Dein Glück hängt von dir ab

28. April 2016 en Psychologie 14 Geteilt

So viele von uns befinden sich auf der Suche nach dem Glück. Wir sind geradezu besessen davon, es endlich zu erreichen. Allerdings haben wir dabei gar keine so klare Idee davon, was mit Glück eigentlich gemeint ist. Glücklich zu sein ist der Status, den jedes menschliche Wesen für sich selbst anstrebt.

„Der Mensch vergisst allzu schnell, dass das menschliche Glück vielmehr ein Zustand des Geistes als ein Zustand der Umstände ist.“

John Locke

Was ist Glück aber nun wirklich?

Um herauszufinden, was glücklich zu sein wirklich bedeutet, müssen wir uns zunächst einmal eine Frage stellen: Was bedeutet Glück für mich? Die Antwort auf diese Frage kann ziemlich komplex ausfallen und für jeden ganz persönlich viele unterschiedliche Nuancen aufweisen. Glück ist nicht etwas, das von außen kommt oder von den Umständen, in denen wir leben. Es kommt aus unserem Inneren und hängt davon ab, wie wir unser Leben erleben.

Wenn wir durch unser Leben gehen und denken, dass unser Glück von unseren Umständen abhängig ist, dann werden wir erleben, dass es darum geht, mehr Geld zu haben, bessere Kinder, einen guten Job, stabile Beziehungen etc. Dann werden wir ständig nach dem Ausschau halten, was uns fehlt, ohne dabei zu merken, dass das Glück überhaupt nichts mit all diesen Dingen zu tun hat.

Glück können wir immer nur in uns selbst finden. Es ist nichts, was von außen kommt. Es ist dabei entscheidend, dass wir verstehen, dass es nicht von dem abhängig ist, was wir haben, sondern von dem, was wir sind. Dies bedeutet also, dass wir lernen müssen, uns selbst zu lieben, zu akzeptieren und mit uns selbst zu leben. Dies ist der Schlüssel, um jene Quelle des Glückes zu entdecken, die in uns liegt – unabhängig von all den Umständen, in denen wir uns befinden.

Unsere Haltung dem Leben gegenüber verändert sich, wenn wir uns der Tatsache bewusst werden, dass unsere eigene Zufriedenheit gar nicht so unbeständig ist, wie man uns hat glauben machen wollen. Es hängt nicht ständig davon ab, was um uns herum geschieht.

Wir alle haben die Fähigkeit, zu wählen, wie wir unser Leben erleben wollen. Es ist möglich, dass wir zu mehr Harmonie gelangen und unsere Verantwortung für unser eigenes Glück übernehmen. Dabei ist nicht entscheidend, dass unsere positiven Erfahrungen die negativen überwiegen. Es geht eher darum, dass wir all diese Erfahrungen in unser Leben als einen Lernprozess zu integrieren beginnen, denn sie alle sind nützlich und notwendig.

Glück lässt sich gut verkaufen

Der Glaube, dass unser Glück von den äußeren Umständen abhängt, ist sehr weit verbreitet. Das ist nun mal das, was uns zum Thema Glück vermittelt wurde. Und genau aus diesem Grund existiert auch die Tyrannei des Glücks.

Das Glück wird verkauft – in Form von Formeln, die uns vorschreiben, wie wir zu leben haben, wie wir uns verhalten müssen und auch, was wir besitzen müssen. Die Medien, die Gesellschaft und die Politik machen sich dies zunutze. Auch sie geben die Botschaft weiter, dass wir umso glücklicher sein werden, je mehr Dinge wir besitzen.

Die Botschaft, die dabei mitschwingt, ist, dass wir ständig all diese positiven Emotionen haben müssen und dass wir andauernd in dieser idealen Seifenblasen-Welt leben müssen – die natürlich in keiner Weise unsere Realität widerspiegelt. Und dies erzeugt in uns dann wieder Frust und – was noch viel schlimmer ist – sorgt dafür, dass wir unseren Zugang zu uns selbst verlieren.

Die nicht enden wollende Suche nach Glück außerhalb unserer selbst sorgt dafür, dass wir mehr und mehr auf Abstand zu uns selbst und zu dem uns von Natur aus innewohnenden Glück gehen.

Alle, die ihre Befriedigung in dem zu finden versuchen, was sie besitzen und was sie erreicht haben, werden sich am Ende vollends verlieren, weil sie einem unrealistischen Trugbild hinterherjagen. Es ist einfach vergänglich. Es handelt sich dabei auch gar nicht um echte Bedürfnisse, die einen zufriedenstellen können. Diese Bedürfnisse sind nämlich frei erfunden.

Und je mehr wir besitzen, desto mehr benötigen wir auch. Dies hat schon der Heilige Augustinus gemeint, als er in Bezug auf Glück das Folgende gesagt hat: „Nicht der ist reicher, der mehr hat, sondern jener, der weniger benötigt.“

Wenn wir uns von all den Dingen abhängig machen, die uns umgeben, versetzt uns das letztlich in einen Zustand der Sklaverei.

Glück hängt von einem selbst ab

Wir sollten verstehen lernen, dass wir nicht dadurch glücklicher werden, dass wir mehr Siege erleben, mehr Geld besitzen oder mehr Macht und Anerkennung. Dies sind nämlich nicht unsere wahren Ziele.

Wir müssen auch verstehen, dass wir nicht dadurch glücklicher werden, dass wir immer intensivere Lustgefühle durchleben, denn auch die Suche nach Lust, die wir mit unserem Körper spüren können, ist nicht das, was uns glücklich machen wird.

All diese Dinge lassen unser Leben nur rein äußerlich und oberflächlich werden. Dann werden wir zu menschlichen Wesen, die wie in einem Schlummer sind in einer Welt, in der sie alles haben.

Es ist wichtig, dass wir realisieren, dass Glück nichts mit einem körperlichen, sondern mit einem psychischen Zustand zu tun hat. Dazu braucht es einen erweiterten Zustand unseres Bewusstseins, eine Begegnung mit uns selbst und ein Wiederentdecken dessen, was wirklich zählt.

All das können wir erreichen, wenn wir lernen, auf uns selbst zu hören, unsere wirklichen Bedürfnisse zu erfüllen, uns von uns selbst zu distanzieren und von all dem, was uns umgibt und versklavt – nämlich ein Kreislauf der nicht enden wollenden, nicht zufriedenstellenden Sehnsucht.

Buddha Gautama hat einmal gesagt:

„Es gibt Lust und es gibt Seligkeit. Lass erstere hinter dir, um letztere zu erlangen.“

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