Die 5 häufigsten Probleme in der Pubertät

18. Mai 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Probleme in der Pubertät - deprimierte Jugendliche

Die Pubertät kann kompliziert sein. Richtig kompliziert. Probleme in der Pubertät verwirren nicht nur die Mitmenschen des Jugendlichen, sondern auch den Jugendlichen selbst. Sie ist zudem eine Zeit, in der er für verschiedene psychische Störungen wie Angst und Depressionen anfällig ist. Auf entsprechende Symptome ist also ebenfalls zu achten. Die bevorstehende Pubertät erschreckt deshalb viele Eltern, die sich vor den mit ihr verbundenen Herausforderungen fürchten.

Es gibt viel zu tun! Lies weiter und entdecke, welche die größten Probleme der Pubertät sind und was wir gegen sie tun können. Schon jetzt können wir verraten: Empathie und Geduld sind sehr nützliche Werkzeuge, um besser mit Problemen im Jugendalter umgehen zu können. 

Jeder fünfte Jugendliche leidet an einer psychischen Störung.

1. Probleme in der Pubertät – Depression und Dysthymie

Die Depression ist eine Erkrankung, die viele Jugendliche betrifft. Die Notwendigkeit, sich der Gruppe anzupassen, ein geringes Selbstwertgefühl in Folge von Akne und Mobbing sind nur einige der möglichen Ursachen für Depressionen. Die Dysthymie, die sich von der Depression unterscheidet, kann ebenso auftreten. Diese Störung ist eine leichte, aber chronische Form der Niedergeschlagenheit. Es ist üblich, dass sie bis zu zwei Jahre anhält.

Die Unterstützung der Familie ist in beiden Fällen extrem wichtig. Es gilt, Veränderungen oder Anzeichen für Krankheiten bloß nicht irgendwelche zu ignorieren oder als „Teenie-Kram“ abzustempeln. Es ist wahr, dass Jugendliche nicht viel reden und dass die Familie nicht die Umgebung ist, in der sie am meisten erzählen. Daher musst du deine Augen offen halten und deinem Kind genügend Aufmerksamkeit schenken.

Traurige Jugendliche

2. Angststörungen

Angst ist heute weitverbreitet und es gibt eine Phase in unserem Leben, in der sie besonders schlimm werden kann – in der Pubertät. Die Erwartungen, die ein Teenager hat oder die andere an ihn stellen, können zu starkem Stress führen. Auch der Druck, sich mit anderen zu messen und sie zu übertreffen, oder Probleme mit Freunden, können Quellen der Angst sein.

Die Symptome, die uns darauf hinweisen können, dass etwas nicht stimmt, sind vielfältig. Leidet dein Kind an Schlaflosigkeit? Ist es sehr reizbar? Das können einfach Stimmungsschwankungen sein, die für die Pubertät typisch sind. Bauchschmerzen ohne offensichtliche Ursache und Muskelverspannungen sind jedoch Symptome, mit denen ihr euch an einen Spezialisten wenden solltet. Wenn sie eine ernste Ursache haben, dann kann eine Behandlung eingeleitet werden.

„Angst schärft die Sinne. Unsicherheit lähmt sie.“

Kurt Goldstein

3. Anorexie, Bulimie und Essstörung

Probleme im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme treten zweifellos am häufigsten in der Pubertät auf. Jugendliche sehen sich oft mit Kritik am eigenen Körper konfrontiert. Gleichzeitig sind sie von jenen unmöglichen Bildern der Schönheit umgeben, die die Gesellschaft zu einem hohen Preis an sie verkauft. Daher konzentrieren sich Jugendliche oft sehr darauf, was sie essen. Sie gestalten ihre Diät, um die Kontrolle über ihr Gewicht zu bewahren, ohne dabei auf mögliche Folgen einer Fehl- oder Mangelernährung zu achten.

Daraus ergibt sich nicht zwangsläufig ein Problem. Das Problem entsteht oft daraus, dass Jugendliche Maßnahmen ergreifen, ohne jemanden zu konsultieren, der etwas von Ernährung versteht. Manchmal sind diese Maßnahmen sehr restriktiv und werden in Form einer Bestrafung oder zur Beruhigung ihrer Angst angewendet. Es ist offensichtlich, dass diese Maßnahmen katastrophale Folgen für ihren Körper haben können.

In einigen Fällen sind Essstörungen auch die Manifestation eines tiefer liegenden Problems. Ein Beispiel könnte ein Kindheitstrauma sein, wegen dessen sich der Jugendliche schuldig fühlt, und so beginnt er, sein Leben über das Essen zu kontrollieren. Oft gehen diese Störungen Hand in Hand mit selbstzerstörerischen Verhalten.

Magersüchtiger Jugendlicher

Wenn ein Jugendlicher abnehmen möchte, ist es in Ordnung, ihn zum Arzt zu bringen, der ihn dann wiederum an einen Ernährungsberater verweist. Dort wird er dann darüber beraten, wie eine gesunde Ernährung aussehen sollte. Aber es ist dennoch wichtig, ihn weiterhin im Auge zu behalten: Wenn Teenager an Essstörungen leiden, verbergen sie das in der Regel.

4. Soziale Phobie

Die soziale Phobie gehört zur Gruppe der Angststörungen, und wird sichtbar, wenn sich der Jugendliche in der Öffentlichkeit befindet, oder vielleicht auch schon, wenn er nur daran denkt. Mit Fremden zu interagieren oder an einen Ort voller Menschen zu gehen, kann für ihn zu einem Albtraum werden.

Aus diesem Grund ist es üblich, dass Teenager zu Hause bleiben. Unsicherheit, Selbstzweifel in Bezug auf den Körper, Mobbing und das ungestillte Bedürfnis nach Akzeptanz können soziale Phobien auslösen. Wenn in der Öffentlichkeit Tachykardie, Atembeschwerden und Angstzustände auftreten, kann dies auf eine soziale Phobie hinweisen.

5. Antisoziale und oppositionelle trotzige Störung

Hat der Teenager gestohlen? Ist er gewalttätig gegenüber Menschen oder Tieren? Es passiert schnell, dass Laien die antisoziale oder oppositionelle trotzige Störung mit natürlichen Problemen in der Pubertät rechtfertigen. Diese Art von Verhalten kann jedoch ein Symptom für ein ernsthafteres Problem sein.

Erwachsenen nicht gehorchen, sich nicht an die Regeln halten, stehlen und permanent wütend sein, sind einige der Anzeichen, die auf diese Störungen hinweisen können. Da sind junge Menschen, die niemanden respektieren, die impulsiv handeln, ohne nachzudenken und ohne die Integrität anderer zu berücksichtigen. Ist das nur der Ausdruck einer schwierige Zeit oder ist es etwas Ernstes? Am besten ist es, einen Spezialisten zu konsultieren, der weiß, wie man mit Problemen in der Pubertät umgeht.

Es ist normal, dass Eltern sich in solch einer Situation machtlos fühlen oder nach Gründen suchen, um dieses Verhalten zu rechtfertigen. Sie könnten sogar das Gefühl haben, dass sie ihre Kinder nicht gut genug erzogen haben. Diese Missverständnisse können jedoch dazu führen, dass sie eine passive und unterwürfige Haltung gegenüber ihren Kindern einnehmen, was diesen überhaupt nicht zugutekommt. Deshalb sollten sie professionelle Hilfe suchen.

Vorwiegend feindseliges, herausforderndes Verhalten und die Tendenz, die Grundrechte anderer zu verletzen, können auf eine Störung hindeuten.

Pubertät – Wir kennen sie gut

Wir haben alle eine Jugend hinter uns. Wir können uns gut daran erinnern, wie wir uns missverstanden fühlten und wie unsere Eltern ihre Hilfe zu verweigern schienen, anstatt sie uns anzubieten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Eltern nicht davon ausgehen, dass die Probleme, die wir oben angesprochen haben, belanglos wären. Wenn sie rechtzeitig handeln, können sie verhindern, dass sich eine psychische Störung manifestiert und schwere Folgen hat.

Trauriger Jugendlicher
Viele Jugendliche verzweifeln so stark, dass sie schließlich Selbstmord begehen. Andere leiden unter schrecklicher Einsamkeit. In dieser sehr schwierigen Zeit ihres Lebens ist Unterstützung unbedingt notwendig.

Es ist wichtig, nicht aggressiv gegenüber Jugendlichen zu sein, wenn wir ihnen helfen und das negative Verhalten, das sie zeigen, lösen wollen. Manchmal können Eltern frustriert sein, wenn sie Probleme in der Pubertät sehen, und das kann dazu führen, dass sie selbst die Kontrolle verlieren. Eltern müssen jedoch ruhig bleiben und um professionelle Hilfe bitten, wenn sie nicht in der Lage sind, adäquate Unterstützung anzubieten.

Viele Eltern können aber durchaus die Sicherheit bieten, die ihre Kinder so dringend brauchen. Es gibt Kommentare, die wir nicht einfach abtun sollten, wie „Ich will heute nicht essen“, „Was ich sage, gilt“  oder „Halt die Klappe in meinem Zimmer!“.  Wenn wir hinter diese Kommentare schauen und rechtzeitig zur Wurzel des Problems vordringen, können wir verhindern, dass es außer Kontrolle gerät. Und wir können unerwünschte Folgen vermeiden.

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