Gefahr der Medikamentensucht: Welche Wirkstoffe bergen Risiken?
Tranquilizer (auch Sedativa oder Beruhigungsmittel) zählen heute zweifellos zu den am häufigsten verschriebenen Medikamentengruppen. Zu den beliebtesten Mitteln zählen Benzodiazepine, deren wichtigste Funktion darin besteht, das zentrale Nervensystem zu beruhigen und Angstzustände zu behandeln. Diese Medikamente unterliegen strengen Vorschriften und werden ausschließlich auf ärztliche Verschreibung abgegeben. Der Grund hierfür liegt darin, dass Benzodiazepine leicht missbraucht werden und zu einer Medikamentensucht führen können.
Benzodiazepine können innerhalb kurzer Zeit stark abhängig machen!
Auch wenn du mit dem Begriff „Benzodiazepin“ wenig anfangen kannst, kommen dir Wörter wie Tavor, Valium, Xanax oder Clonazepam vielleicht bekannt vor. Dabei handelt es sich um legale Beruhigungsmittel, die nur auf ärztliche Verschreibung und in therapeutischen Dosen eingenommen werden dürfen.
Tatsächlich aber missbrauchen Menschen diese Medikamente massiv und nehmen sie auf eigene Faust und ohne ärztliche Aufsicht ein. Die Folge dieses gesundheitlich unverantwortlichen Verhaltens (Selbstmedikation) ist die Abhängigkeit von Benzodiazepinen.
Benzodiazepine weisen dein Gehirn an, einen speziellen Neurotransmitter, die Gamma-Aminobuttersäure (GABA), freizusetzen. Die spezielle Aufgabe dieses Neurotransmitters besteht darin, das zentrale Nervensystem zu beruhigen, was zu sedierenden, schmerzstillenden, hypnotischen und angstlösenden Wirkungen führt.
Darüber hinaus bringen Benzodiazepine eine Vielzahl von Nebenwirkungen mit sich, die den physischen, psychischen, emotionalen und sogar sozialen Zustand einer Person beeinträchtigen.
Das Schlimmste dabei ist, dass Benzodiazepine bereits nach kurzer Einnahmedauer und selbst bei ärztlicher Kontrolle süchtig machen können.
Wenn du eines der folgenden Beruhigungsmittel einnimmst, solltest du dir über die damit verbundenen Gefahren und Risiken bewusst sein.
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Medikamentensucht durch Tavor
Tavor ist eines der Medikamente, das sehr häufig verschrieben und zur kurzfristigen Behandlung von Angstzuständen eingesetzt wird.
Dieses Arzneimittel hat eine dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem und bewirkt Sedierung, Entspannung und Ruhe.
Wird Tavor jedoch allein oder über einen langen Zeitraum eingenommen, kann es sehr wohl innerhalb kurzer Zeit zu Gewöhnung, Toleranz und Abhängigkeit kommen.
Einige der Gefahren, die Tavor bei Missbrauch unweigerlich mit sich bringt, sind die folgenden:
- Halluzinationen
- Übelkeit und Erbrechen
- Gedächtnisstörungen
- Atemdepression (vollständiger Atemstillstand)
- Bewusstlosigkeit und übermäßige Sedierung
- Körperliche Abhängigkeit (Toleranz und Bedarf an immer größeren und häufigeren Dosen)
- Psychische Abhängigkeit (Verlangen nach Tavor)
Medikamentensucht durch Valium
Valium ist ein stark abhängig machendes Arzneimittel aus der Gruppe der Benzodiazepine, dessen Wirkungsdauer deutlich länger anhält als bei anderen Medikamenten dieser Gruppe.
Es wird im Allgemeinen zur Behandlung von Angstzuständen, Muskelkrämpfen und Krampfanfällen, aber auch zur Linderung von Anspannung und Stress verschrieben.
Aufgrund der oben genannten Wirkungen wird Valium sehr häufig missbraucht, wobei folgende Risiken auftreten:
- Paranoia
- Herzrasen (Tachykardie)
- Suizidales Verhalten und Selbstmordgedanken
- Krampfanfälle und Koma
- Gedächtnisverlust
- Depression
- Gelbe Hautfarbe
- Körperliche und psychische Abhängigkeit
Bei diesem Medikament kann es sehr leicht zu einer Überdosierung kommen (Einnahme größerer Dosen in kurzer Zeit). Dies kann zu einem völligen Atemstillstand, fehlenden Reflexen, Koma und schließlich zum Tod führen.
Medikamentensucht durch Xanax
Xanax ist das weltweit am häufigsten verschriebene und verwendete Benzodiazepin mit sedierender bzw. beruhigender Wirkung. Es gehört zur Gruppe der Anxiolytika, das heißt, es wird zur Behandlung von generalisierten Angststörungen verschrieben, jedoch auch bei Panikstörungen oder sogar Schlaflosigkeit.
Dieses Medikament besitzt ein hohes Suchtpotenzial, auch unter ärztlicher Kontrolle. Eine Toleranz gegenüber Xanax kann sich sehr schnell entwickeln. Das größte Problem besteht jedoch darin, dass der Konsum von Xanax oft zu einem Missbrauch führt, der folgende Gefahren birgt:
- Delirium
- Aggressives und impulsives Verhalten
- Probleme mit kognitiven Fähigkeiten
- Deutlich erhöhtes Demenzrisiko
- Schwere Psychose
- Verlangen nach immer größeren Dosen Xanax, um die gewünschten Wirkungen zu erzielen (körperliche und psychische Abhängigkeit)
Medikamentensucht durch Clonazepam
Clonazepam ist ein sehr effizientes Benzodiazepin mit längerer Wirkdauer. Obwohl es wie andere Arzneimittel dieser Gruppe häufig zur Behandlung von Angstzuständen, Epilepsie, Panikstörungen und Schlaflosigkeit zum Einsatz kommt, kann es auch bei anderen Krankheiten wie akuter Manie oder unkontrollierten Gesichts- und Körperbewegungen (Spätdyskinesie) verschrieben werden.
Dieses Medikament wirkt beruhigend, hypnotisch und sedierend auf das Gehirn. Mit der Zeit können diese Wirkungen jedoch zu einer erhöhten Toleranz und einem Missbrauch führen, sodass sich eine Abhängigkeit von Clonazepam entwickelt.
Neben dem zweifellos hohen Suchtpotenzial bringt der Konsum dieser Droge auch weitere Risiken mit sich:
- Suizidales Verhalten und Selbstverletzungen
- Deutlich verlangsamte Atmung
- Schwere allergische Reaktionen
- Halluzinationen
- Starke Magen- und Kopfschmerzen
- Sexuelle Dysfunktion
Wie geht man mit einer Benzodiazepinsucht um?
Eine Benzodiazepin-Abhängigkeit ist eine ernste und komplexe Erkrankung, die eine gezielte medizinische Behandlung erfordert. Wenn du oder jemand in deinem Umfeld von Beruhigungsmitteln abhängig ist, sei dir bewusst: Es gibt Hilfe, und eine Genesung ist möglich. Je früher du professionelle Unterstützung in Anspruch nimmst, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Erholung.