Therapeutische Fotografie: Was können Schnappschüsse für dein Wohlbefinden tun?

Hinter jedem Foto steckt eine Geschichte, eine Absicht und ein Gefühl. Schnappschüsse helfen dir, dich selbst zu analysieren und persönlich zu wachsen.
Therapeutische Fotografie: Was können Schnappschüsse für dein Wohlbefinden tun?
Yurdey Fernanda Herran Murillo

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Yurdey Fernanda Herran Murillo.

Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2023

Fotos sind Teil des täglichen Lebens. In unserer digitalisierten Gesellschaft benötigen wir keine Kamera, denn unser Handy begleitet uns auf allen Wegen. Sie halten jedoch nicht nur schöne Erinnerungen fest, sondern können auch im Rahmen einer Therapie zum Einsatz kommen. Erfahre heute Interessantes über die therapeutische Fotografie.

Frau liebt die therapeutische Fotografie
Die therapeutische Fotografie fördert die Selbstwahrnehmung und das Wohlbefinden.

Fototherapeutische Techniken sind keine Therapie an sich, doch ein beliebtes Hilfsmittel in der therapeutischen Intervention, das es erleichtert, deine Gefühle zu erkunden, Erinnerungen und Gedanken zu ordnen und innere Bilder zu betrachten. Die Fotos laden dich dazu ein, deine eigene Wirklichkeit aus verschiedenen Perspektiven zu erkunden

Die therapeutische Fotografie

Du musst kein Fotograf sein, um von dieser Technik zu profitieren. Es geht darum, dich anhand von Fotos deinen eigenen Gefühlen zu nähern, sie zu hinterfragen und dich mit ihnen zu versöhnen. Die kanadische Psychologin Judy Weiser beschreibt fünf Techniken der therapeutischen Fotografie, die wir uns nachfolgend anschauen.

1. Selbst gemachte Fotos

Die Fotografie erleichtert es dir, die Realität zu interpretieren. Jeder Schnappschuss hält einen Augenblick fest, den du danach aus einer anderen Perspektive betrachten und analysieren kannst.

In therapeutischen Räumen können Fotos als Metaphern und Symbole verwendet werden, um die Bedeutung der Orte, Dinge und Themen auszudrücken, die darauf zu sehen sind.

Die Fotografie hilft dir, dich selbst und die Bedürfnisse deiner Mitmenschen zu erkennen. 

2. Selbstporträts

In der Therapie bilden Fotos einen guten Ausgangspunkt, um am Selbstkonzept und Selbstwertgefühl zu arbeiten. Selbstporträts stellen einen Spiegel dar, der die Konfrontation zulässt. Sie lassen den Ausdruck von Gefühlen zu und ermöglichen es, die Vergangenheit oder die Gegenwart aufzuzeigen, um sich neu zu orientieren.

Selbstporträts können schmerzhafte Prozesse der Selbsterkenntnis begleiten und helfen, Stärken und Schwächen zu erkennen.

3. Von anderen gemachte Porträtfotos

Es können Schnappschüsse oder gestellte Fotos sein, die Perspektiven zeigen, die bei der Selbstbeobachtung schwer zu erkennen sind. Du kannst dich so aus der Perspektive eines anderen Menschen sehen. Die Fotos können sehr unterschiedlich sein und verschiedene Realitäten zeigen. Du kannst darin deine wahre Identität erkennen. 

4. Fotosammlungen

Urlaubsfotos, Fotos mit Freunden oder andere Erinnerungen sind auf dem Weg der Selbsterkenntnis ebenfalls sehr nützlich. Sie helfen dir auch, vergangene Ereignisse zu analysieren und komplexe Emotionen auszudrücken. Jedes Bild erlangt im Laufe der Zeit eine besondere Bedeutung.

Therapeutische Fotografie
Fotos halten Lebensereignisse fest, die dir helfen, dich selbst zu analysieren und besser kennenzulernen.

5. Familienalben

Familienfotos sind gemeinsame Momente, die tief in der Erinnerung verankert sind. Wenn du diese Fotos betrachtest, werden wichtige Ereignisse für einen Augenblick wieder lebendig. Du kannst damit deine Lebensgeschichte festhalten und deine Entwicklung beobachten. Auch deine Beziehungen verdeutlichen sich auf den Fotos. Wie waren deine Eltern? Welche familiären Beziehungen sind dir besonders wichtig?

Die therapeutische Fotografie bildet die Grundlage der Selbstanalyse und ist auch in einer Therapie sehr nützlich, um Erinnerungen, Wahrnehmungen und Eindrücke zu verarbeiten, die psychische Gesundheit zu fördern und das persönliche Wachstum zu ermöglichen.

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