Bis gestern war ich alles, was ich sein konnte; heute bin ich, was ich sein will

12. November 2017 en Psychologie 0 Geteilt
Nachdenkliches Mädchen

Viele von uns sind nur mehr das, was andere ihnen zu sein erlauben. Aber irgendwann fängt das Herz doch Feuer und die Augen werden mutig und wir können einen wichtigen Entschluss fassen: Wir wollen nicht mehr sein, was die anderen in uns sehen wollen. Wir wollen sein, wie wir sein wollen. Wir lassen alle Ängste zurück. Ohne Schranken, ohne Vorbehalte, und ohne Angst davor, was die anderen sagen. Steige auch du in den Zug ein und sage dir: „Ab heute bin ich, was ich sein will!“

Dies zu erreichen ist nicht einfach, es ist das Ziel einer Reise, für die wir nicht einmal die notwendigen Tickets gekauft haben. Persönliche Verwirklichung ist nichts, was mit dem Alter kommt, so wie graue Haare oder die ersten Falten. Erfüllung, Wohlbefinden und innere Balance zu finden ist nicht die Norm. Es ist kein Programm, dass wir in unserem Gehirn installieren können, so als würden wir eine Applikation auf unser Smartphone herunterladen. Und was den Zug angeht – da müssen wir wohl mehrmals umsteigen.

Schwalbe

Manchmal überhören wir ein Gespräch, wenn wir durch ein Restaurant laufen, und vernehmen diesen Satz, der in unserem Kopf widerhallt. Er ist eine Art Leitmotiv, eine Klage, ein Appell: „Ich will einfach nur glücklich sein.“  In diesem einen Satz steckt ein Tropfen Verzweiflung und ein Hauch von Hoffnung. Es scheint, als spürten viele von uns eine Art Depersonalisierung. Als seien wir in einer Realität gefangen, mit der wir uns nicht identifizieren. Als gehöre sie nicht zu uns, da sie uns nicht glücklich macht.

Wir empfehlen, dass du darüber reflektierst, und laden dich dazu ein, Änderungen vorzunehmen, die dich zu einer neuen, zufriedenstellenderen Realität führen.

Das Geheimnis eines erfüllteren Lebens können wir heute lüften

„Glück ist, wenn das, was du denkst, sagst und tust in Harmonie miteinander ist.“

Mahatma Ghandi

Über Jahre hinweg war die Forschung zum Thema Glück darauf konzentriert, wie wir glücklicher werden können. Uns fehlt es sicher nicht an Selbsthilfebüchern, die dieses Thema ansprechen. Aber Glück sollte kein Ziel sein, sondern vielmehr der Weg. Ein Produkt aller unserer Handlungen über den Tag hinweg, jener, die das Leben lebenswert machen.

Alastair Humphreys kann bestimmt als Abenteurer bezeichnet werden. Er ist Schriftsteller und Motivationscoach, arbeitet für die National Geographic. 2012 startete er einen Wettbewerb für die Leser des Magazins. Er wollte seinen Anhängern zeigen, wie sie ihr persönliches Wachstum vorantreiben können. Wie sie anfangen können, sie selbst zu sein, statt das, was andere von ihnen erwarteten. Um dies zu erreichen, verwickelte er sie in das, was er ein  „Mikroabenteuer“ nannte. Sein Wettbewerb war eine direkte Einladung dazu, durch das Erreichen alltäglicher Ziele eine innere Balance zu finden.

Was ich sein will, kann nur ich allein entscheiden

Und es konnte kaum einfacher sein. Er schlug Folgendes vor:

  • Ändere die Route, die du zur Arbeit nimmst. Wenn du normalerweise mit dem Auto fährst, nimm stattdessen den Bus und beobachte die Stadt, die Leute. Wenn du normalerweise mit dem Bus fährst, steige eine Station früher aus und gehe den Rest des Wegs zu Fuß. Genieße den Moment, achte auf das, was du fühlst, was du siehst, was dich umgibt.
  • Unterbrich deine Routine, verliere dich in deiner eigenen Stadt, zwinge deinen Augen dazu, neue Dinge anzuschauen.
  • Iss im Park, verlasse deinen gewohnten Freundeskreis und komm mit neuen Leuten ins Gespräch.
  • Stehe früher auf und meditiere. Denke darüber nach, was du an diesem Tag erreichen willst. Und entscheide, wovon du nicht willst, dass es Teil deines Tages wird.
  • Zwinge dich dazu, jeden Tag etwas Neues zu tun: eine neue Sportart, ein neues Buch, ein neues Hobby, ein neuer Freund, eine neue Frisur, ein neuer Gedanke, eine neue Einstellung…

Heute kann der Anfang sein von allem, was du dir vornimmst.

Solche Mikroabenteuer täglich zu leben, wird zu kleinen Veränderungen führen, und Stück für Stück zu etwas großem Neuen. Auf diese Weise lernen wir, zu verstehen, dass wahres Glück Teil eines Prozesses ist, und nicht ein Ziel, das wir am Horizont sehen. Wir müssen Mauern, Hindernisse und begrenzende Einstellungen einreißen, um uns selbst zu finden. Um es unserem wahren Selbst zu erlauben, zum Vorschein zu treten.

Was ich gestern war und was ich heute bin

Es gibt Leute, die stolz darauf sind, der König des sich-niemals-ändern zu sein. Darauf, immer die gleichen Gedankengänge, die gleichen Einstellungen und das gleiche Parfüm gehabt zu haben. Wir müssen vorsichtig sein mit dieser Art von Personen. Denn Menschsein, ob es uns gefällt oder nicht, verpflichtet uns dazu, uns als Personen weiterzuentwickeln. Zu wachsen, flexibel zu sein und uns an diese komplexe Realität anzupassen, um  wahres, zufriedenstellendes Glück zu finden.

Frau umgeben von Quallen

Nicht die gleiche Person zu sein, die du gestern warst, ist kein Drama. Denn trotz der Holprigkeiten, der Enttäuschungen, und der Verluste, ist etwas Neues aus all dem entstanden. Etwas Schönes, Helleres und zweifelsohne Stärkeres. Was wir heute sind, ist nicht nur ein Resultat unserer Vergangenheit. Denn in uns drin tragen wir Hoffnung auf die Zukunft, und das Vergnügen, den heutigen Tag zu genießen, indem wir wir selbst sind.

Wir verstehen also, dass das Glück der Weg ist und nicht die Endstation. Wir lernen, dass heute immer der beste Moment ist, um Entscheidungen zu treffen. Um uns zu behaupten, und um Hindernisse zu überwinden, die wir durch unsere Ängste aufgebaut haben. Dies wird uns helfen, den Gipfel all dessen zu erreichen, was wir wahrhaft verdienen.

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