Entzündungshemmende Medikamente zur Behandlung von Depressionen

03 Juni, 2020
Die Behandlung von Depressionen mit Antidepressiva und kognitiver Therapie hat eine Erfolgsquote von 60 %. Patienten sollten daher auch andere therapeutische Alternativen, wie entzündungshemmende Medikamente, in Betracht ziehen, um diese Störung zu behandeln.

Seit einiger Zeit konzentrieren sich viele Forscher in ihren Studien darauf, warum Menschen während depressiver Episoden an Entzündungen leiden. In diesem Artikel erfährst du mehr über die möglichen therapeutischen Vorteile, die entzündungshemmende Medikamente auf die Behandlung von Depressionen haben können.

Bei der konventionellen Behandlung von Depressionen werden Antidepressiva und eine kognitiven Therapie eingesetzt. Allerdings ist diese Art der Behandlung nur bei etwa 60 % der Patienten wirksam. Das bedeutet, dass 40 % der Patienten von dieser Behandlung nicht profitieren. Dabei kann ein depressiver Zustand manchmal sogar zum Selbstmord der betroffenen Person führen.

In Fällen schwerer Depressionen ist dies ein hoher Prozentsatz an Patienten ohne wirksame Behandlung. Über 350 Millionen Menschen auf der Welt sind von Depressionen betroffen, was 1 von 10 Erwachsenen entspricht. Zusammenfassend sind Depressionen ein komplexes Thema und wir müssen daher nach therapeutischen Alternativen suchen, die zur Behandlung dieser Störung beitragen können.

Es scheint eine Beziehung zwischen Depressionen und Entzündungszuständen des Gehirns zu geben

Entzündungen und ihre Beziehung zu Depressionen

Wie bereits zuvor erwähnt, stellen immer mehr Studien die Beziehung zwischen Depressionen und Entzündungszuständen des Gehirns fest. Zunächst war nicht klar, ob eine Depression die Folge einer Entzündung sein könnte oder ob eine Depression die Ursache für den Entzündungszustand darstellt.

Im weiteren Sinne sind Depressionen eine multifaktorielle Störung, die verschiedene psychosoziale, genetische und biologische Aspekte miteinander verbindet. Unter diesen kann Stress eine Zündkapsel sein. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Aspekte zusammen mit Stress entzündliche Signale an das Gehirn senden.

Manche Patienten, die unter einer schweren Depression leiden, zeigen mehr Entzündungsmarker im Blut. Dies schließt entzündliche Zytokine ein, die ihr zentrales Nerven- und neuroendokrines System verändern können. In ähnlicher Weise kann es die Mengen an C-reaktivem Protein in ihrem Körper sowie einige Interleukine erhöhen.

Entzündungshemmende Medikamente zur Behandlung von Depressionen

Die Theorie über Entzündungen und Depressionen eröffnet daher eine Reihe von therapeutischen Alternativen, die zur Behandlung dieser Störung beitragen können. Dies ist besonders für die Patienten wichtig, die nicht auf konventionelle Antidepressiva ansprechen.

Die Hemmung von proinflammatorischen Zytokinen verbessert die Wirksamkeit von Antidepressiva und den psychischen Zustand von Patienten mit Depressionen. Diese Beziehung wurde dank onkologischer und antiinfektiöser Behandlungen entdeckt. Während dieser Behandlungen stellten Mediziner fest, dass die Verabreichung von Interferon-alpha an Patienten zu depressionsähnlichen Symptomen führte.

Omega-3-reiche Lebensmittel

Heutzutage untersuchen immer mehr Forscher die tatsächlichen therapeutischen Vorteile, die entzündungshemmende Medikamente auf die Behandlung von Depressionen haben. Mehrere Tierversuche haben gezeigt, dass die Einnahme von entzündlichen Zytokinblockern das depressive Verhalten und andere Reaktionen auf Stress reduziert.

Diese entzündlichen Zytokinblocker werden manchmal bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen, wie rheumatoider Arthritis oder Psoriasis, eingesetzt. Durchgeführte Studien zeigen, dass diese Therapie bei den Patienten im Vergleich zu Placebos einen signifikanten antidepressiven Zustand aufweisen kann.

Omega-3 als ergänzende Behandlung gegen Depressionen

Einige Studien schlagen die Ergänzung mit Omega-3 als therapeutische Alternative vor. Der Grund ist die entzündungshemmende Wirkung dieser Fettsäure. Mehrere Forschungsarbeiten führen den depressiven Zustand auf einen Mangel an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren zurück.

Darüber hinaus haben sich die Fettsäuren als wirksam gegen depressive Episoden erwiesen. Als solches kann Omega-3 das Immunsystem der Betroffenen beeinflussen, einige Zytokine und entzündliche Prostaglandine reduzieren und andere molekulare Mechanismen modifizieren.

Entzündungshemmende Medikamente zur Behandlung von Depressionen geben Hoffnung

Diese Alternativen erfordern jedoch mehr Forschung. Depressionen sind eine komplexe Erkrankung, und Entzündungen weisen zu viele unscharfe Symptome auf, die es schwierig machen, eine klare Beziehung zwischen beiden zu definieren. Wir sollten aber auch darauf hinweisen, dass dies ein offenes therapeutisches Feld mit vielen Gesichtspunkten und Hoffnungen für die Zukunft ist.

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