Eine sanfte Berührung von dir und meine Seele lebt auf

· 5. Dezember 2017

Eine sanfte Berührung eines geliebten Menschen besitzt die Macht, unsere Seele aufleben zu lassen. Sie wirkt wie das beruhigende Rauschen des Meeres, das in unserem Körper ein Gefühl der Ruhe auslöst, uns unsere Ängste nimmt, sich einen Weg durch tiefe Unsicherheiten bahnt, um Grenzen zwischen dir und mir zu verschmelzen. Denn es gibt Berührungen, die heilen, und weise Hände, die die Haut streicheln, um damit die Seele zu erreichen.

Die Kunst der Berührung verlangt von uns, dass wir gute Handwerker auf dem Gebiet der Gefühlswelt sind. Denn ob wir es glauben oder nicht, der Takt dieser Musik unserer Sinne und Freuden findet im Gehirn statt. Unser Gehirn sagt uns, welcher Mensch das Recht darauf hat, uns zu berühren, und es teilt uns mit, welche Art der Berührungen für uns am wohltuendsten ist.

Sanfte Streicheleinheiten, Umarmungen und Blicke unserer Liebsten sind für uns so lebensnotwendig wie die Wurzeln für einen Baum. Ohne sie würden wir nach und nach eingehen.

Was wir bedenken sollten, ist die Tatsache, dass in unserer DNA dieses Bedürfnis nach körperlicher Nähe niedergeschrieben wurde, um als Spezies überleben zu können. Ein Neugeborenes kann beispielsweise nicht auf gesunde Weise heranwachsen, wenn es keine sanften Berührungen, Umarmungen und Streicheleinheiten erhält. Auch wir im Erwachsenenalter brauchen diese Gesten der Zuneigung, um die Bindung zu den uns geliebten Menschen zu stärken.

Die Kunst der Berührungen ist nicht nur auf physischer Ebene wohltuend. Eine sanfte Berührung gibt einem Menschen neue Kraft und zeigt ihm, dass wir zusammen gehören. Wir bestärken mit ihr eine Verbindung, was über unsere Sinne wahrgenommen wird und unserem Gehirn Sicherheit gibt.

Ein Mann streichelt einer Frau über den Rücken

Unser Körper braucht täglich Berührungen

In einem interessanten und ausführlichen Artikel, der in der Zeitschrift Psychology Today  veröffentlicht wurde, wurde die Liebe auf eine sehr treffende Weise definiert: Sie ist die Suche nach einer sicheren und bereichernden Verbindung mit einem anderen Wesen. Durch diese Verbindung sind Menschen auf emotionaler Ebene miteinander vereint, um sich zu nähren, Ängste zu vertreiben und sich gegenseitig zu beschützen.

Wir alle haben ab dem Moment unserer Geburt dieses Bedürfnis, stabile Beziehungen aufzubauen, in denen Liebesbekundungen ein eindeutiger Ausdruck unserer Gefühle sind. In unseren Beziehungen sind Berührungen immer eine Art Sprache, die eine höhere Macht besitzt, mit der Worte durch unsere Haut und Sinne vermittelt werden. So wird die Verbindung zueinander gestärkt und das Gehirn belohnt uns mit einer großen Dosis an Endorphinen.

Was passiert also in unserem Gehirn, wenn wir zu wenige sanfte Berührungen erfahren oder der physische Kontakt eines geliebten Menschen vollkommen ausbleibt? Die Antwort darauf können wir in zwei Aussagen zusammenfassen:

  • Wenn kein emotionaler Ausdruck stattfindet, wenn ein Partner in einer Partnerschaft keine Zuneigung, Berührungen oder Umarmungen erhält, gerät das Gehirn in Panik.
  • Diese fehlende Zuneigung erzeugt ein Gefühl von Einsamkeit und gleichzeitig eine komplexe Stresssituation, die der Verstand zu Beginn als eine Bedrohung wahrnimmt. Die ausbleibende Zuneigung wird als mangelnde Liebe interpretiert. Sie hinterlässt in der Seele eine tiefe Leere, die das Gehirn in Form von Stress verarbeitet.
Eine sanfte Berührung der Hände zweier Personen im Wasser

Die Kunst, zu wissen, wie man einen Menschen sanft berührt

Wir wissen bereits, dass das Gehirn in Bezug auf eine Berührung über unseren Gefallen an selbiger entscheidet sowie tagtäglich Streicheleinheiten einfordert. Doch es reicht nicht, einen Menschen einfach nur zu berühren, wir müssen verführen und die Verbindungen bekräftigen können, denn der physische Kontakt, der Wohlbefinden, Gefallen und Sicherheit erzeugt, sollte von einem für uns bedeutungsvollen Menschen ausgehen.

Die Haut ist ein emotionales Minenfeld mit Millionen Nervenenden, was faszinierend ist, weil diese eine Landkarte bilden, die es zu erkunden gilt. Deshalb sind wir uns sicher, dass du gern herausfinden würdest, welche die wohltuendsten Berührungen sind, die, die unsere Seele aufleben lassen.

Der Rücken einer Frau verziert mit Blumen und Schmetterlingen

Die faszinierende Landkarte unserer Haut verbindet sich mit unseren Gefühlen

Unser Gehirn reagiert auf eine erstaunliche Weise auf Berührungen. Es ist etwas so Reines, Instinktives und fast Magisches, dass wir schon als Kinder verstehen, dass wir einen weinenden Menschen mit einer Umarmung beruhigen können. Dass wir einen Menschen mit sanften Berührungen von Sorgen befreien können und das eine Hand auf der Schulter oder dem Rücken uns das Gefühl von Nähe und Erleichterung beschert.

Laut einem in der Zeitschrift The Journal of Neuroscience  veröffentlichten Artikel sei eine sanfte Berührung für unser Gehirn wie eine Partitur, und je nachdem, wer uns in welchem Kontext berührt, löse das die eine oder andere Emotion aus.

  • Die schönsten Berührungen in einer Partnerschaft sind diejenigen, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 cm/s stattfinden. Sie folgen einem subtilen und perfekten Rhythmus, der die Mechanorezeptoren aktiviert, die dem Gehirn eine entscheidende Nachricht mitteilen: die Berührung gefällt.
  • Unser Gehirn ermöglicht es uns, uns mit Menschen durch Berührungen zu verbinden. Eine sanfte Berührung ist auch ein emotionaler Besänftigter von Angst, Verlangen oder Traurigkeit. Der Grund dafür ist die Inselrinde, eine tiefliegende Region im Gehirn, die für unsere Gefühlswelt ausschlaggebend ist.

Dies ist ein zweifellos sehr interessantes Thema, das uns die Wichtigkeit einmal mehr vor Augen führt, jeden Tag diese Wissenschaft zu praktizieren, für die man keinen Doktortitel braucht. Der Meister im Berührungshandwerk ist jederzeit für uns erreichbar.