3 Sätze, die zum Nachdenken anregen

18 Januar, 2018

Ein paar Sätze werden dein Leben nicht verändern, aber vielleicht bewegen sie etwas in deinem Inneren, wenn du sie hörst, in deinem Verstand und deinem Herzen, wie ein ehrlicher und direkter Schluss. Manche Sätze beschreiben ganz genau, was mit uns passiert, und sie scheinen mehr als nur eine Einladung zum Nachdenken, sondern eine Einladung zur Veränderung.

Vielleicht sind wir nicht daran gewöhnt, große Gedanken in einem Philosophiebuch zu lesen oder einen Film zu schauen, der all unsere Dogmen und Vorurteile herausfordert, aber die Mehrheit von uns erinnert sich bestimmt an ein paar Sätze, die sie beeinflusst und zum Nachdenken angeregt haben. Vielleicht wird einer der folgenden drei Sätze eine solche Wirkung auf dich haben.

“Alle haben einen Plan, bis sie den ersten Schlag ins Gesicht bekommen”

Dieser erste Satz stammt von keinem Philosophen und wir sind der Überzeugung, dass der Boxer, der ihn sagte, nie daran gedacht hat, einer zu sein, aber manchmal ist das direkt Gesagte auch das Ehrlichere, und umschließt eine tiefere Botschaft. Einfach, simpel und direkt.

Dieser Satz wurde vom Boxer Mike Tyson gesagt und enthält eine sehr starke Botschaft, die sich vom Boxsport auf das Leben übertragen lässt. Wir alle haben einen Plan für unser Leben, wir glauben, dass wir ihm ohne Probleme folgen können und dass der Wind immer zu unseren Gunsten bläst. Dies passiert solange, bis die erste Schwierigkeit auftritt und mit ihr die Ängste und Zweifel.

Augen über Landschaft

Du kannst mit voller Überzeugung an etwas arbeiten, aber plötzlich kann dir das Leben einen bösen Schlag versetzen: die Diagnose einer Krankheit, aggressives Verhalten oder Verrat seitens einer Person, die dir sehr wichtig ist. Dein ursprünglicher Weg ist dann weiterhin da und vorgezeichnet, aber du wirst schon nicht mehr derselbe sein.

 
Du musst den Plan umgestalten, diesen Schlag mit einbeziehen, damit du nicht endgültig umfällst.
 

“Hat sich durch das, was du getan hast, dein Leben gebessert?”

Der unvergessliche aber schwer verdauliche Film American History X  erzählt mit aller Grausamkeit von der Wirkung der Nazi-Ideologie auf nordamerikanische Jugendliche. Das Zusammenleben zwischen Schwarzen und Weißen fängt an, schwierig und angespannt zu werden, aufgrund der rassistischen Ideen des Anführers Cameron Alexander (Stacy Keach) und seinem Einfluss auf das Denken einiger Jungen, insbesondere auf das des Protagonisten des Films, Derek Vinyard (Edward Norton).

Derek ist ein intelligenter und einfühlsamer Junge, der anfängt, rassistische Ideen von seinem Vaters zu hören, und der sich dieser auch annimmt. Auf der anderen Seite sorgt seine Freundschaft mit Cameron, dem Anführer einer Neonazi-Gruppe der Gegend, dafür, dass er sich weiter radikalisiert, vor den Augen des Direktors seiner Schule, des Afroamerikaners Bob Sweeney (Avery Brooks), der nichts dagegen machen kann.

Schließlich bringt Derek zwei Afroamerikaner an ihrer eigenen Haustür, vor deren gesamten Familie, um. Er geht ins Gefängnis und dort werden all seine Vorurteile gegenüber Schwarzen abgebaut, insbesondere durch die Freundschaft, die sich mit einem von ihnen entwickelt.

Eines Tages wird Derek von einer Gruppe Neonazis in der Dusche vergewaltigt, weil sie seinem Verhalten und seiner Freundschaft mit einem Schwarzen misstrauen. Sie greifen ihn an, um ihn zu erniedrigen und weil sie ihn als Verräter betrachten. Als er sich im Krankenhaus befindet, bekommt er Besuch von seinem Freund und Schuldirektor, der ihm die folgende Frage stellt: “Hat sich durch das, was du getan hast, dein Leben gebessert?”  Derek ist wie vom Schlag getroffen, weil er sich bewusst wird über all das, was er für diese Idee getan hat und dass er alles Wertvolle in seinem Leben dafür zerstört hat.

Wenn wir einmal in ein sehr dunkles Loch gefallen sind und nicht wissen, was wir getan haben, um dorthin zu kommen, dann sollten wir uns diese Frage stellen. So werden wir aufrichtig all die toxischen Muster anerkennen, die uns bis hierher geführt haben. Dies schließt nicht aus, dass wir nicht auch schwierige Situationen und wenig Glück auf unserem Weg meistern mussten. Jedoch haben wir auch immer eine Verantwortung, sei sie eher groß oder klein.

Diese Art von Fragen können uns als eine Form emotionaler Katharsis helfen, damit wir uns verändern.

“Man kann keinen Frieden finden, wenn man dem Leben aus dem Weg geht”

Wir befinden uns zur Zeit in einer Welt, in der man versucht jede Form des Unwohlseins auf alle Kosten zu vermeiden. Die traditionellen Religionen haben immer weniger Einfluss in der westlichen Welt, und viele von ihnen sind auch gar nicht dazu in der Lage, in das gegenwärtigen Leben der Menschen Ruhe zu bringen. Die Welt ist ohne alternative Anlaufpunkte geblieben, um den Schmerz zu ertragen. Wir schämen uns und durchleben es in Zurückgezogenheit, nehmen Medikamente und sind mehr und mehr allein.

Virginia Woolf hat den dritten unserer Sätze gesagt und manche Teilgebiete der Psychologie scheinen ihr Recht zu geben. Ausweichen, um nicht zu leiden, gepaart mit exzessivem Stress ist eine der schlimmen Seiten unserer heutigen Zeit: Wir gehen Dingen wegen der Schuld aus dem Weg, die wir verspüren, weil wir uns nicht in der Lage fühlen, bestimmte Modelle des Erfolgs und Wohlbefindens nachzuahmen.

Blick durch beschlagenes Fenster

 
Man sagt, dass zur Zeit viele Menschen dem Risiko sozialer Exklusion ausgesetzt sind, während für viele andere bereits ein großes Risiko emotionaler Exklusion besteht. 

Diese Worte, neben den vielen anderen Sätzen, die uns Virginia Woolf hinterlassen hat, animieren uns, sich dem Leben und Situationen zu stellen, die uns nicht gefallen. Wir sind soziale Wesen und müssen dies sein. Wenn man immerzu Dingen aus dem Weg geht, dann findet man am Ende nur Schmerz  und Isolierung, niemals Frieden. Die Einsamkeit ist wunderbar, wenn man sie bewusst wählt, nicht aber wenn sie aus Angst vor der Welt selbst aufgezwungen ist.