Ich bin glücklicher Single

· 25. November 2016

Single zu sein, weit von irgendeinem Beziehungsstatus entfernt, heißt, dass du durch eine bestimmte Lebensphase voller Fülle und Freiheit gehst, in der du auf niemanden warten oder Rücksicht nehmen musst. Denn Single zu sein heißt nicht, immer verfügbar zu sein; manchmal heißt es einfach, dich dir selbst zu widmen.

Auch wenn die meisten Studien bekräftigen, dass verheiratete Menschen generell glücklicher sind als Singles, machen sie auch auf verschiedene andere Tatsachen aufmerksam: die glücklichsten Paare sind die, in denen die Partner gute Partner und gleichzeitig gute Freunde sind. Gleichzeitig ist es sehr üblich, verschiedene Beziehungen zu haben, bis man den „richtigen“ Partner findet.

Ich warte nicht und ich suche auch nicht. Ich bin mit dem Singleleben zufrieden, denn ich widme mich mir selbst, denn ich brauche keinen Partner, um glücklich zu sein.

Noch offensichtlicher ist die Tatsache, dass uns emotionale Beziehungen entweder tiefes Glück oder tiefe Traurigkeit oder Enttäuschung bringen können. Die Liebe ist es zweifellos wert, erlebt zu werden. Das sollte allerdings nicht dein einziger Grund sein, am Leben zu sein. Dein Wohlbefinden, dein Glück und dein inneres Gleichgewicht sollten von dir selbst kommen, wie ein niemals erlöschendes Feuer, das dich entlang deines Weges führen kann, ob du allein bist oder Hand in Hand mit jemand anderem gehst.

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Wenn die Gesellschaft das Singledasein zu einem sozialen Status macht

Vor nicht allzu langer Zeit wurde in den Medien eine Nachricht veröffentlicht, die „die übrig gebliebenen Frauen Chinas“ hieß. Dieses traditionelle und patriarchische Land hat sich von der Ein-Kind-Politik abgewandt, als der Fortschritt mehr „man power“ verlangte. Das impliziert, dass Frauen wieder ihrer Rolle, Kinder zur Welt zu bringen, gerecht werden sollen. Wenn ein Mädchen also mit 25 noch nicht verheiratet ist, dann wird sie und ihre Familie von den staatlichen Medien identifiziert und abgestempelt.

Diese jungen Frauen erhalten den Spitznamen „Shend Nu“ (übrig gebliebene Frau) und werden dazu genötigt, Teil einer Marketingbranche zu werden, um nach einem Partner zu suchen. Es gab allerdings schon einen signifikanten Wendepunkt, an dem die Frauen versucht haben, sich von diesem Stigma zu befreien. Sie verteidigen ihr Singledasein und kämpfen für Individualität. Das ist etwas, was nicht sehr gut in einen kommunistischen Kontext passt.

In vielen Ländern wird das Singledasein zu einem sozialen Status und somit zu einer Kategorie. Tatsächlich muss du nicht erst nach China reisen, um diese Art von Verhalten zu sehen. Bei uns in Europa werden diese Ideen zwar etwas weniger direkt ausgedrückt, aber sie sind dennoch genauso präsent. Singles werden nicht als „Übriggebliebene“ angesehen, sondern als „Unvollständige“. In vielen Ländern ist es ein Zeichen für persönliches Scheitern, wenn man mit 40 Jahren noch Single ist.

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Schau dir zum Beispiel die obige Illustration an. Sie wurde von Idalia Candelas angefertigt und stellt die delikate Realität einer alleinstehenden Frau in Mexiko dar. Dieser Lebensstil ist von der Gesellschaft nicht gern gesehen, und doch leben diese Frauen allein, ohne zu leiden, ohne depressiv zu sein. Sie fühlen sich sicher und genießen ihre eigene Gesellschaft, auch wenn das der Großteil der Gesellschaft nicht versteht.

Ich warte nicht auf jemanden und suche auch niemanden

Vor einigen Jahren wurde ein Artikel publiziert, der die akademische Welt revolutionierte, indem er die Wörter „glücklich“ und „Single“ direkt nebeneinander platzierte. Für Jahrzehnte kam Glück nur von der Liebe, davon, in einer Beziehung zu sein, davon, mit jemandem zusammenzuleben.

Manchmal ist Singledasein der Preis der Freiheit, und es bringt uns mehr bei, als jegliche Art von Gesellschaft.

Plötzlich wurden Singles modern und sogar Reiseagenturen und Entertainer sahen einen neuen Markt, den sie „ausbeuten“ konnten. Allerdings haben sich Vermarkter schließlich nicht aufs Singledasein spezialisiert, sondern darauf, Singles zu ermutigen, Partner zu finden und ihr Singleleben hinter sich zu lassen. Und wir fallen zurück in den altbekannten Teufelskreis.

Das ist beides – soziale und geschäftliche Ironie, die im starken Kontrast zur Realität steht.

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Single und nicht bereit, sich unter’s Volk zu mischen

Singledasein ist keine Kreuzung oder ein Wartezimmer, in dem du sitzt, bist du an der Reihe bist, dich in deiner Rolle als Partner oder emotionaler Kompagnon vorzustellen. Manche Singles sind nicht dazu bereit, einen Partner zu haben.

Jeder Single (und jeder Partner) trägt seine eigene Last. Es gibt also auch Menschen, die entdecken, dass das Singledasein ihnen ein erfüllteres Leben bietet. Sie können sich ihren Interessen und Leidenschaften widmen und auch wichtige Entscheidungen treffen, wenn sie allein sind.

Natürlich gibt es auch Menschen, die die Person ihrer Träume finden wollen, die Person, die genau in ihre Ecken und Kanten passt und die die gleichen Werte teilt. Das heißt aber nicht, dass man von diesem Gedanken besessen werden und in allen Ecken der Welt suchen sollte. Manchmal musst du dich finden lassen, während du auf dem Pfad von persönlichem Wachstum entlanggehst und dich gut mit dir selbst fühlst. Wo du nichts erwartest und auf alles hoffst…

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