zu bringen. So können wir in Frieden leben, weil diese Dimensionen miteinander verbunden sind. Dieses organische Gleichgewicht ist die Schnittstelle zwischen Yoga und einer Depression.

Yoga und Depression: die Vorteile im Überblick

Wie wir bereits gesagt haben, sind die bei dieser Störung vorherrschenden Symptome mit der Gemütslage verbunden. Die gute Nachricht ist, dass sich Yoga direkt auf diese Symptomatik auswirken kann. Yoga verringert die Intensität der depressiven Symptome und es sind sofortige Effekte spürbar.

  • Auf chemischer Ebene stimuliert diese aus Indien stammende Praxis die Produktion von Proteinen, die für die Reparatur von Neuronen gebraucht werden sind. Das erhöht die Neuroplastizität, d. h. die Fähigkeit unseres Gehirns, neuronale Verbindungen entsprechend den von uns gemachten Erfahrungen und verinnerlichten Lernprozessen zu modulieren.
  • Darüber hinaus reguliert Yoga den Serotonin- und Dopaminspiegel, erhöht den zerebralen Blutfluss und führt zur Freisetzung von Endorphinen. All dies trägt auf natürliche Weise zur Verbesserung des Geisteszustandes bei und begünstigt einen Zustand der Entspannung, der es uns ermöglicht, besser und tiefer zu schlafen. Die Ausführung bestimmter Yogaübungen lässt ein Gefühl von Wohlbefinden aufkommen.
  • Yoga erleichtert die Verbindung mit unserem Inneren: Yoga erlaubt uns, negative Gedanken gegen positive auszutauschen und dadurch sind wir dazu in der Lage, unsere schwierigsten und komplexesten Emotionen zu bewältigen. Auf diese Weise sinkt die Reizbarkeit ebenso wie das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Apathie.
  • Yoga lindert Stress und Angst: Das pausierte und tiefe Atmen bei Yogaübungen begünstigt es, mentalen und emotionalen Frieden zu finden. Dank der Meditation und Konzentration auf verschiedene Teilen des Körpers können Stress und Angstzustände abgebaut und verringert werden. Das wiederum beruhigt Entzündungen und stärkt das Immunsystem.
  • Die verschiedenen Asanas oder Positionen stärken unseren Bewegungsapparat. Sie erhöhen die Flexibilität von Muskeln, Bändern, Sehnen und Faszien.

Frau auf einer Yogamatte

Die oben genannten Punkte sind einige der Gründe, wieso Yoga zu einer wertvollen ergänzenden Behandlungsmethode bei einer Depression und anderen Arten von psychischen Störungen geworden ist. Yoga und Depression stehen also tatsächlich im Zusammenhang miteinander. Auch wenn es, wie wir sehen konnten, viele Vorteile gibt, müssen wir aber vorsichtig sein und sollten bei bestehender Depression nicht ausschließlich auf Yoga setzen. Denn diese Disziplin kann weder pharmakologische noch psychotherapeutische Behandlungen ersetzen. Yoga kann lediglich als unterstützende Technik zu diesen Behandlungsansätzen dienen.

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