Was ist Dysmorphophobie?

· 19. Juni 2017

Es gibt einige Syndrome, Störungen und Krankheiten, die nicht sehr bekannt sind. Manchmal sind sich selbst die Menschen, die unter ihnen leiden, ihrer nicht bewusst. Die Symptome bleiben unbemerkt, weil das entsprechende Bewusstsein fehlt. Heute werden wir eine wichtige Störung diskutieren, die verbreiteter ist, als wir denken: die Dysmorphophobie.

Was ist Dysmorphophobie?

Sie ist durch übertriebene Sorge über den eigenen Körper und das Erscheinungsbild charakterisiert. Normalerweise verbringt die Person eine Menge Zeit damit, die Funktionsweise des eigenen Körpers zu kontrollieren. Diese Symptome verstärken sich üblicherweise, wenn sich die Person beobachtet fühlt. Viele ihrer Handlungen sind sich wiederholende Aktionen wie beispielsweise sich ständig im Spiegel zu betrachten, sich exzessiv zurechtzumachen, sich mit anderen zu vergleichen oder die Teile des Körpers zu verstecken, mit denen sie nicht so glücklich sind und die sie als negativ empfinden.

Diese Syndrom führt dazu, dass sich Menschen als sehr hässlich wahrnehmen, auch wenn das nicht der Fall ist. Die Körperteile, die am häufigsten Sorgen bereiten, sind folgende: Haut und Haare, Gesichtspartien wie Augen, Nase, Wangen und Lippen, oder andere Körperteile wie beispielsweise Brust, Bauch und Beine.

Laut einer Studie der Spanischen Gesellschaft für Plastische Rekonstruktion und ästhetische Chirurgie (SECPRE) steigt die Zahl der Menschen in Europa und Nordamerika, die unter Dysmorphophobie leiden, weiter an. Assoziierte Symptome werden von der Gesellschaft allerdings als normal angesehen und nicht als pathologisch eingestuft. Eine Studie die in Psychology Today  veröffentlicht wurde und an der 30.000 Menschen teilnahmen, zeigte, dass 93% der befragten Frauen und 82% der befragten Männer über ihre körperliche Erscheinung besorgt sind und jeden Tag daran arbeiten, sie zu verbessern und sich gut zu fühlen.

Die meisten Patienten mit diesem Syndrom sind jung. Verschiedene Untersuchungen bestätigten, dass die Dysmorphophobie für gewöhnlich während der Jugend einsetzt, wenn sich die Person mehr um ihr Äußeres sorgt, sich beobachteter fühlt und ein aktiveres soziales Leben führt. Viele dieser jungen Menschen legen sich unter’s Messer, auch wenn Dysmorphophobie ein mentales und kein körperliches Problem ist. Deshalb sagt Gustavo Bustamante, Doktor der Psychologie, dass sicherlich viele der Menschen, die sich plastischer Chirurgie unterzögen, mit den Ergebnissen nicht zufrieden seien.

Was ist die Ursache von Dysmorphophobie? Wie wird sie diagnostiziert?

Es ist wahrscheinlich, dass es zwei Auslöser für diese Krankheit gibt: einen psychologischen und einen biologischen. Was die Biologie betrifft, konzentriert sich die Hypothese zur Ätiologie der Dysmorphophobie auf eine gewisse genetische Prädisposition für eine mentale Störung und ein Ungleichgewicht der Neurotransmitter. Psychologisch gesehen rührt übertriebene Aufmerksamkeit, die man sich selbst schenkt, von einem fehlenden Selbstbewusstsein. Die Gesellschaft schätzt Aussehen mehr als Intelligenz und vergisst dabei die innere Schönheit, was eine solche Störung weiter verstärkt.

Die Hauptsymptome dieser Erkrankung sind Anomalien in der Alltagsroutine oder in grundlegenden Aktivitäten, wie beispielsweise:

  • Soziale Events mit Kontakt zu anderen Menschen zu vermeiden
  • Selbstverletzung, die von der Unzufriedenheit mit dem Körper getriggert wird, und später als Rechtfertigung für einen plastischen chirurgischen Eingriff dient, der vermeintlich dabei helfen wird, die fehlerhafte Wahrnehmung zu überwinden
  • Eine Menge Zeit mit dem Thema Körper zu verbringen, wobei für das angenommene Problem keine Lösung gefunden werden kann

Was ist die Behandlung?

Die Ursache des Problems zu erkennen ist der erste und der wichtigste Schritt zu seiner Überwindung. Von da an können Menschen daran arbeiten, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, sich so zu akzeptieren, wie sie sind, sowohl körperlich als auch im Inneren. Unterstützung von Familie und Freunden ist ebenfalls wichtig. Die Lieben können dabei helfen, das Wesen der Person, die unter dieser Störung leidet, zu stärken. Der Person viel Liebe entgegenzubringen und bedingungslose Unterstützung bei diesem Thema zu zeigen, ist enorm hilfreich. Liebe ist bei allen mentalen Störungen, Syndromen und Pathologien (über-)lebenswichtig, zusammen mit einer angemessenen Behandlung durch einen Psychologen.