Ich hätte nie gedacht, dass im Glück so viel Traurigkeit verborgen liegt

19. Oktober 2015 en Emotionen 209 Geteilt

Die Welt kann dir das Herz auf jede denkbare Weise brechen. Das steht fest, und ich kann es nicht erklären. Genauso wenig kann ich den Wahnsinn in mir oder den Wahnsinn anderer erklären. Das Leben ist niemals gerecht, aber man kann Schicksalsschläge überstehen und nach vorn schauen. Und wenn dein Herz zerbrochen ist, musst du es wieder zusammenflicken und nicht nur das: du musst wieder lernen zu vertrauen – und das ist der schwierigste Teil. Trotz alledem und obwohl dir das Leben sämtliche Illusionen genommen hat, kannst du doch weiter träumen. Und weißt du warum? Weil du ohne Hoffnungen, Träume, Liebe eine andere Art von Leben führen würdest. Wofür möchtest du leben, wenn du dein Leben nicht genießen kannst? Man kann nicht ständig in Angst leben. Das Leben ist nun einmal so: Du fällst hin, stehst wieder auf und fällst wieder hin. Aber wenn du dich nicht einmal mehr bewegst, weil du Angst hast, hinzufallen, dann bist du gefangen.

 Das Gute im Schlechten sehen

Ich bin im Leben auf Leute getroffen, die mit den Steinen, die ihnen in den Weg gelegt wurden, nichts anzufangen wussten. Im Gegenteil, sie stolperten oder nahmen sie als Last auf ihre Schultern. Auch ich habe das so gemacht.

Tatsächlich ist an den Worten Benedettis etwas Wahres dran: Ich hätte nie gedacht, dass im Glück so viel Traurigkeit verborgen liegt. Ich dachte eigentlich eher, das Gegenteil sei der Fall: dass das Glück ein Weg voll Rosen ohne Dornen sei und nicht ein unbezwingbarer Weg oder ein Weg voll mit Steinen.

Aber da lag ich wohl falsch, und das versteht man erst, wenn man auf das Glück vorbereitet ist. Glücklichsein bedeutet auch, zu leiden – eine seltsame Bedingung, denn nur der Stärkere überlebt.

Was für eine Ironie, nicht wahr? In Wirklichkeit ist es gar nicht so abwegig, Glück als ein umfassendes Gefühl zu betrachten, ein emotionales Gleichgewicht, zu dem auch Traurigkeit und Herausforderungen gehören.

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Aus diesem Grund bin ich heute davon überzeugt, dass ich die Traurigkeit und den Schmerz brauche, um alles zu erreichen, was ich mir vornehme. Es ist falsch, die Kraft, mit der wir aus einem Rückschlag herausgehen, nicht zu nutzen.

Ich will euch nichts vormachen, ich bin nach meinen Schicksalsschlägen nicht immer gleich wieder aufgestanden und glaube, dass das auch völlig normal ist. Tatsächlich habe ich das meiste aus meinen Rückschlägen gelernt, weil sie dir im Moment des Sturms vor Augen führen, dass es sich wirklich lohnt, weiterzumachen, auch wenn du im Gewitter großen Schaden nimmst.

Letztendlich kann man den Regenbogen ohne ein bisschen Regen ja nicht sehen. Ich glaube, die Tatsache, dass ich mir dessen und der Lektionen des Lebens bewusst wurde, machte aus mir eine glücklichere Person.

Oder vielleicht wurde ich auch glücklicher, als mir klar wurde, dass gute und schlechte Zeiten Hand in Hand gehen. Und das ist auf keinen Fall negativ, es muss so sein.

Die schönsten Dinge im Leben entstehen tatsächlich aus den schlimmsten: Nach dem Leben kommt der Tod und damit der Abschied, Liebe schützt man vor dem Wahnsinn, aber sogar Lieblosigkeit kann den Kampf gewinnen und auch die schönsten Momente gehen einmal vorbei.

Genau das macht sie so besonders. Wir müssen auf die Zeichen achtgeben, um erkennen zu können, wann das Leben uns einzigartige Momente schenkt. Und wenn wir denken, dass wir sie sehen oder erleben sollten, dann verspüren wir den Drang, sie unbedingt suchen und finden zu wollen.

Höre niemals mit etwas auf, aus Angst es zu verlieren. Erinnere dich daran, dass im Glück auch Trauer steckt und dass diese uns nicht aufgebürdet wird, sondern dass wir nur lernen müssen, sie zu verstehen.

Wenn wir hinfallen, dann nur, weil wir uns auf neue Wege begeben haben.

Zitat von Christian Schloe

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